26. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Positive Zahlen von Nvidia
Neben dem US-Chiphersteller stehen heute die Geschäftszahlen von Sulzer, Clariant, Emmi, Intershop und Meier Tobler im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.14%, SPI: +0.1%, SMIM: +1.32%
Der SMI beendete den Handel nach einem richtungslosen Verlauf leicht tiefer. Die Anleger blieben wegen Nahost-Eskalationsrisiken, erneut aufflammendem Zollkonflikt und einer Trump-Rede zur Lage der Nation vorsichtig. Zudem wurden die gestern nachbörslich präsentierten Quartalszahlen von Nvidia mit Spannung erwartet. Bei den SMI-Werten waren gestern speziell die Titel von ABB (+1.1%), Swiss Life (+1.1%), Sika (+1.5%) und Alcon (+4.4%) gefragt. Der Augenspezialist legte Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen vor, konnte aber mit einem starken Ausblick für das laufende Jahr überzeugen. Eine rückläufige Kursentwicklung zeigten gestern Roche (-1.3%), Logitech (-1.4%), Geberit (-1.5%), Givaudan (-2.3%) und Richemont (-2.4%).
Am breiten Markt legten die Aktien von VAT (+3.6%) und Sandoz (+10.3%) deutlich zu. Der Hersteller von Generika und Biosimilars legte den Anlegern einen starken Umsatz- und Gewinnausblick vor. Noch höher stieg Temenos (+13.4%), nachdem das Unternehmen seine Mittelfristziele angehoben hatte. Zu den schwächeren Werten gehörten SMG (-3.8%), Orior (-5.0%), Georg Fischer (-5.9%) und Gurit (-7.9%).
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.93%, DAX: +0.76%
Die europäischen Aktienmärkte legten am Mittwoch grösstenteils deutlich zu, unter anderem getrieben von optimistischen Erwartungen an die Nvidia-Quartalszahlen. Dabei hofften die Anleger auf eine Bestätigung der intakten KI-Aussichten trotz wachsender Bedenken. Der EuroStoxx 50 erreichte im Handelsverlauf ein Rekordhoch. Noch höher stiegen der britische FTSE100 mit 1.2% und der spanische IBEX 35 mit 1.5%. Der deutsche DAX ging mit einem Kurszuwachs von 0.8% aus dem Handel und der französische CAC40 mit 0.5%. Auf Sektorenebene zogen die Bereiche Finanzen, Versorger und Technologie deutlich an. Weniger gefragt waren Zyklischer Konsum und Nichtzyklischer Konsum.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.63%, S&P 500: +0.81%, Nasdaq: +1.26%
Die amerikanischen Aktienmärkte schlossen am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen, angetrieben von optimistischen Erwartungen an die Quartalszahlen von Techgigant Nvidia.. Zu den Einzelwerten mit positiven Kursbewegungen gehörten Axon Enterprise (+17.5%), Coinbase (+13.5%), IBM (+3.6%), Salesforce (+3.4%) und Microsoft (+3.0%). Zu tieferen Preisen wurden die Aktien von Home Depot (-2.3%) und First Solar (-13.6%) gehandelt. Der Solarpanelhersteller enttäuschte mit einem schwachen Umsatzausblick sowie stärkeren Belastung der Marge – dies unter anderem aufgrund der Zölle. Salesforce präsentierte in der Nachbörse seine Quartalszahlen. Das Unternehmen wies eine Prognose für das Fiskaljahr 2027 vor, die zwar im Rahmen der Erwartungen lag, jedoch die KI-Disruptionsängste nicht zerstreuen konnten. Trotz der Erhöhung eines Aktienrückkaufprogramm auf USD 50 Mrd. fiel die Aktie in der Nachbörse um 4.5%.
Unternehmensberichte
Sulzer übertrifft Erwartungen beim operativen Gewinn
Sulzer steigerte den Umsatz 2025 um 0.7% auf CHF 3.56 Mrd. Der Bestellungseingang verringerte sich um 2.5% auf CHF 3.75 Mrd. Ohne Einfluss der Währungen wären der Umsatz um 5.6% und die Bestellungen um 2.1% gewachsen. Damit erreichte der Industriekonzern die im Oktober aktualisierte Zielsetzung. Der operative Gewinn (EBITDA) erhöhte sich um 18% auf CHF 556.2 Mio., wodurch sich die EBITDA-Marge um 140 Basispunkte auf 15.6% verbesserte. Unter dem Strich verblieb ein 11% höherer Reingewinn von CHF 294.7 Mio. Der GV wird eine um 50 Rappen höhere Dividende von CHF 4.75 pro Aktie vorgeschlagen. Für 2026 rechnet Sulzer wegen verschobenen Kundenprojekten vor allem im 1. Halbjahr mit einer verhaltenen Entwicklung. Beim Bestellungseingang wird währungsbereinigt mit einem Plus von 1% bis 5%, beim Umsatz mit einem Anstieg von 2% bis 5% gerechnet. Die Marge soll rund ein Prozent auf 16.5% ansteigen. Das Zahlenset erfüllte die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, während der operative Gewinn besser ausfällt.
Emmi mit solidem Zahlenset
Emmi konnte 2025 den Umsatz um 9.1% auf CHF 4.75 Mrd. steigern. Neben dem hohen, vor allem volumengetriebenen, organischen Wachstum von 4.3% trugen positive Akquisitionseffekte von 7.9% zum Umsatzanstieg bei. Damit konnten die negativen Währungseffekte (-3.1%) durch den starken Schweizer Franken mehr als kompensiert werden. Insbesondere der Heimmarkt Schweiz stach mit einem organischen Wachstum von 3.4% neben den Wachstumsmärkten positiv hervor. Der Betriebsgewinn (EBIT) konnte um 10.5% auf CHF 334.6 Mio. gesteigert werden, was einer 10 Basispunkte höheren EBIT-Marge von 7.1% entspricht. Insgesamt lag der Reingewinn 3.1% über Vorjahr bei CHF 227.1 Mio. Es wird eine um CHF 1 höhere Dividende von CHF 17.50 vorgeschlagen. Für das laufende Jahr strebt Emmi ein organisches Umsatzwachstum zwischen 1% und 3% an und erwartet einen EBIT in der Bandbreite von CHF 335 Mio. bis CHF 355 Mio. Das Zahlenset liegt insgesamt leicht über den Erwartungen.
Clariant mit positiver Margenentwicklung
Clariant meldete für das 4. Quartal 2025 ein Umsatzwachstum von 1% (lokale Währung) auf CHF 1.028 Mrd., getrieben durch Volumensteigerungen bei Catalysts und Care Chemicals, sowie eine EBITDA-Marge von 17.1% (+240 Basispunkte). Für das Gesamtjahr 2025 blieb der Umsatz bei CHF 3.915 Mrd. stabil. Die EBITDA-Marge stieg auf 17.8% (+180 Basispunkte) durch Einsparprogramme (CHF 50 Mio. erreicht, Ziel CHF 80 Mio. 2026). Der Nettoverlust betrug CHF 41 Mio., gegenüber einem Gewinn von CHF 280 Mio. im Vorjahr. Clariant sieht eine Dividende von CHF 0.42 je Aktie vor. Das Unternehmen sieht für die Prognose 2026 einen flachen Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 18%. Die Mittelfristziele bis 2027 wurden bestätigt. Dabei wird ein Umsatzwachstum von 4% bis 6% und eine EBITDA-Marge von 19% bis 21% angestrebt. Die Margenentwicklung liegt deutlich über den Analystenschätzungen, während die übrigen Metriken am unteren Ende der Erwartungen lagen.
Intershop steigert Profitabilität
Intershop erzielte 2025 einen bereinigten Nettogewinn von CHF 73.5 Mio., hauptsächlich durch gesteigerte operative Profitabilität, während der Gesamtgewinn inklusive Bewertungseffekte auf CHF 212.8 Mio. (+81.2%) kletterte. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividendensteigerung um CHF 0.50 auf CHF 6.00 vor und erwartet für 2026 ein Ergebnis, das die Ausschüttungspolitik fortsetzt. Das Unternehmen sieht für 2026 selektive Projektkäufe und Mieteinnahmen-Steigerung sowie Verkäufe.
Meier Tobler sieht flache Umsatzentwicklung
Meier Tobler meldete für 2025 einen Umsatz von CHF 496.6 Mio. (+0.1%), gewann trotz rückläufigem Wärmepumpenmarkt Marktanteile, verzeichnete jedoch ein EBITDA von CHF 37.9 Mio. (-8.2%, durch Margendruck). Der bereinigte Gewinn lag bei CHF 25.6 Mio. (Vorjahr 31.6 Mio.). Den Aktionären wird eine Dividende von CHF 1.70 je Aktie (vorher CHF 1.60) vorgeschlagen. Das Unternehmen erachtet eine Erholung im Jahr 2026 noch für unsicher, positioniert sich aber mit seiner Strategie und dem Effizienzprogramm für einen Aufschwung. Meier Tobler erwartet einen Anstieg der Profitabilität vor allem im 2. Halbjahr 2026. Die ausgewiesenen Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen.
Nvidia schlägt Erwartungen deutlich
Nvidia übertraf im 4. Quartal die Erwartungen deutlich mit einem Umsatz von USD 68 Mrd. (+73%), getrieben durch den Bereich Data Center von USD 62.3 Mrd. Für das laufende 1. Quartal liegt die Prognose bei USD 78 Mrd. und somit deutlich über den Analystenerwartungen von USD 72.3 Mrd. CFO Colette Kress bestätigte die Überschreitung des USD 500 Mrd.-Umsatzziels der beiden Chip-Generationen Blackwell und Vera Rubin. Zudem erwartet sie stabile Bruttomargen um 75%. Nvidia konnte kürzlich die ersten Chips der neuen Generation Vera Rubin ausliefern, die über eine deutlich höhere Leistung und Energieeffizienz verfügen. CEO Jensen Huang sieht im Thema rund um die agentische KI ein Wendepunkt mit massiver Rechennachfrage. Der Aktienkurs bewegte sich nachbörslich kaum.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.04%; DE: 2.70%; CH: 0.24%
Mangels neuer Konjunkturdaten bewegten sich die Renditen der wichtigen Staatsanleihen gestern kaum. Die Rendite der massgebenden 10-jährigen US-Staatsanleihe steht mit rund 4.04% nur geringfügig unter dem Niveau von letztem Freitag, als der Supreme Court einen wesentlichen Teil von Trumps Zöllen für widerrechtlich erklärte.
Währungen
Euro in Franken: 0.912
US-Dollar in Franken: 0.772
Euro in US-Dollar: 1.182
Wenig Bewegung auch an den Devisenmärkten: Seit Anfang Jahr betrachtet, bleibt der US-Dollar die schwächste der G10-Währungen und hat beispielsweise gegenüber dem Schweizer Franken rund 2.6% eingebüsst. Seit Trumps «Liberation Day» von Anfang April 2025 resultiert ein Minus von über 14%.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 65.45 pro Fass
Goldpreis: USD 5'195.81 pro Unze
Im Vorfeld einer neuen Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran in Genf bewegte sich der Ölpreis gestern auf erhöhtem Niveau seitwärts. Ein Fass der US-Sorte WTI kostet aktuell knapp 65.5 US-Dollar. Dies ist rund 14% mehr als noch Anfang Jahr, aber nur geringfügig mehr als im Schnitt des vergangenen Jahres (+1.1%).
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Florian Hiltpold
8021 Zürich
Matthias Müller
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
Roman Elbel
8021 Zürich
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