Symbolbild für Kurse an der Börse: Zahlen auf einer Anzeige

27. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Nvidia verliert trotz starkem Zahlenset

Der US-Aktienmarkt gab gestern mehrheitlich nach. Heute stehen in der Schweiz die Geschäftszahlen von Holcim, SwissRe, VZ Holding und Schweiter Technologies im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.45%, SPI: -0.35%, SMIM: +0.03%

Nach einem zunächst ruhigen Handel geriet der Schweizer Aktienmarkt gegen Handelsschluss zunehmend unter Druck. Der Schweizer Leitindex SMI verlor letztlich 0.5%. Auch der breite SPI gab um 0.4% nach. Der klein- und mittelkapitalisierte SMIM schloss unverändert. Belastet wurde der Markt von schwachen Vorgaben aus den USA. Zudem wurde das besser als erwartete Ergebnis des KI-Giganten Nvidia negativ aufgenommen. Von den 20 Blue Chips im SMI notierten neun Titel im Plus. An der Spitze stand der Private-Equity-Spezialist Partners Group mit einem Plus von 2.7%, nachdem die Aktie zuletzt aufgrund von Sorgen über disruptive Auswirkungen von KI unter Druck gestanden hatte. Es folgten Logitech (+2.3%), Richemont (+1.9%) und Lonza (+1.0%). Unter Druck standen hingegen die Baustoffkonzerne Holcim (-3.8%), der heute Zahlen vorlegt, Sika (-1.9%) und Amrize (-0.7%). Die Indexschwergewichte boten dem SMI keine Unterstützung. Nestlé verlor 0.2%, Novartis gab 1.3% nach und Roche 1.5%.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Sulzer nach einem durchwachsenen Zahlenset um 1.1%. Emmi übertraf die Erwartungen leicht und kündigte zudem eine um CHF 1 höhere Dividende an. Die Aktie gewann 2.5%. Clariant schloss trotz durchwachsener Unternehmenszahlen 5.6% höher. Der Immobilienkonzern Intershop verlor trotz gesteigerter Profitabilität 0.2%. Ein verhaltener Ausblick führte bei Meier Tobler zu Gewinnmitnahmen, die Aktie sank um 3.4%.

Aktienmarkt Europa

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten gestern mehrheitlich Kursgewinne. Einzig der länderübergreifende EuroStoxx50 (-0.2%) gab leicht nach. Der französische CAC40 (+0.7 %) gehörte hingegen zu den stärksten Indizes des Tages. Neben schwächeren Vorgaben aus den USA standen vor allem Unternehmensberichte im Fokus der Anleger. Auf Sektorenebene waren insbesondere Immobilien, zyklischer Konsum und Industrie gefragt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich dagegen die Bereiche Grundstoffe, Technologie und Kommunikationsdienste. Im DAX zählte der Softwarekonzern SAP (+3.3%) zu den Gewinnern und entwickelte sich damit im Einklang mit den globalen Softwarewerten überdurchschnittlich.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.03%, S&P 500: -0.54%, Nasdaq: -1.18%

Die US-Aktienmärkte konnten die Gewinne vom Mittwoch gestern mehrheitlich nicht halten und schlossen uneinheitlich. Während der Leitindex Dow Jones unverändert aus dem Handel ging, gaben der marktbreite S&P 500 mit -0.5% und der technologielastige Nasdaq mit -1.2% nach. Obwohl der Technologiekonzern Nvidia mit den Zahlen zum vierten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen und auch einen besseren Ausblick als prognostiziert präsentiert hatte, kam es bei der Aktie zu Gewinnmitnahmen. Der Titel verlor 5.5%. Die Marktteilnehmer zeigen sich zunehmend zurückhaltend und sehen verstärkt die Risiken einer KI-bedingten Disruption. Entsprechend reichen überzeugende Ergebnisse nicht mehr aus, da der Zyklus als weit fortgeschritten wahrgenommen wird. Im Sog dessen verzeichneten weitere US-Halbleiterwerte deutliche Verluste. AMD (-4.9%), Broadcom (-3.2%), Intel (-3.0%) und Lam Research (-4.2%) gaben überdurchschnittlich nach. Positiv hervorheben konnte sich hingegen der Softwarekonzern Salesforce. Nach Vorlage solider Quartalszahlen legte die Aktie um 4.0% zu und konnte damit die Bedenken entkräften, dass etablierte Softwarekonzerne aufgrund durch KI ausgelöste Strukturveränderungen kurzfristig stärker unter Druck geraten könnten.

Unternehmensberichte

Holcim kann Profitabilität deutlich erhöhen

Holcim musste 2025 einen Umsatzrückgang von 2.9% auf CHF 15 724 Mio. hinnehmen, was auf den starken Schweizer Franken zurückzuführen ist. In Lokalwährung wäre ein Wachstum von 3.0% erzielt worden. Der wiederkehrende EBIT stieg um 1.4% auf CHF 2 876 Mio., in Lokalwährung sogar um 10.3%. Die zugrunde liegende Marge verbesserte sich um 80 Basispunkte auf 18.3%, gestützt durch starke Kostendisziplin und verbesserte operative Exzellenz. Der Reingewinn sank um 73.4% auf CHF 387 Mio. Der freie Geldfluss belief sich auf CHF 2.2 Mrd. (+1.6%). Für die Generalversammlung wird eine Dividende von CHF 1.70 je Aktie vorgeschlagen. Holcim setzt seine NextGen Growth-Strategie 2030 konsequent um. Für 2026 wird organisches Umsatzwachstum zwischen 3% und 5% und organisches EBIT-Wachstum von 8% bis 10% erwartet, begleitet von einer weiteren Margensteigerung und einem freien Geldfluss von rund CHF 2 Mrd. Der Umsatz lag leicht unter den Erwartungen, während der operative Gewinn die Schätzungen leicht übertreffen konnte.

Swiss Re übertrifft Erwartungen und erhöht Dividende

Swiss Re steigerte 2025 den Reingewinn um 47% auf USD 4.8 Mrd. Im Vorjahr hatte eine hohe Rückstellung im US-Haftpflichtgeschäft das Ergebnis belastet. Weniger Grossschäden in der Sparte Property & Casualty Reinsurance sowie eine solide Anlagerendite von 4% wirkten 2025 unterstützend. Im Bereich Property & Casualty Reinsurance erhöhte sich der Gewinn auf USD 2.8 Mrd., nach USD 1.2 Mrd. im Vorjahr. Der Schaden-Kostensatz verbesserte sich deutlich von 89.9% auf 79.4%. Die Kapitalisierung bleibt sehr solide, die SST-Quote lag bei 250%. Für 2026 strebt der Rückversicherer einen Reingewinn von USD 4.5 Mrd. an. Zudem soll die Eigenkapitalrendite in den kommenden Jahren auf über 14% steigen. Den Aktionären wird eine um 9% erhöhte Dividende von USD 8.00 je Aktie vorgeschlagen. Darüber hinaus plant Swiss Re Aktienrückkäufe im Umfang von USD 1.5 Mrd., davon USD 500 Mio. im Rahmen des regulären Programms. Insgesamt hat Swiss Re die Erwartungen übertroffen. 

VZ Holding übertrifft Erwartungen

Die VZ Holding konnte 2025 die Erträge um 9.4% auf CHF 574.5 Mio. steigern. Die Erträge aus den verwalteten Vermögen (AuM) stiegen um 15% auf CHF 382.1 Mio., während die Bankerträge aufgrund der tiefen Zinsen um 10.1% abnahmen. Der Reingewinn stieg um 7.9% auf CHF 236.4 Mio. Das Netto-Neugeld konnte aufgrund der steigenden Nachfrage um CHF 700 Mio. auf CHF 5.8 Mrd. zunehmen. Die verwalteten Vermögen stiegen um 16.5% auf CHF 61.8 Mrd. Die Dividende soll um 22 Rappen auf CHF 2.95 je Aktie erhöht werden, womit 50% des Reingewinns ausgeschüttet werden. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Wachstum von Ertrag und Reingewinn im Rahmen des langjährigen Durchschnitts. Insbesondere im ersten Halbjahr dürfte das Wachstum der Bankerträge aufgrund des tieferen Zinsniveaus gebremst bleiben. Insgesamt liegt das Zahlenset über den Erwartungen. 

Umfeld für Schweiter Technologies bleibt herausfordernd

Schweiter Technologies musste 2025 einen Umsatzrückgang von 11% auf CHF 904.4 Mio. hinnehmen. Das verlustbringende Segment Bus & Rail wurde per Ende Juli verkauft, um das Margenprofil zu verbessern und das Portfolio zu straffen. Der bereinigte EBITDA lag bei CHF 74.3 Mio., was einer um 110 Basispunkte tieferen Marge von 8.3% entsprach. Der bereinigte EBIT lag 30% tiefer bei CHF 33.8 Mio. Unter dem Strich resultierte nach einem Reingewinn von CHF 12.9 Mio. im Vorjahr ein Reinverlust von CHF 10 Mio. Im Zusammenhang mit der Veräusserung wurde ein Verlust von CHF 31 Mio. verbucht. Der Free Cashflow betrug CHF 39.4 Mio. (-31%) und die Eigenkapitalquote lag bei sehr soliden 68%. Der Generalversammlung wird eine stabile Dividende von CHF 15 je Aktie vorgeschlagen. Der kurzfristige Geschäftsausblick bleibt anspruchsvoll und die Visibilität begrenzt. Für das zweite Halbjahr wird im Bereich Core Materials mit einer Belebung gerechnet. Insgesamt fällt das Zahlenset gemischt aus.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 3.99%; DE: 2.69%; CH: 0.23%

Grosse Bewegungen gab es gestern bei den wichtigen Staatsanleihen mangels neuer Konjunkturdaten nicht. Sicherheit bleibt jedoch weiterhin gefragt, weshalb die Zinsen tendenziell nach unten zeigten. So fiel die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe gestern das erste Mal in diesem Kalenderjahr unter die Marke von 4%. Ebenfalls weiter zurück glitten die Zinsen in Europa und der Schweiz.

Währungen

Euro in Franken: 0.912
US-Dollar in Franken: 0.773
Euro in US-Dollar: 1.181

Auch an den Devisenmärkten gab es gestern wenig Bewegung. Der US-Dollar bleibt, seit Anfang Jahr betrachtet, die schwächste G10-Währung und hat beispielsweise gegenüber dem Schweizer Franken rund 2.6% eingebüsst. Seit Trumps «Liberation Day» von Anfang April 2025 resultiert gar ein Minus von über 14%.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 65.69 pro Fass
Goldpreis: USD 5'192.72 pro Unze

Obwohl die dritte Runde der Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA ohne Durchbruch blieben, bewegte sich der Ölpreis gestern auf erhöhtem Niveau seitwärts. Der Iran hat weitere Gespräche für kommende Woche angekündigt. Aktuell liegt der Ölpreis rund 14% höher als noch Anfang Jahr.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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