20. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Neue US-Zolldrohung sorgen für Verunsicherung
Neue Zolldrohungen von US-Präsident Trump sorgten zum Wochenauftakt für einen Fehlstart an den Aktienmärkten.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -1.02%, SPI: -1.05%, SMIM: -1.13%
Die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Trump gegen Europa belasteten zum Wochenauftakt nicht nur die globalen Märkte, sondern auch den Schweizer Aktienmarkt. Durch die Androhung zusätzlicher Zölle in Höhe von 10% auf Importe aus mehreren europäischen Ländern versucht Trump, den politischen Druck auf Dänemark zu erhöhen, einem Verkauf Grönlands an die USA zuzustimmen. Eine Reaktion des US-Marktes auf die jüngste Eskalation des Grönland-Konflikts blieb gestern aus, da der Handel feiertagsbedingt ruhte. Der SMI verlor 1.0% an Wert und gab damit einen Grossteil der seit Jahresbeginn erzielten Gewinne wieder ab. Swisscom (+1.2%) war der einzige Wert, der den Tag im Plus beendete, und unterstrich damit die Suche der Investoren nach Sicherheit. Nur leicht in der Verlustzone notierten Novartis (-0.03%), Holcim (-0.2%) und Geberit (-0.4%). Die Aktien von Zurich Insurance gerieten nach der Ankündigung, den britischen Spezialversicherer Beazley für rund USD 10 Mrd. übernehmen zu wollen, zeitweise deutlich unter Druck. Im Tagesverlauf erholte sich der Titel jedoch und schloss mit einem moderaten Minus von 0.6%. Auch die weiteren Versicherer Swiss Life (-0.5%) und Swiss Re (-0.8%) hielten sich vergleichsweise gut. Deutlich unter Druck standen gestern die Aktien von Alcon (-4.4%), Kühne + Nagel (-3.2%), Lonza (-2.4%) sowie Richemont (-2.3%). Beim Luxusgüterkonzern dürften zudem gemischt ausgefallene Konjunkturdaten aus China die Zurückhaltung der Investoren verstärkt haben. Konkurrentin Swatch verlor 1.7% an Wert.
Im breiten Markt fiel gestern Belimo auf. Der Klimaspezialist publizierte gestern seine Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um 18.7% auf CHF 1.12 Mrd. Damit erwirtschaftete Belimo erstmals einen Umsatz von über CHF 1 Mrd. Der starke Schweizer Franken belastete das Ergebnis deutlich, denn in Lokalwährungen gerechnet lag das Umsatzplus bei 23.3%. In allen Regionen verzeichnete das Unternehmen deutliche Zuwächse, wobei das Umsatzwachstum in Lokalwährungen insbesondere in Amerika (+25.3%) und Asien-Pazifik (+22.7%) stark ausfiel, getrieben vor allem durch die hohe Nachfrage aus dem Markt für Rechenzentren. EMEA blieb mit einem Plus von 12.0% vergleichsweise zurück. Zu Gewinnzahlen und Ausblick äusserte sich das Unternehmen wie üblich nicht. Detaillierte Ergebnisse wird Belimo am 23. Februar 2026 vorlegen. Polypeptide präsentierte gestern ebenfalls Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Wirkstoffhersteller steigerte den Umsatz um 15.6% auf EUR 359 Mio. Die operative Gewinnmarge (EBITDA) stieg von 7.5% im Geschäftsjahr 2024 auf rund 11% bis 12% und lag damit am oberen Ende der Prognose. Auch für das laufende Jahr zeigte sich das Management positiv. Die vollständigen Jahreszahlen wird Polypeptide am 12. März 2026 veröffentlichen. Die Aktie avancierte gestern um 10.1%.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -1.72%, DAX: -1.34%
Die europäischen Aktienmärkte verloren nach den erneuten Zolldrohungen durch den US-Präsident deutlich an Wert. Die grössten Abgaben verzeichnete der französische CAC40 (-1.8%), gefolgt vom länderübergreifenden EuroStoxx50 (-1.7%), dem deutschen DAX sowie dem italienischen FTSE MIB (je -1.3%). Etwas moderater fielen die Abgaben beim britischen FTSE100 (-0.4%) aus. Die Zollrisiken belasteten insbesondere den Automobilsektor, allen voran die deutschen Autowerte. So verloren Stellantis, Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen, Renault und Porsche zwischen 2.0% und 3.7% an Wert. Auch Luxusgüterwerte wurden überdurchschnittlich vom neuen Zollstreit belastet. Die Aktien von Kering, Hermes und LVMH büssten zwischen 2.3% und 4.3% ein. Nach dem Übernahmeangebot des Versicherungskonzerns Zurich Insurance erreichten die Aktien des britischen Spezialversicherers Beazley ein Rekordhoch und legten zum Handelsschluss um fast 43% zu.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: geschlossen, S&P 500: geschlossen, Nasdaq: geschlossen
Die amerikanischen Aktienmärkte blieben gestern aufgrund des Feiertags «Martin Luther King Day» geschlossen.
Unternehmensberichte
BKW passt nach einer Wertkorrektur die EBIT-Prognose für 2025 an
BKW kündigte heute Morgen an, aufgrund veränderter Rahmenbedingungen auf der Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Deutschland eine Wertkorrektur vornehmen zu müssen. BKW geht davon aus, dass das Kohlekraftwerk Wilhelmshaven künftig weniger Strom produzieren wird und die Erlöse aufgrund sinkender Strompreisvolatilitäten zurückgehen werden. Dies belastete den operativen Gewinn auf Stufe EBIT für das Geschäftsjahr 2025 mit rund CHF 110 Mio. und führt zu einer Anpassung der Prognose 2025 auf CHF 540 bis CHF 560 Mio. Ohne diesen Sondereffekt rechnet BKW mit einem guten Betriebsergebnis (EBIT) von CHF 650 bis CHF 670 CHF, was innerhalb der ursprünglichen Zielsetzung von CHF 650 bis CHF 750 Mio. liegt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet BKW mit einem Ergebnis innerhalb einer EBIT-Guidance von CHF 650 bis CHF 750 Mio. Die Details zum Ergebnis 2025 wird BKW im Rahmen des Geschäftsberichtes am 11. März 2026 präsentieren.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.27%; DE: 2.84%; CH: 0.26%
Aufgrund eines Feiertages blieben gestern die Kapitalmärkte in den USA geschlossen. Aufgrund fehlender Impulse aus den USA sowie mangels wichtiger Konjunkturdaten bewegten sich auch die Zinsen in Europa und der Schweiz seitwärts. Nachdem die Zinsen in der Schweiz im Dezember deutlich zulegten, sind sie seit Jahresbeginn wieder leicht gesunken.
Währungen
Euro in Franken: 0.929
US-Dollar in Franken: 0.796
Euro in US-Dollar: 1.167
Der US-Dollar wurde durch die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump belastet. Entsprechend büsste er gestern gegenüber den meisten wichtigen Währungen an Wert ein. Gefragt war hingegen der Schweizer Franken, der damit einmal mehr seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht wurde.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 59.58 pro Fass
Goldpreis: USD 4'709.73 pro Unze
Der Goldpreis legte nach den Zolldrohungen der USA gegen diverse europäische Länder im Grönland-Streit erneut zu. Heute Morgen stieg der Preis erstmals über die Marke von 4'700 US-Dollar pro Unze. Seit Jahresbeginn hat das gelbe Edelmetall bereits um über 9% zugelegt.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten publiziert.
Céline Koster
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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