20. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Nestlé stützt SMI

Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé führten den SMI gestern mit einem Kursplus 3.9% an. Heute stehen die Jahresberichte von Sika, Siegfried und Allreal im Fokus.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.05%, SPI: -0.08%, SMIM: -0.03%

Der Schweizer Aktienmarkt startete gestern mit positiven Vorzeichen in den Handelstag, gab die Gewinne im Tagesverlauf jedoch schrittweise wieder ab und schloss letztlich leicht im Minus. Belastend wirkten zunehmende geopolitische Spannungen, nachdem Hinweise aufkamen, wonach die USA einen baldigen Angriff auf den Iran in Erwägung ziehen könnten. Der Leitindex SMI verlor schliesslich 0.1%. Dass der SMI nicht deutlicher nachgab, war in erster Linie Indexschwergewicht Nestlé (+3.9%) zu verdanken. Der Nahrungsmittelkonzern überzeugte mit einem über den Erwartungen liegenden Zahlenset sowie einem Strategie-Update, das am Markt positiv aufgenommen wurde. Die Aktie führte das Tableau klar an. Im Fahrwasser von Nestlé zeigten sich auch andere Titel aus dem Nahrungsmittelsektor gefragt. Lindt & Sprüngli (+2.7%), Barry Callebaut (+2.0%), Emmi (+1.0%) und Aryzta (+0.5%) schlossen überdurchschnittlich fest. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-0.3%) und Novartis (-0.7%) tendierten dagegen schwächer und bremsten den Index leicht. Dahinter legten Alcon (+1.4%), Lonza (+1.0%) und Kühne + Nagel (+0.7%) zu. Alcon profitierte von einem positiven Analystenkommentar im Vorfeld der in der kommenden Woche anstehenden Jahreszahlen. Unter deutlicherem Druck standen Finanzwerte. Partners Group (-5.1%) litt unter erneut aufflammenden Diskussionen über den potenziell disruptiven Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf das Geschäftsmodell im Finanzsektor. Auch UBS (-2.0%) und Amrize (-1.6%) gaben nach. Zurich Insurance (-1.6%) schloss ebenfalls tiefer und war von Gewinnmitnahmen betroffen, obwohl das präsentierte Zahlenset die Erwartungen übertraf. Im breiteren Markt sorgten Analystenkommentare ebenfalls für etwas Bewegung. Straumann (-2.3%) wurde von einer negativen Einschätzung belastet. Cembra (-6.7%) verlor deutlich, obwohl die vorgelegten Zahlen weitgehend den Erwartungen entsprachen und die Dividende angehoben wurde. Die Marktteilnehmer hatten sich hier offenbar mehr erhofft.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.72%, DAX: -0.93%

Nach den Kursgewinnen an den Vortagen legten die europäischen Aktienmärkte gestern den Rückwärtsgang ein. Eine mögliche Eskalation zwischen den USA und dem Iran belastete die Stimmung und führte zu Gewinnmitnahmen auf breiter Front. Am Mittwoch hatten verschiedene Indizes wie der EuroStoxx 50 oder auch der Stoxx 600 noch neue Rekordstände markiert. Die stärksten Abgaben verzeichneten der italienische FTSE MIB (-1.2%) und der spanische IBEX 35 (-1.0%). Auf Sektorenebene gehörten Energie und Nichtzyklischer Konsum zu den Gewinnern. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Bereiche Versorger, Grundstoffe und Finanzen ab. Die Aktie des Flugzeugbauers Airbus (-6.7%) fiel deutlich zurück und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit September 2025. Für 2026 stellte das Unternehmen die Produktion von 870 Flugzeugen in Aussicht, während Marktteilnehmer bislang von rund 900 Einheiten ausgegangen waren. Die geringere Produktionsdynamik sorgte in der Folge für entsprechenden Abgabedruck.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.54%, S&P 500: -0.28%, Nasdaq: -0.31%

Die US-Aktienmärkte schlossen im Vorfeld eines wahrscheinlicher gewordenen US-Angriffs auf den Iran schwächer. Der Leitindex Dow Jones verlor 0.5%, während der technologielastige Nasdaq und der marktbreite S&P 500 jeweils 0.3% tiefer aus dem Handel gingen. Gefragt waren Bereiche wie Versorger, Industrie und Energie. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen die konjunktursensitiven Sektoren Finanzen, Technologie und Zyklischer Konsum. Auf Einzeltitelebene stand der Detailhändler Walmart im Fokus. Der Ausblick fiel angesichts der anhaltenden Unsicherheit rund um den US-Konsum verhaltener aus als vom Markt erwartet, was auf der Aktie lastete. Nach positivem Start verlor die Aktie letztlich 1.4%.

Unternehmensberichte

Sika erfüllt Erwartungen nicht ganz

Nachdem Sika bereits im Januar die Umsatzzahlen vorgelegt hatte, folgte heute das vollständige Zahlenset. Der Umsatz reduzierte sich um 4.8% auf CHF 11.2 Mrd., wobei der starke Schweizer Franken mit 5.4% negative zu Buche schlug. Belastend wirkte insbesondere die Region Asien Pazifik, wo der Umsatz in Lokalwährungen um 5.3% zurückging. Die Profitabilität stand unter Druck. Der EBITDA sank um 9.0% auf CHF 2.06 Mrd., was einer Marge von 18.4% (zuvor: 19.3%) entsprach. Kosten im Zusammenhang mit dem Effizienzprogramm «Fast Forward» belasteten den EBITDA um CHF 86 Mio. Insgesamt resultierte ein 16.2% tieferer Reingewinn von CHF 1.05 Mrd. Der Generalversammlung wird eine 10 Rappen höhere Dividende von CHF 3.70 je Aktie vorgeschlagen, die aus den Kapitalreserven ausbezahlt werden soll. Für 2026 erwartet Sika eine verhaltene wirtschaftliche Entwicklung. Der Umsatz in Lokalwährung soll zwischen 1% und 4% steigern. Das Unternehmen hält gleichzeitig an der Ambition fest, den Markt inklusive Akquisitionen um 3% bis 6% in Lokalwährungen zu übertreffen. Die EBITDA-Marge wird zwischen 19.5% und 20.0% gesehen. Das Zahlenset fällt leicht schwächer aus als vom Markt erwartet.

Siegfried verfehlt leicht beim Umsatz, übertrifft aber bei Marge

Der Pharmazulieferer Siegfried konnte 2025 den Umsatz um 2.6% auf CHF 1.3 Mrd. steigern. In Lokalwährung resultierte ein Wachstum von 4.3%. Das Segment «Drug Substances» verbesserte sich um 2.7% auf CHF 916.3 Mio., während die Umsätze im Segment «Drug Products» um 2.2% auf CHF 411.6 Mio. anstiegen. Bei der Umsetzung der EVOLVE+ Strategie wurden weitere Fortschritte erzielt. Zudem baute das Unternehmen die Kapazitäten für Arzneimittelwirkstoffe in den USA aus. Der Kern-EBITDA nahm um 9.3% auf CHF 312.3 Mio. zu, was einer 140 Basispunkte höheren Marge von 23.5% entspricht. Insgesamt bliebt ein 2.0% höherer Kern-Reingewinn von CHF 162.1 Mio. Für 2026 stellt das Unternehmen eine Kern-EBITDA Marge von über 23% in Aussicht und erwartet ein tiefes einstelliges Umsatzwachstum in Lokalwährungen. Der positive mittelfristige Ausblick wurde bestätigt. Während die Resultate beim Umsatz und beim Kern-Reingewinn leicht hinter den Markterwartungen zurückblieben, übertraf der Kern-EBITDA die Konsensschätzungen.

Allreal stellt stabile Dividende in Aussicht

Allreal steigerte 2025 das Unternehmensergebnis um 3.7% auf CHF 219.3 Mio. Der Anstieg ist in erster Linie auf die höhere Bewertung des Portfolios zurückzuführen, während die operative Leistung auf Vorjahresniveau verblieb. Ohne Neubewertungseffekte lag das Unternehmensergebnis bei CHF 122.1 Mio. nach CHF 122.7 Mio. im Vorjahr. Die erwartungsgemäss tieferen Mieterträge konnten durch einen höheren Erfolgsbeitrag aus dem Segment Entwicklung & Realisation sowie durch einen tieferen Finanzaufwand weitgehend kompensiert werden. Im Segment Immobilien gingen die Mieterträge infolge von Portfolioveränderungen und veräusserten Liegenschaften um 7.8% auf CHF 204.0 Mio. zurück. Im Segment Entwicklung & Realisation erhöhte sich der Erfolg um 23.6% auf CHF 52.9 Mio. Haupttreiber war der deutlich höhere Erfolgsbeitrag aus dem Verkauf von Stockwerkeigentum. Der EBIT inkl. Neubewertungen lag bei CHF 308.8 Mio. nach CHF 311.2 Mio. im Vorjahr. Ohne Neubewertungen belief sich der EBIT auf CHF 183.8 Mio. (-3.2%). Die Leerstandsquote stieg per Ende 2025 auf 3.4% nach 1.6% im Vorjahr. Der Generalversammlung wird eine stabile Dividende von CHF 7.00 je Aktie vorgeschlagen. Für 2026 erwartet Allreal ein höheres operatives Ergebnis sowie steigende Mieterträge. Zudem soll die Leerstandsquote im Jahresverlauf wieder sinken. Das Zahlenset erfüllt in etwa die Markterwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.07%; DE: 2.74%; CH: 0.28%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatanleihe stieg im Nachgang an die Veröffentlichung des Fed-Protokolls zur letzten Zinssitzung leicht an. Das Protokoll zeigte, dass im zinsbestimmenden Offenmarktausschuss die inflationären Risiken weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Im Schlepptau der US-Zinsen bewegten sich am gestrigen Handelstag auch die Zinsen in Europa und der Schweiz nach oben. In der Nacht auf heute übernahm am US-Kapitalmarkt jedoch wieder der Sicherheitsgedanken das Zepter. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen waren nach den aufkommenden Gerüchten, wonach ein baldiger Angriff der USA auf den Iran näher rücken könnte, gesucht. Entsprechend glitt die Rendite über Nacht wieder zurück.

Währungen

Euro in Franken: 0.912
US-Dollar in Franken: 0.776
Euro in US-Dollar: 1.175

Die gestiegene geopolitische Unsicherheit spielte gestern dem US-Dollar in die Karten. Der Greenback legte gegenüber den wichtigsten Handelswährungen leicht zu.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 67.00 pro Fass
Goldpreis: USD 5'025.02 pro Unze

Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran geben dem Ölpreis weiter Auftrieb. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg im Tagesverlauf erneut um 2 US-Dollar an. Gegenüber Anfang Jahr hat der Ölpreis nun bereits über 16% zugelegt.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Philadelphia Fed Geschäftsklima (Februar)
aktuell: +16.3 (erwartet: +7.5, Vormonat: +12.6)

Der gestern veröffentlichte Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed, welcher die Aktivität im Industriesektor misst, ist im Februar entgegen den Erwartungen weiter angestiegen. Laut der aktuellen Umfrage bewertet eine Mehrheit der Unternehmen die allgemeine Geschäftslage noch einmal optimistischer als noch vor Monatsfrist. Weiterhin positiv zeigt sich insbesondere der «Auftragseingang», während die «Offenen Aufträge» negativer beurteilt werden.

USA: Vorlaufende Indikatoren (Dezember)
aktuell: -0.2% (erwartet: -0.2%, Vormonat: -0.3%)

Der Index der vorlaufenden Indikatoren, welcher vom Conference Board erhoben wird, sank im Dezember um 0.2%. Der Sammelindex setzt sich aus zehn Frühindikatoren, wie beispielsweise den Neuaufträgen in der Industrie oder den Arbeitslosenanträgen, zusammen. Zum Rückgang im Dezember beigetragen haben unter anderem die Konsumentenerwartungen sowie die Neuaufträge in der Industrie.

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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