03. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Mit Schwung in die neue Börsenwoche
Dank den defensiven Schwergewichten verzeichnete der SMI zum Wochenauftakt deutliche Gewinne. Gold und Silber setzten die Talfahrt von Ende letzter Woche fort.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +1.67%, SPI: +1.45%, SMIM: +0.82%
Der Schweizer Aktienmarkt startete verhalten in die neue Börsenwoche, konnte aber im Laufe des Tages anziehen und schloss deutlich fester. Der Leitindex SMI verzeichnete Gewinne von 1.7%, gestützt von den defensiven Schwergewichten. Auch der marktbreite SPI (+1.5%) und der klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen umfassende SMIM (+0.8%) avancierten zum Wochenauftakt. Ein Grund für die deutlichen Kursgewinne waren Umschichtungen aus Gold und Silber in Aktien, nachdem die Edelmetallpreise auch gestern wieder deutlich unter Druck gerieten. Auslöser war die Nominierung des geldpolitisch eher als falkenhaft geltenden Kevin Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell. Ein weiterer positiver Impuls kam am Nachmittag von Konjunkturdaten aus den USA, nachdem sich die ISM-Industriestimmung zum Jahresstart deutlich verbessert hatte. Unter den SMI-Werten standen sich 17 Kursgewinner und drei Verlierer gegenüber.
An der Tabellenspitze stand Nestlé (+2.8%). Der Nahrungsmittelmulti war nach der jüngsten Kursflaute gesucht. Ebenfalls deutliche Unterstützung kam von den beiden Pharma-Schwergewichten Novartis (+2.3%) und Roche (+1.1%). Novartis wird morgen die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr präsentieren. Richemont legte um 2.5% zu, gestützt von den gesunkenen Gold- und Silberpreisen, welche die Rohstoffkosten des Luxusgüterherstellers entlasten dürften. Konkurrentin Swatch (-2.0%) büsste hingegen einen Teil der Gewinne vom letzten Freitag nach dem guten Geschäftsausblick wieder ein. Überdurchschnittlich gesucht waren gestern auch Logitech und Amrize (je +2.4%), UBS (+2.0%) sowie Holcim (+1.8%). Die wenigen Verlierer waren Alcon (-0.7%), Givaudan (-0.4%) und Partners Group (-0.3%).
Am breiten Markt fiel Julius Bär (+1.1%) nach Zahlenpublikation auf. Die Privatbank verzeichnete 2025 zwar einen deutlichen Gewinnrückgang infolge von Sondereffekten, übertraf jedoch die Markterwartungen beim Gewinn und bestätigte die Prognosen für die verwalteten Vermögen, die dank positiver Aktienmärkte und Neugeldzuflüssen weiter zulegten. Gleichzeitig machte die Bank Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Sanierungspläne. Technologietitel gerieten nach den Kursverlusten von Microsoft und SAP in der letzten Woche unter Druck, was sektorweite Gewinnmitnahmen auslöste. VAT verlor gestern 0.7%, und auch Comet (-0.9%) sowie Inficon (-0.3%) gaben nach.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.00%, DAX: +1.05%
Die europäischen Aktienmärkte machten die anfänglichen Verluste im Tagesverlauf wett und verzeichneten klare Gewinne. Positive Impulse kamen von verbesserten Stimmungsdaten aus der Industrie auf beiden Seiten des Atlantiks. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx50 schloss 1.0% höher. Noch stärker avancierten der spanische IBEX35 (+1.3%), der britische FTSE100 (+1.2%) sowie der italienische FTSE MIB und der deutsche DAX (je +1.1%), während der französische CAC40 um 0.7% stieg. Aus Branchensicht konnten die Sektoren Finanzen, Gesundheit und Kommunikationsdienste am stärksten zulegen. Unter Abgaben litten hingegen die Bereiche Energie, Immobilien und Versorger.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +1.05%, S&P 500: +0.54%, Nasdaq: +0.56%
Die amerikanischen Aktienmärkte starteten mit Gewinnen in die Handelswoche. Am deutlichsten avancierte der Leitindex Dow Jones (+1.1%), gefolgt vom technologielastigen Nasdaq (+0.6%) und dem marktbreiten S&P 500 (+0.5%). Gestützt wurde die positive Stimmung von besser als erwarteten Stimmungsdaten aus der Industrie. Nach Zahlenpublikation ist gestern Walt Disney (-7.4%) aufgefallen. Hohe Werbeausgaben belasteten die Zahlen, während ein leicht besserer bereinigter Gewinn je Aktie, steigende Umsätze und ein bestätigter Ausblick die Marktteilnehmer nicht überzeugten. Die Aussichten auf Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran drückten die Ölpreise und belasteten auch Energietitel wie Exxon Mobil, ConocoPhillips und Chevron, die bis zu 2.1% nachgaben. Nach Börsenschluss präsentierte Palantir seine Zahlen zum 4. Quartal 2025 und überraschte mit einem Umsatzanstieg von 70% auf USD 1.41 Mrd. sowie rekordhohen Vertragsabschlüssen, was die starke KI-Dynamik des Unternehmens unterstreicht. Die Aktie des Softwareherstellers zog nachbörslich deutlich an.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.28%; DE: 2.87%; CH: 0.26%
Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg gestern um vier Basispunkte. Unterstützung erhielten die US-Zinsen durch robuste Daten aus der US-Industrie sowie durch leicht angepasste Erwartungen an den künftigen geldpolitischen Kurs, nachdem mit Kevin Warsh der Nachfolger von Jerome Powell bekannt wurde. Im Sog der steigenden US-Renditen legten auch die Zinsen in der Schweiz gestern leicht zu und unterbrachen damit ihren seit mehreren Tagen anhaltenden Abwärtstrend.
Währungen
Euro in Franken: 0.919
US-Dollar in Franken: 0.778
Euro in US-Dollar: 1.182
Die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank hat die Sorgen um deren Unabhängigkeit etwas gedämpft. In der Folge konnte sich der US-Dollar leicht erholen, während der Schweizer Franken zum Wochenauftakt weniger gefragt war. Ein US-Dollar kostet aktuell wieder fast 78 Rappen und damit fast zwei Rappen mehr als am Tiefstand der vergangenen Woche. Seit Jahresbeginn hat der Franken gegenüber dem US-Dollar jedoch insgesamt um rund 2% aufgewertet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 61.77 pro Fass
Goldpreis: USD 4'878.29 pro Unze
Gestern Vormittag setzte sich der Preisrutsch vom Freitag beim Gold zunächst fort. Nachdem der Goldpreis am Freitag um fast 500 US-Dollar pro Unze korrigiert hatte, fiel er gestern Vormittag vorübergehend um weitere 500 US-Dollar auf rund 4’400 US-Dollar pro Unze. Anschliessend setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. Aktuell notiert Gold wieder über 4’800 US-Dollar pro Unze und liegt damit rund 11% über dem Niveau zu Jahresbeginn.
Der Ölpreis reagierte hingegen mit deutlichen Abgaben auf die Nachricht, dass die USA wieder Gespräche mit dem Iran aufnehmen wollen. Die Aussicht auf Verhandlungen reduziert die Gefahr eines US-Militärschlags. Der Preis der US-Sorte WTI gab gestern entsprechend um 4.7% nach.
Wirtschaft und Konjunktur
Schweiz: Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)
aktuell: 48.8 (erwartet: 47.1, Vormonat: 46.4)
Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich zum Jahresbeginn von tiefem Niveau etwas aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) ist im Januar auf 48.8 Punkte gestiegen. Trotz des jüngsten Anstiegs verharrt der Index unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und deutet damit weiterhin auf eine verhaltene Industriekonjunktur. Die Produktion hat erstmals seit August wieder zugenommen. Zudem hat sich der Auftragsrückgang verlangsamt. Die Beschäftigungssituation bleibt hingegen angespannt.
USA: Einkaufsmanager-Index Industrie (Januar)
aktuell: 52.6 (erwartet: 48.5; Vormonat: 47.9)
Die Dynamik im US-Industriesektor hat zu Jahresbeginn deutlich zugenommen. Der Einkaufsmanagerindex des Institute of Supply Management hat Januar überraschend stark zugelegt und kletterte über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Besonders stark zugenommen hat der Subindex für den Auftragsbestand. Auch die Produktion wurde gesteigert. Die Beschäftigungsaussichten bleiben hingegen trotz Aufhellung verhalten.
Céline Koster
8021 Zürich
Anja Felder
8021 Zürich
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