13. Februar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
KI-Sorgen belasten den globalen Logistiksektor
Nach aufkommenden Marktängste im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und möglichen negativen Auswirkungen stand der globale Logistiksektor unter Druck. Dank der defensiven Indexschwergewichte rutschte der SMI nicht stärker ab. Heute stehen die Zahlen von Mobimo im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.13%, SPI: -0.06%, SMIM: +0.45%
Der Schweizer Aktienmarkt legte zum Handelsstart zunächst zu und erreichte zeitweise sogar ein neues Rekordniveau. Dieses konnte jedoch nicht bis Handelsschluss gehalten werden. Am späten Nachmittag bröckelten die anfänglichen Kursgewinne deutlich ab. Insbesondere Logistikwerte gerieten stark unter Druck. Auslöser waren Marktängste im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und deren möglichen negativen Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Branche. Während zyklische Titel teilweise deutliche Kursverluste verzeichneten, waren defensive Werte gesucht. Den Indexschwergewichten war zu verdanken, dass der SMI nicht noch stärker im Minus schloss. Der SMI schloss letztlich mit einem Minus von 0.1%.
Für besonderes Aufsehen sorgten die Aktien von Kühne + Nagel, die ab 16.00 Uhr regelrecht einbrachen und mit einem Minus von 13.0% aus dem Handel gingen. Unternehmensspezifische Nachrichten lagen nicht vor. Vielmehr sorgte ein Bericht der Manila Times für Verunsicherung. Demnach soll eine KI-Plattform namens «SemiCab» die Produktivität von Logistikunternehmen um bis zu 400% steigern können ohne zusätzliches Personal. Diese Spekulationen führten europaweit zu deutlichen Kursverlusten bei Logistikunternehmen. Auch der Zementkonzern Holcim geriet mit einem Minus von 8.5% stark unter Druck, nachdem sich der deutsche Kanzler Friedrich Merz im Rahmen eines Gipfeltreffens kritisch gegenüber möglichen Lockerungen von Klimaschutzvorschriften äusserte. In Sippenhaft genommen wurde in diesem Zusammenhang auch Amrize (-2.3%). Logitech verlor 7.2%, nach negativen Vorgaben von US-Technologiewerten.
An der Tabellenspitze standen defensive Titel. Swisscom legte nach einem durchwachsenen Zahlenset um 1.9% zu. Positiv aufgenommen wurde insbesondere die Ankündigung, die Dividende nach 16 Jahren erstmals um 4 Franken auf CHF 26 je Aktie erhöhen zu wollen. Auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (+1.4%) war gefragt. Die Indexschwergewichte Roche (+0.8%) und Novartis (+0.6%) legten ebenfalls zu. Daneben verbuchten auch Swiss Re (+1.3%) und Alcon (+0.8%) Kursgewinne. Die Aktien der BCV schlossen nach einem soliden Zahlenset und einer unveränderten Dividende mit einem Plus von 3.6%. Montana Aerospace verlor trotz eines über den Erwartungen liegenden Umsatzes 2.3%. Schindler (+1.7%) konnte nach dem deutlichen Kursrückgang am Mittwoch im Zuge der Zahlenvorlage wieder etwas Boden gutmachen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.40%, DAX: -0.01%
Die europäischen Aktienmärkte gaben gestern nach einem positiven Start nach und beendeten den Tag überwiegend im Minus. Einzig der französische CAC40 (+0.3%) konnte sich im positiven Bereich halten. Die stärksten Abgaben verzeichnete der spanische IBEX35 (-0.8%). Auf Sektorenebene waren die Bereiche Kommunikationsdienste, Nichtzyklischer Konsum und Immobilien gefragt. Unterdurchschnittlich schnitten die Sektoren Grundstoffe, Technologie und Finanzen ab. Europaweit standen die Logistiker aufgrund der plötzlich aufkommenden KI-Ängste unter Druck. So standen auch der dänische Logistiker DSV (-10.5%), Maersk (-3.3%) oder die DHL (-4.9%) im Minus.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -1.34%, S&P 500: -1.57%, Nasdaq: -2.03%
Die amerikanischen Aktienmärkte legten gestern angesichts wieder zunehmender Skepsis gegenüber den hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz insbesondere im Technologiesektor sowie einer allgemein erhöhten Nervosität den Rückwärtsgang ein. Der technologielastige Nasdaq gab um 2.0% nach, gefolgt vom marktbreiten S&P500 (-1.6%) und vom US-Leitindex DowJones (-1.3%). Im Zuge der Unsicherheit waren defensive Bereiche wie Versorger, Nichtzyklischer Konsum und Immobilien verstärkt gefragt. Die wirtschaftssensitiven Bereiche Technologie, Energie und Finanzen standen hingegen deutlich im Gegenwind. Der Netzwerkausrüster Cisco büsste 12.3% ein, nachdem der Margenausblick die Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Der Logistiker C.H. Robinson Worldwide (-14.5%) geriet wie die ganze Branche deutlich unter Abgabedruck.
Unternehmensberichte
Mobimo mit solidem Zahlenset und zuversichtlichem Ausblick
Mobimo konnte im Geschäftsjahr 2025 den Mietertrag um 0.5 Mio. auf CHF 145.5 Mio. steigern, was vor allem auf Portfoliozugänge zurückzuführen ist. Der Erfolg aus Vermietung erhöhte sich um 1.5% auf CHF 125.5 Mio. Deutlich dynamischer entwickelte sich der Promotionserfolg (Entwicklung und Verkauf), der um 60.5% auf CHF 53.3 Mio. zulegte. Der Erfolg aus Neubewertungen verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf CHF 106.9 Mio. Dies ist auf die positive Dynamik am Immobilienmarkt, das anhaltende Tiefzinsumfeld sowie die hohe Qualität des Portfolios und der Entwicklungsprojekte zurückzuführen. Der EBIT stieg um 17.1% auf CHF 150.4 Mio. Insgesamt blieb ein 15.7% höherer Reingewinn ohne Neubewertungen von CHF 105.6 Mio. Die Leerstandsquote erhöhte sich um 4.1%. Die Eigenkapitalquote lag bei 47.4% nach 48.3% im Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Mobimo zuversichtlich. Die Entwicklungspipeline ist weiterhin gut gefüllt. Der Mietertrag soll organisch um rund 3% wachsen, während der Erfolg aus Entwicklungen und Verkauf Promotionen bei etwa CHF 25 Mio. erwartet wird. Aufgrund des Abschlusses einer Sanierung rechnet das Unternehmen mit einer leicht höheren Leerstandsquote von 4.5%. Der Generalversammlung wird eine unveränderte Dividende von CHF 10.25 je Aktie vorgeschlagen. Das Zahlenset erfüllt insgesamt die Erwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.11%; DE: 2.78%; CH: 0.29%
Die Sorgen an den Aktienmärkten befeuerten am gestrigen Handelstag die Nachfrage nach sogenannt sichereren Anleihen. Insbesondere US-Staatsanleihen waren gefragt. Die Rendite des richtungsweisenden 10-jährigen US-Treasuries sank um ganze 8 Basispunkte und liegt damit wieder tiefer als zu Jahresbeginn. Die Renditen in Europa gaben ebenfalls leicht nach, wenn auch etwas weniger stark.
Währungen
Euro in Franken: 0.913
US-Dollar in Franken: 0.770
Euro in US-Dollar: 1.186
Auch an den Devisenmärkten war gestern Sicherheit Trumpf. Entsprechend legten die als «sichere Häfen» geltenden Währungen aus Japan und der Schweiz zu. Damit bleibt insbesondere der Franken weiter auf Aufwertungskurs – getrieben von globalen Unsicherheiten und der Suche nach Alternativen zum US-Dollar. Gegenüber der US-Währung resultiert seit Anfang Jahr ein Anstieg von 2.8%, gegenüber dem Euro beträgt der Zugewinn 1.9%.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 62.71 pro Fass
Goldpreis: USD 4'952.65 pro Unze
Die gestiegene Risikoaversion machte auch vor dem Ölpreis nicht halt und der Preis für ein Fass Öl der Sorte WTI fiel am gestrigen Handelstag um knapp 3%. Zudem wird der Ölpreis weiterhin von den Spannungen zwischen den USA und dem Iran geprägt. US-Präsident Trump warnte den Iran gestern erneut vor «schwerwiegenden Konsequenzen», sollte sich das Land nicht mit den USA einigen.
Gold erfüllte seine Funktion als Sicherheitsanker gestern für einmal nicht. Trotz gestiegener Risikoaversion fiel der Goldpreis am gestrigen Handelstag um gut 2% und damit wieder unter die Marke von 5'000 US-Dollar pro Unze. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Marktteilnehmer Edelmetalle verkauften, um die Verluste am Aktienmarkt zu decken.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Angela Truniger
8021 Zürich
Patrick Häfeli
8021 Zürich
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