21. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Gold erreicht neues Allzeithoch
Die Aktienmärkte wurden gestern erneut von der Sorge vor einer Eskalation im Streit um Grönland belastet. Der Goldpreis erreichte hingegen mit über USD 4'800 ein neues Allzeithoch.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: -0.81%, SPI: -0.74%, SMIM: -0.59%
Der Schweizer Aktienmarkt verharrte den dritten Handelstag in Folge im Korrekturmodus. Nach wie vor sorgen die Spannungen zum Thema Grönland und damit verbundene Zolldrohungen für Gegenwind. Der Schweizer Leitindex SMI gab um 0.8% nach. Von den 20 grosskapitalisierten Werten konnte sich nur Alcon (+2.2%) im Plus halten. Tagesverlierer waren Logitech (-4.3%), Geberit (-1.6%), und Amrize (-1.5%). Logitech litt unter einer weiteren Broker-Abstufung. Als Grund für die jüngsten Abstufungen werden meist die Preissteigerungen bei den Speicherchips angeführt, welche dann wiederum die Preise für PCs erhöhen und dadurch auf die Nachfrage drücken. Dies, so die Argumentation der Analysten, soll dann wiederum die Nachfrage nach Bediengeräten von Logitech dämpfen. Im Gesundheitsbereich fielen die Kursentwicklungen uneinheitlich aus. Während sich Alcon, auch danke einer Brokeraufstufung, positiv entwickelte, gaben Roche (-0.2%) und Novartis (-1.1%) nach.
Im breiten Markt konnten sich Sonova (+2.5%), Siegfried (+1.8%) und Straumann (+0.2%) ebenfalls dem negativen Trend entziehen. Unter Abgabedruck standen die Aktien von BKW (-12.9%). Eine Wertberichtigung auf ein Kohlekraftwerk in Deutschland sorgte für eine Gewinnwarnung. Negativer wie der Abschreiber wurde vom Markt aber der EBIT-Ausblick für das Jahr 2025 und 2026 aufgenommen. Für 2025 lag dieser am unteren Ende der ursprünglich kommunizierten Bandbreite und für 2026 klar unter den Markterwartungen. Ebenfalls nach unten ging es für die Online-Apotheke DocMorris (-8.6%). Das Unternehmen blieb 2025 im E-Rezept-Geschäft hinter den Analystenerwartungen zurück. Die Zahlen von Komax zu Umsatz und Auftragseingang wurden mit Erleichterung aufgenommen. Die Aktie legte um 4.3% zu.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.57%, DAX: -1.03%
Auch an den europäischen Aktienmärkten zeigten die Kurse, angesichts der transatlantischen Spannungen, weiter nach unten. Der länderübergreifende EuroStoxx50 verlor 0.6%. Der französische CAC40 gab um 0.6% und der deutsche DAX um 1.0% nach. Das Segment der Luxusgüter-Aktien stand aufgrund der US-Zolldrohungen weiter unter Druck. LVMH verlor 2.5%, nachdem US-Präsident Trump mit Zöllen von 200% auf Wein und Champagner drohte. Nach oben ging es hingegen mit den Aktien von Totalenergies (+1.1%), nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -1.76%, S&P 500: -2.06%, Nasdaq: -2.39%
Die amerikanischen Aktienmärkte starteten mit klaren Abgaben in die verkürzte Handelswoche. Der Leitindex DowJones büsste 1.8% ein. Der breiter gefasste S&P500 gab um 2.1% nach und der technologielastige Nasdaq um 2.4%. Unter Druck standen die Aktien von 3M (-8.5%). Der Mischkonzern lag mit dem bereinigten operativen 4. Quartalsergebnis und dem Ausblick für das laufende Jahr hinter den Erwartungen zurück. Der Streaming-Anbieter Netflix (-2.5%) legte bei seiner Übernahmeofferte für Warner Brothers nach. Die gebotenen USD 83 Mrd. werden nun komplett in bar angeboten. Ausserdem präsentierte das Unternehmen nach Börsenschluss die Jahreszahlen. Umsatz und Gewinn sowie mehr als 325 Mio. gemeldete zahlende Abonnenten lagen über den Erwartungen, jedoch gab die Aktie aufgrund des Ausblicks zur operativen Marge nachbörslich nach. Nach oben ging es für die Edelmetallförderer Newmont (+2.5%) und Agnico Eagle Mines (+4.1%), welche von den Rekorden beim Gold- und Silberpreis profitierten. Auf Sektorenebene konnte sich nur der Bereich Nichtzyklischer Konsum im Plus halten. Stärkste Abgaben verbuchten die Branchen Technologie, Zyklischer Konsum und Finanzen.
Unternehmensberichte
Barry Callebaut bleibt hinter den Erwartungen zurück und wechselt den CEO aus
Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut legte heute Morgen die Zahlen zum 1. Geschäftsquartal 2025/26 vor. Die Verkaufsvolumen sanken um 9.9% auf 509'401 Tonnen. Das Volumen sank in der Sparte Global Chocolate um 6.8% und im Bereich Global Cocoa um 22.0%. Gründe für den Volumenrückgang waren die Zurückhaltung der Konsumenten beim Schokoladenkauf aufgrund der gestiegenen Preise, der Fokus auf profitablere Segmente sowie eine Panne in einem Werk in Kanada. Im Gegensatz zu den verkauften Volumen stieg der Umsatz um 6.4% auf CHF 3.67 Mrd., da die höheren Kakaopreise an die Kunden weitergereicht werden konnten. In Lokalwährung lag das Wachstum bei 8.9%. Mit den Volumenzahlen verfehlte Barry Callebaut die Analystenerwartungen. Weiter teilte das Unternehmen mit, dass der frühere Unilever-CEO Hein Schumacher per 26. April 2026 den CEO-Posten von Peter Feld übernehmen wird.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.27%; DE: 2.86%; CH: 0.28%
Nachdem die US-Märkte am Montag geschlossen waren, gerieten die US-Staatsanleihen gestern unter Druck, wodurch die langfristigen Renditen auf den höchsten Stand seit vier Monaten stiegen. Auslöser waren der Ausverkauf japanischer Staatsanleihen sowie die Folgen des Schlagabtauschs von Präsident Trump mit europäischen Verbündeten über die Kontrolle Grönlands, was die Nachfrage nach US-Staatsanleihen schmälerte. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe legte gestern um 7 Basispunkte zu und überschritt kurzzeitig die Marke von 4.30%.
Währungen
Euro in Franken: 0.927
US-Dollar in Franken: 0.791
Euro in US-Dollar: 1.171
Die Konfrontationspolitik von Präsident Trump gegenüber Nato-Verbündeten setzte dem US-Dollar zu. Das USD/CHF-Währungspaar verlor gestern rund einen Rappen und handelte bei 79 Rappen auf dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn. Auch der Euro geriet gegenüber dem Franken etwas unter Druck und notierte mit knapp unter 93 Rappen auf einem Zweimonatstief. Heute richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf die Rede von Donald Trump am World Economic Forum in Davos und auf die Frage, ob sich die Rhetorik nochmals verschärft oder entspannt.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 59.88 pro Fass
Goldpreis: USD 4'848.26 pro Unze
Im Umfeld schwächerer Aktienmärkte sowie neuer Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump im Grönland-Streit zeigte sich in den letzten Tagen eine verstärkte Umschichtung hin zu Edelmetallen. Der Goldpreis ist seit Wochenbeginn um rund 6% gestiegen und notiert heute Vormittag erstmals über USD 4'800 pro Unze. Auch der Silberpreis legte um weitere 5% zu. Das im Vergleich zu Gold volatilere Silber hat seit Jahresbeginn rund einen Drittel zugelegt.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert. Heute wird unter anderem US-Präsident Donald Trump am World Economic Forum (WEF) in Davos eine Rede halten.
Daniel Wachter
8021 Zürich
Tobias Kistler
8021 Zürich
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