16. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Einzeltitel sorgen für Bewegung am Schweizer Aktienmarkt
Während der SMI gestern kaum vom Fleck kam, sorgten Unternehmenszahlen für teils deutliche Einzeltitelreaktionen.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.09%, SPI: +0.28%, SMIM: +0.91%
Der Schweizer Aktienmarkt präsentierte sich trotz teils starker Einzeltitelbewegungen insgesamt verhalten. Der Schweizer Leitindex SMI legte nur minimal um 0.1% zu, während der klein- und mittelkapitalisierte SMIM um 0.9% höher schloss. Von den 20 Werten im SMI hielten sich die Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Der Private Equity Spezialist Partners Group stand mit einem Plus von 7.7% an der Spitze der Gewinnerliste. Das Unternehmen hatte mit starken Zahlen die Erwartungen übertroffen. Dahinter reihten sich ABB (+2.6%), Sika (+2.2%) und Lonza (+1.1%) ein. Die Indexschwergewichte notierten derweil uneinheitlich. Während Roche leicht zulegen konnte (+0.5%), schlossen Nestlé (-0.0%) unverändert und Novartis (-1.4%) gab nach. Auf der Verliererseite fiel der Sanitärtechniker Geberit auf, der mit einem Minus von 4.1% deutlich nachgab. Geberit konnte mit den Vorabzahlen die Markterwartungen zwar erfüllen, wurde aber von Gewinnmitnahmen getroffen. Auch der Luxusgüterkonzern Richemont (-2.4%) geriet unter Druck, obwohl die Erwartungen deutlich übertroffen werden konnten.
Am breiten Markt sorgten die Aktien der Halbleiterwerte für deutliche Kursavancen. Die Aktien des Ostschweizer Halbleiterausrüsters VAT sprangen um 15.8% nach oben, gestützt von einem starken Auftragseingang und Umsatzwachstum, die auf eine Erholung in der Halbleiterindustrie hindeuten. Im Zuge dessen avancierten auch Inficon (+8.4%) und Comet (+4.7%). Bossard (+6.0%) konnte nach einem besser als erwarteten Zahlenset ebenfalls deutlich zulegen. Temenos hatte zwar ein leicht über den Analystenerwartungen liegendes Ergebnis präsentiert und war schneller als der Markt gewachsen. Dennoch kam es zu Gewinnmitnahmen, was die Aktie um 3.5% belastete. Die stärksten Avancen im SPI verzeichnete Ascom mit einem Kurssprung von 17.0%. Ascom übertraf die Erwartungen und steigerte den Umsatz um 1.9% auf CHF 292.1 Mio. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 3.8%. Alle Regionen trugen zum Umsatzanstieg bei, wobei insbesondere die Region USA & Kanada positiv hervorstach mit einem Plus von 7.3%. Die EBITDA-Marge wird nun zwischen 11.5% bis 12.0% (2024: 7.4%) erwartet, was auf operative Verbesserungen und das Umsatzwachstum zurückzuführen ist. Der Reingewinn soll demnach deutlich ansteigen und voraussichtlich im tiefen zweistelligen Millionenbetrag zu liegen kommen. Die detaillierten Jahresergebnisse legt Ascom am 9. März vor.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.60%, DAX: +0.26%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern uneinheitlich. Während der länderübergreifende EuroStoxx50 (+0.6%) und der britische FTSE100 (+0.5%) zulegen konnten, gaben der französische CAC40 (-0.2%) und der spanische IBEX35 (-0.3%) leicht nach. Besonders gefragt war der Technologiesektor, insbesondere die Halbleiterwerte, die von den starken Wachstumsaussichten von TSMC profitierten Der taiwanesische Chipauftragsfertiger kündigte angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Chips an, seine Investitionen in den kommenden drei Jahren weiter auszubauen. In diesem Umfeld sprang die Aktie von ASML um 6.0% nach oben und markierte ein neues Allzeithoch.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.60%, S&P 500: +0.26%, Nasdaq: +0.25%
Die amerikanischen Aktienmärkte schlossen gestern leicht höher. Am stärksten konnte der Leitindex DowJones (+0.6%) zulegen, gefolgt vom marktbreiten S&P500 und vom technologielastigen Nasdaq, die beide je 0.3% avancierten. Auf Sektorenebene gehörten die Bereiche Versorger, Industrie und Immobilien zu den Gewinnern. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Sektoren Energie, Gesundheit und Kommunikationsdienste ab. Unterstützung erhielten die Technologiewerte insbesondere von den anhaltend hohen Wachstumsprognosen des Chipkonzerns TSMC. Positive Impulse kamen zudem aus dem Finanzsektor. Goldman Sachs (+4.6%) und Morgan Stanley (+5.8%) überzeugten mit ihren jüngsten Quartalszahlen und übertrafen die Markterwartungen.
Unternehmensberichte
Swissquote liegt mit vorläufigen Finanzzahlen über Erwartungen
Swissquote veröffentlichte heute Morgen die vorläufigen Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Nettoertrag dürfte sich demnach auf mindestens CHF 720 Mio. belaufen, nach CHF 664.3 Mio. im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn wird voraussichtlich bei fast CHF 420 Mio. liegen, nach CHF 345.6 Mio. im Vorjahr. Zudem konnte Swissquote im Jahr 2025 einen Netto-Neugeldzufluss von CHF 8.5 Mrd. verzeichnen. Die Kundenvermögen beliefen sich per Ende Jahr auf nahezu CHF 89 Mrd. Getragen wurden die Ergebnisse durch das anhaltende Kundenwachstum, resiliente Erträge sowie durch einmalige Effekte mit einem positiven Nettoeinfluss von rund CHF 50 Mio. Der bedeutendste Sondereffekt resultierte aus der Neubewertung der ursprünglichen 50%-Beteiligung von Swissquote an Yuh im Zuge des Erwerbs der verbleibenden Anteile. Der definitive Jahresbericht wird am 19. März 2026 veröffentlicht. Die vorläufigen Zahlen liegen über den Erwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.17%; DE: 2.82%; CH: 0.25%
Robuste Konjunkturdaten liessen die Zinsen in den USA gestern leicht ansteigen. Weiterhin pendelt die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe jedoch innerhalb der Handelsspanne von 4.1% und 4.2%. Wieder nach unten zieht es in diesem Jahr hingegen die Schweizer Zinsen. Diese sind im Dezember im Schlepptau von steigenden Kapitalmarktzinsen in Europa deutlich nach oben geschnellt. Mittlerweile relativiert sich diese Bewegung jedoch wieder. Wir erachten die zum Jahresende gestiegenen Zinserwartungen ebenfalls als verfrüht und erwarten deshalb in den kommenden Wochen wieder leicht tiefere Kapitalmarktzinsen – in Europa und folglich auch in der Schweiz.
Währungen
Euro in Franken: 0.932
US-Dollar in Franken: 0.803
Euro in US-Dollar: 1.161
Kaum Bewegung gab es gestern an den Devisenmärkten. Weiterhin bewegt sich der US-Dollar zum Schweizer Franken um die Marke von 80 Rappen und damit nahe dem Mittelwert des 2. Halbjahres 2025. Seit September zeigt sich auch der Euro zum Schweizer Franken stabil und bewegt sich in einer Handelsspanne von 0.92 bis 0.94 Rappen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 58.97 pro Fass
Goldpreis: USD 4'605.63 pro Unze
Nach den als zurückhaltend ausgelegten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Militärschlag gegen den Iran ist der Ölpreis gestern wieder deutlich gefallen. Noch zur Wochenmitte lag der Ölpreis auf dem höchsten Stand seit Oktober.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Philadelphia Fed Geschäftsklima (Januar)
aktuell: +12.6 (erwartet: -1.4, Vormonat: -8.8)
Der gestern veröffentlichte Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed, welcher die Aktivität im Industriesektor misst, ist im Januar überraschend stark angestiegen. Laut der aktuellen Umfrage bewertet eine Mehrheit der Unternehmen die allgemeine Geschäftslage optimistischer als noch vor Monatsfrist. Positiver zeigt sich insbesondere der «Auftragseingang», während die «Offenen Aufträge» weiterhin negativ beurteilt werden.
Patrick Häfeli
8021 Zürich
Angela Truniger
8021 Zürich
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