28. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Die Rekordjagd in den USA geht weiter
Der S&P 500 stieg gestern auf ein neues Allzeithoch, während der Dow Jones unter Abgaben litt. In der Schweiz stehen heute die Ergebnisse der SMI-Werte Lonza und Logitech im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.56 %, SPI: +0.59%, SMIM: +0.46%
Der Schweizer Aktienmarkt konnte sich gestern den ganzen Tag im Plus halten. Der Leitindex SMI legte um 0.6% zu. Von den 20 grosskapitalisierten Werten legten 14 zu. Angeführt wurde das Tableau von Swisscom (+4.0%), ABB (+1.8%) und Holcim (+1.7%). Der Telekomkonzern profitierte von angekündigten Preiserhöhungen für gewisse Privatkunden-Abos ab April. ABB erhielt Rückenwind von einer Brokeraufstufung. Tagesverlierer waren die Titel von Amrize (-2.4%), Logitech (-1.1%) und Alcon (-1.1%). Die Logitech-Aktien haben seit Mitte Dezember rund einen Viertel an Wert eingebüsst. Nachbörslich hat das Unternehmen zudem die Quartalszahlen vorgelegt.
Im breiten Markt sprang die Aktie von Siegfried um 13.5% nach oben. Der Pharmazulieferer gab bekannt, in den USA und Australien insgesamt drei Fabriken für die Produktion von Small Molecules mit rund 400 Mitarbeitern gekauft zu haben. Ebenfalls stark avancierte die Aktie von Gurit (+11.7%). Die Aktie profitierte von einer Broker Doppelaufstufung und einer weiteren Kurszielerhöhung. Grund dafür sind der Erfolg der laufenden Restrukturierung und der sich stabilisierende Windmarkt. Negativ fiel die Aktien von Sonova (-2.9%) auf. Grund dafür waren enttäuschend aufgenommene regulatorische Vorgaben in den USA für Zahlungen an private Medicare-Versicherungen. Dies bedeutet im Endeffekt strengere Erstattungsbedingungen für Medtech-Geräte wie die Hörgeräte von Sonova. TX Group (+0.6%) gab bekannt, 25 bis 30 Vollzeitstellen abzubauen und per 1. März das Print- und Digitalgeschäft voneinander zu trennen. Einmal mehr ging es für die Halbleiterzuliefere nach oben. Comet (+3.7%), Inficon (+3.2%) und VAT (+2.4%) gingen alle höher aus dem Handel. Deutlich tiefer schlossen Meier Tobler (-6.2%), belastet von enttäuschend aufgenommenen Eckwerten zum abgelaufenen Jahr.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +0.62%, DAX: -0.16%
Die europäischen Aktienmärkte zeigten mehrheitlich nach oben. Der länderübergreifenden EuroStoxx50 legte um 0.6% zu. Der deutsche DAX gab als einziger Markt 0.2% nach. Der französische CAC40 stieg um 0.3% und der italienische FTSE MIB um 1.1%. Auf Sektorenebene waren die Bereiche Versorger, Technologie und Finanzen gefragt. Mit Abgaben notierten die Sektoren Grundstoffe, Zyklischer Konsum und Immobilien.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.83%, S&P 500: +0.41%, Nasdaq: +0.91%
Die amerikanischen Aktienmärkte wurde nur leicht von schwachen Zahlen um das Konsumentenvertrauen gebremst. Es herrschte jedoch eine gewisse Zurückhaltung angesichts des heutigen Zinsentscheids der Notenbank Fed und den anstehenden Unternehmenszahlen der Index-Schwergewichte Microsoft, Meta und Tesla. Der Leitindex Dow Jones gab 0.8% nach, aufgrund des 20.6% Kursverlusts des Index-Schwergewichts UnitedHealth. Das Unternehmen gab einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende Jahr ab. Erstmals seit mehr als 30 Jahren wird ein Umsatzrückgang erwartet. Gleichzeitig standen allgemein die Aktien von Krankenversicherer unter Druck. Grund dafür war die Ankündigung der US-Regierung, die Zahlungen an private Medicare-Versicherungen für sogenannte Advantage-Pläne unverändert zu belassen. Der breiter gefasste S&P 500 legte hingegen um 0.4% zu und erreichte einen neuen Höchststand. Ebenfalls positiv entwickelte sich der technologielastige Nasdaq (+0.9%). Ebenfalls im Fokus stand der Autokonzern General Motors nach den Zahlen. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm und der Ausblick sorgten für eine Kursanstieg von 7.4%.
Unternehmensberichte
Logitech übertrifft mit Zahlen und Ausblick
Nach Börsenschluss legte Logitech die Zahlen zum verschobenen 3. Geschäftsquartal 2025/26 vor. Der Umsatz stieg um 6% auf USD 1.42 Mrd. Zu konstanten Währungen lag das Plus bei 4%. Die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich um 30 Basispunkte auf 43.5%. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 17% auf USD 312.4 Mio. (20.1%-Marge) und der Reingewinn um einen Viertel auf USD 251 Mio. Mit den Zahlen wurden die Analystenerwartungen auf allen Ebenen übertroffen. Für das 4. Geschäftsquartal 2025/26 wird ein Umsatzwachstum von 6% bis 8% und ein bereinigter EBIT von USD 155 bis 165 Mio. erwartet. Dies lag ebenfalls über den Analystenerwartungen. Ausserdem teilte Logitech mit, dass der Anteil der US-Produkte der in China produziert wird, wie geplant von Anfang April bei 40% mittlerweile auf unter 10% gesenkt werden konnte.
Lonza mit starkem Jahr 2025
Der Auftragsfertiger Lonza steigerte im abgelaufenen Jahr den Umsatz um 19.2% auf CHF 6.53 Mrd. Der bereinigte Betriebsgewinn (Core-EBITDA) legte um 24.9% auf CHF 2.06 Mrd. zu. Die entsprechende Marge stieg von 30.2% auf 31.6%. Unter dem Strich resultierte ein 50% höherer Reingewinn von CHF 909 Mio. Die Dividende soll um CHF 1 auf CHF 5 je Aktie angehoben werden. Für das laufende Geschäftsjahr wird in Lokalwährung ein Umsatzwachstum von 11% bis 12% und eine Kern-EBITDA-Marge von 32% erwartet. Das Zahlenset übertrifft die Analystenerwartungen.
Orior baut Verschuldung ab
Der Lebensmittelhersteller Orior erwartet für das abgelaufene Jahr 2025 einen Umsatz von CHF 623 Mio., was einem organischen Umsatzrückgang von 1.5% entspricht. Somit wird dieser über dem Ausblick von -2% bis -4% zu liegen kommen. Der bereinigte EBITDA wird innerhalb des Ausblicks von 5.9% bis 6.3% erwartet. Die Nettoverschuldung konnte auf CHF 153 Mio. reduziert werden (CHF 181 Mio. im Vorjahr).
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.23%; DE: 2.87%; CH: 0.27%
An den Kapitalmärkten dominierte gestern im Vorfeld der heutigen geldpolitischen Lagebeurteilung der US-Notenbank Fed eine abwartende Grundhaltung. Gegenüber Anfang des Jahres notiert die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe derzeit rund 7 Basispunkte höher und bewegte sich in den letzten Tagen auf diesem Niveau. Eine Leitzinsänderung wird nicht erwartet, womit die Fed Funds Rate in der Spanne von 3.50 bis 3.75% verharren dürfte. Die Marktteilnehmer erhoffen sich vielmehr Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren wollen. Derzeit wird eine nächste Zinssenkung für den Sommer erwartet.
Währungen
Euro in Franken: 0.918
US-Dollar in Franken: 0.766
Euro in US-Dollar: 1.199
An den Devisenmärkten haben sich die Währungspaare am Dienstag ausgehend von einem schwächeren Dollar bewegt. Der Euro stieg zum Dollar erstmals seit 2021 wieder über die Marke von 1.20. Auch zum Franken hat der Dollar seit Mitte Januar rund 4 Rappen eingebüsst und sich gestern bei knapp über 0.76 stabilisiert. Der jüngste Rückgang des Dollars erfolgte trotz steigender Renditen von US-Staatsanleihen und der Erwartung, dass die Fed auf ihrer Sitzung heute Abend eine Pause bei weiteren Zinssenkungen einlegen dürfte. Beides gilt traditionell als stützend für die Währung. Tatsächlich hat US-Präsident Trump immer wieder deutlich gemacht, dass er politisch auf tiefere Zinsen drängt, was den Dollar zusätzlich belastet.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 62.83 pro Fass
Goldpreis: USD 5'266.55 pro Unze
Mit den erneuten Warnungen von Präsident Donald Trump an die Adresse des Irans tendierte der Ölpreis fester. Die US-Sorte WTI legte gestern um rund 3% zu und notiert damit auf einem Viermonatshoch. Zugleich trieb ein schwächerer Dollar den Goldpreis gestern auf einen weiteren Rekordstand. Im Vergleich zum Jahresanfang beträgt das Plus beim gelben Edelmetall nun 22%, bei WTI knapp 9%.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Conference Board Konsumentenstimmung (Januar)
aktuell: 84.5 (erwartet: 91.0, Vormonat: 94.2)
Das vom Marktforschungsinstitut Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen ist im Januar auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2014 gefallen und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zwar zeigten sich die Konsumausgaben zuletzt robust, doch die Konsumenten beurteilten insbesondere die Aussichten für die kommenden sechs Monate spürbar zurückhaltender. Als Belastungsfaktoren nannten die befragten Personen neben der Inflation zunehmend auch Zölle, politische Unsicherheiten und den Arbeitsmarkt.
Daniel Wachter
8021 Zürich
Tobias Kistler
8021 Zürich
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