08. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Auftaktschwung geht verloren
Nach dem starken Jahresstart verloren die Aktienmärkte gestern weltweit an Schwung. Trotz starken Pharma-Schwergewichten schloss der SMI praktisch unverändert, unter anderem belastet von schwachen Versicherungswerten.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.01%, SPI: +0.17%, SMIM: +0.86%
Der Schweizer Aktienmarkt stand gestern ganz im Zeichen von starken Pharmawerten und schwachen Finanztiteln. Der SMI gab zwischenzeitliche Kursgewinne im Tagesverlauf wieder her und schloss nahezu unverändert. Unter den besten grosskapitalisierten Werten knüpften die Pharmariesen Novartis (+1.9%) und Roche (+2.5%) an die starke Entwicklung der letzten Tage an. Der Grund dürfte neben positiven Analysteneinschätzungen unter anderem mit grösseren Branchen-Umschichtungen zusammenhängen. Im Soge der Pharmawerte zogen die Aktien des Pharmazulieferers Lonza um 2.2% an. An der Spitze des Tableaus schlossen die Aktien von Geberit 2.7% höher. Das Sanitärtechnikunternehmen wird am 15. Januar 2026 erste Eckdaten zur Umsatzentwicklung im letzten Jahr bekanntgeben. Auf der Verliererseite büssten insbesondere die Versicherungswerte an Terrain ein. Swiss Re (-0.8%) sowie vor allem Zurich Insurance (-3.3%) und Swiss Life (-3.4%) gaben deutlich nach. Ebenfalls klar im Minus schlossen die Aktien von Richemont (-2.8%). Der Luxusgüterhersteller wurde von Aussagen des Sportartikelherstellers Nike belastet, der sich vorsichtig zur jüngsten Absatzentwicklung in China äusserte. Die asiatische Grossmacht stellt einen der wichtigsten Absatzmärkte von Richemont dar. Belastend für den Index wirkte sich zudem das deutliche Kursminus von Nestlé (-2.1%) aus. Nach der jüngsten Rückrufaktion von Babynahrung wurde der Nahrungsmittelkonzern von vorsichten Analystenkommentaren belastet. Nachdem am Dienstag beim Online-Plattform-Betreiber SMG die Einigung mit dem Preisüberwacher für ein Kursfeuerwerk gesorgt hatten, gaben die Aktien einen Teil der Kursgewinne wieder her und fielen um 6.9% zurück. Die Aktien von Orior sackten nach einem vorsichtigen Analystenbericht um 8.5% ab.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: -0.14%, DAX: +0.92%
Die europäischen Aktienmärkte verloren nach dem positiven Jahresauftakt gestern ebenfalls an Schwung und schlossen mehrheitlich tiefer. Im Fokus standen die geopolitischen Spannungen rund um Venezuela und Grönland sowie die EU-Inflationszahlen, die im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Entgegen dem Trend konnte sich der DAX der negativen Stimmung entziehen und schloss 0.9% höher. Angetrieben wurde die Entwicklung beim deutschen Leitindex unter anderem vom Schwergewicht Siemens (+3.5%). Der Industriekonzern kündigte im Rahmen der US-Technikmesse CES eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem KI-Schwergewicht Nvidia an. Ebenfalls gefragt waren die Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall (+4.9%). Europaweit deutlich unter Druck standen hingegen Aktien aus dem Öl- und Gassektor. Die Gefangennahme des venezolanischen Staatschef Maduro durch die USA und die mögliche US-Subventionen für die lokal tätige Ölindustrie wecken Sorgen vor einer anhaltenden Überversorgung im bereits gut versorgten globalen Rohölmarkt.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.94%, S&P 500: -0.34%, Nasdaq: +0.16%
An den US-Aktienmärkten standen die Marktteilnehmer nach den jüngsten Rekordständen gestern etwas auf die Bremse und nahmen teilweise Gewinne mit. In den Fokus rückt nun der Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der das erste Mal seit dem Ende des Shutdowns wieder regulär veröffentlicht wird. Insbesondere der Dow Jones (-0.9%) und der S&P 500 (-0.3%) schlossen tiefer. Der Nasdaq (+0.2%) konnte sich hingegen dank einigen starken Tech-Schwergewichten knapp im Plus halten. Von den Technologiegiganten konnten sich Alphabet (+2.4%), Nvidia (+1.0%) und Microsoft (+1.0%) der vorsichtigen Stimmung entziehen. Im Fokus standen zudem die Aktien von Intel, die ohne ersichtlichen Grund um 6.4% nach oben schossen.
Unternehmensberichte
Jungfraubahn erhöht Mittelfristziele
Die Jungfraubahn veröffentlichte vor dem heute stattfindenden Investorentag erste Eckdaten zum Besucheraufkommen und eine neue Mittelfristzielsetzung. Im Jahr 2025 stiegen die Besucherzahlen über alle Destinationen hinweg um 3.2% auf 3.9 Mio. Auf dem Jungfraujoch verharrte die Gästezahl auf knapp 1.1 Mio. (-0.2%). Im Rahmen der neuen Zielsetzung soll die operative Gewinnmarge auf Stufe EBITDA bis 2030 auf mindestens 45% steigen (zuvor 43%). Die Umsatzrendite wird bis 2030 neu bei mindestens 25% erwartet (zuvor: 20%). Der kumulierte freie Geldfluss soll zwischen 2025 und 2030 auf mehr als CHF 300 Mio. ansteigen und die Dividenden-Ausschüttungsquote wird auf 50% bis 67% erhöht (zuvor: 40% bis 60%). Den detaillierten Jahresbericht wird das Unternehmen am 31. März 2026 veröffentlichen.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.13%; DE: 2.81%; CH: 0.28%
An den US-Kapitalmärkten steht diese Woche der für Freitag erwartete Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics im Fokus. Davon erhoffen sich die Marktakteure neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed. Leicht schwächer als erwartete Zahlen zu neu geschaffenen Stellen des privaten Anbieters ADP liessen gestern die Rendite auf die massgebende 10-jährige US-Staatsanleihe leicht sinken. Die Rendite liegt aktuell rund 4 Basispunkte unter dem Mittelwert des zweiten Halbjahres 2025. Der nächste Zinsentscheid der Fed erfolgt am 28. Januar.
Währungen
Euro in Franken: 0.931
US-Dollar in Franken: 0.797
Euro in US-Dollar: 1.168
Nach den grossen Bewegungen im ersten Halbjahr 2025 ist der Schweizer Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar seither relativ stabil geblieben. Seit Anfang Juli 2025 hat der Dollar zum Franken rund 0.8% dazugewonnen, während die europäische Gemeinschaftswährung 0.3% an Wert eingebüsst hat.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 56.11 pro Fass
Goldpreis: USD 4'433.13 pro Unze
Vor dem Hintergrund der US-Intervention in Venezuela und der möglichen Kontrolle der dortigen Ölproduktion bleibt der Ölpreis unter Druck. Ein Fass der US-Sorte WTI kostet aktuell nur wenig mehr als 56 US-Dollar – rund einen Dollar weniger als noch Anfang Jahr. Venezuela steuert derzeit rund 1% zur weltweiten Ölförderung bei. Unabhängig von der weiteren politischen Entwicklung würde eine nennenswerte Produktionsausweitung voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen, da sich die bestehende Förderinfrastruktur in einem schlechten Zustand befindet.
Wirtschaft und Konjunktur
USA: Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor (Dezember)
aktuell: 54.4 (erwartet: 52.2, Vormonat: 52.6)
Die Geschäftslage im US-Dienstleistungssektor hat sich im Dezember entgegen den Erwartungen klar verbessert. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex, herausgegeben vom Institute of Supply Management, ist kräftig angestiegen und liegt mit 54.4 deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der aktuelle Wert entspricht dem höchsten Stand seit über einem Jahr. Getrieben wurde der jüngste Anstieg unter anderem von Verbesserungen bei den neu eingegangenen Bestellungen. Im Gegensatz zur Industrie bleibt der US-Dienstleistungssektor damit weiterhin auf einem robusten Wachstumskurs.
Eurozone: Inflationsrate YoY (Dezember)
aktuell: 2.0% (erwartet: 2.0%, Vormonat: 2.1%)
Die Inflationsrate in der Eurozone bewegt sich weiterhin nahe am Zielwert der Europäischen Zentralbank. Im Dezember 2025 sind die Konsumentenpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.0% angestiegen, nach 2.1% im November. Dämpfend wirkten insbesondere sinkende Energiepreise. Zwar ist auch die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie im Dezember leicht gesunken. Sie bleibt mit 2.3% aber weiterhin leicht erhöht.
Roman Elbel
8021 Zürich
Matthias Müller
8021 Zürich
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