10. Februar 2026, CIO-Sicht | Meine Anlagewelt | Währungen

Auf den Franken kann man zählen

Für den Franken spricht einiges: politische und wirtschaftliche Stabilität, tiefe Verschuldung und eine deutlich tiefere Inflation als im Ausland.

Das neue Jahr hat politisch mindestens so turbulent angefangen, wie das alte aufgehört hat. Die Amerikaner schlagen wild um sich, sehen sich heute als globale Ölbarone und morgen als moderne Kreuzritter, die die Welt erobern wollen. Davon profitieren die klassischen sicheren Häfen wie Gold und der Schweizer Franken, während das Vertrauen in den US-Dollar weitere Schläge einsteckt.

Für den Franken spricht einiges, nicht nur die politische und wirtschaftliche Stabilität in einem immer unsicherer werdenden Umfeld. Die Verschuldung der Eidgenossenschaft ist im internationalen Vergleich gering und nur im Inland ein Thema. Die Inflation ist 2 Prozentpunkte tiefer als in der Eurozone und liegt fast 3 Prozentpunkte unter der amerikanischen Teuerung. Allein der Inflationsausgleich über die Währung, der in der mittleren Frist gut funktioniert, führt zu einer Aufwertung des Frankens zum Euro und zum US-Dollar von ein paar Rappen pro Jahr.

Dazu kommt der Mythos der Sicherheit, der zwar für das Selbstbild der Schweiz gut ist, aber für die Schweizer Exportindustrie eine Belastung darstellt. Wenn die Absatzmärkte im Ausland aus konjunkturellen oder politischen Gründen unter Druck sind, steigt der Franken überdurchschnittlich stark und verteuert ihre Produkte zusätzlich. Die Nationalbank hat über den Kauf von Devisenreserven lange dagegengehalten und den Franken geschwächt. Momentan verhält sie sich ruhig und greift nur ein, wenn die Aufwertung sehr stark ist. Das war im letzten April der Fall, als der US-Dollar zum Franken innert kurzer Zeit fast 10% an Wert einbüsste.

Schweizer Anlegerinnen und Anleger sind daran gewöhnt, dass auf den Fremdwährungen Verluste anfallen. Das heisst nicht, dass man keine ausländischen Aktien kaufen soll. Der Mehrertrag einer guten Aktie macht allfällige Währungsverluste meistens wett. Bei Obligationen in Fremdwährungen sollte man hingegen vorsichtig sein. Der optisch attraktive höhere Zins einer Obligation in US-Dollar oder in britischem Pfund verschwindet häufig im Nebel des starken Frankens.

Thomas Stucki

Portraitfoto von Thomas Stucki, Leiter Investment Center bei der St.Galler Kantonalbank
Leiter Investment Center
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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