14. Januar 2026, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Anlaufende Berichtssaison belastet SMI

Der SMI konsolidierte gestern nach den jüngst erreichten Höchstständen. Belastet wurde er unter anderem von der angelaufenen Berichtssaison.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.46%, SPI: -0.51%, SMIM: -0.70%

Der Schweizer Aktienmarkt konsolidierte gestern nach den jüngsten Höchstständen. Der Leitindex SMI gab um 0.5% nach. Von den 20 grosskapitalisierten Titeln konnten sich sechs im Plus halten. Angeführt wurde das Tableau von Kühne+Nagel (+0.5%), ABB (+0.4%) und Nestlé (+0.3%). Zur Belastung wurde der Start in die Berichtssaison. Klar schwächster Wert waren die Aktien von Sika (-9.5%). Mit einem Umsatzrückgang von 4.8% im vergangenen Jahr lagen die Verkaufszahlen am unteren Ende der Analystenschätzungen. Besonders ungnädig reagierte der Markt aber auf die gesenkte Gewinnprognose. Neu wird für das abgelaufene Jahr eine EBITDA-Marge von leicht über 19% abzüglich CHF 90 Mio. Einmalkosten erwartet, gegenüber 19.5% bis 19.8% wie im Herbst angekündigt. Im Sog von Sika gaben auch die baunahen Aktien von Amrize (-2.6%), Holcim (-1.5%) und Geberit (-0.6%) nach. Ebenfalls unter Druck stand Partners Group (-2.3%), welche heute Abend Eckwerte zum vergangenen Geschäftsjahr vorlegen. Im breiten Markt stand Lindt & Sprüngli (-2.1%) nach Vorlage der Umsatzzahlen 2025 im Fokus. Das Wachstum lag mit 8.2% bzw. organisch 12.4% über den Analystenerwartungen. Negativ aufgenommen wurde, dass dieses Ergebnis von Preiserhöhungen von 19% getrieben war, bei gleichzeitig 6.6% rückläufigen Volumen. Stark nach oben ging es für die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (+4.2%) sowie für die Titel der Privatbank Julius Bär (+2.8%). Letztere profitierten von einer Broker-Kurszielerhöhung.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.22%, DAX: +0.06%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern uneinheitlich. Der EuroStoxx 50 und der deutsche DAX legten um 0.2% bzw. 0.1% zu. Der französische CAC40 (-0.1%) und der italienische FTSE MIB (-0.4%) gaben hingegen nach. Auf Sektorenebene verbuchten die Bereiche Energie und Technologie die grössten Kursgewinne während die Bereiche Kommunikationsdienste, Versorger und Immobilien die stärksten Abgaben verzeichneten.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.80%, S&P 500: -0.19%, Nasdaq: -0.10%

Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich gestern leicht rückläufig. Wenig Einfluss auf die Kurse hatten die US-Inflationsdaten für den Dezember, welche innerhalb der Erwartungen ausfielen. Der Leitindex DowJones gab um 0.8% nach, während der breiter gefasste S&P500 0.2% einbüsste. Etwas besser halten konnte sich der technologielastige Nasdaq (-0.1%). Bei den Einzelaktien stand der Jahresabschluss der grössten US-Bank, JPMorgan Chase (-3.7%), im Fokus, welche die US-Quartalsberichtssaison richtig eröffnete. Die Erträge, die im Jahresvergleich um 3% stiegen, übertrafen die Analystenerwartungen. Der Gewinn lag jedoch rund 2% tiefer und blieb hinter den Erwartungen zurück. Dies aufgrund von Rückstellungen für drohende Kreditausfälle, die im Zuge der Übernahme der Apple Kreditkarte von Goldman Sachs gebildet wurden. Unter Abgabedruck standen die Aktien von Adobe (-5.0%). Grund dafür war die Ankündigung von Apple (+0.8%), seine Kreativ-Apps künftig im Bündel-Abo zu einem günstigeren Preis anzubieten. Im Gegenwind standen auch die beiden Kreditkartenanbieter Mastercard (-3.3%) und Visa (-4.0%), die unter der Forderung von Präsident Trump, eine Zinsobergrenze einzuführen, litten. Auf Sektorenebene legte die Branchen Energie, Nichtzyklischer Konsum und Immobilien zu. Finanzen und Zyklischer Konsum verloren am stärksten.

Kapitalmärkte

Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 4.17%; DE: 2.85%; CH: 0.27%

An den US-Kapitalmärkten zeigte sich gestern wenig Bewegung. Die veröffentlichten US-Inflationsdaten lieferten keine nennenswerten Impulse für den Handel. Zum Jahresende 2025 lag die Inflationsrate in den USA unverändert bei 2.7%. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe bewegt sich seit über einem Monat in einer engen Spanne zwischen 4.10% und 4.20%. Auch bei den 10-jährigen Staatsanleihen in Deutschland und der Schweiz zeigt sich ein vergleichbares Seitwärtsmuster.

Währungen

Euro in Franken: 0.933
US-Dollar in Franken: 0.801
Euro in US-Dollar: 1.164

Der US-Dollar legte am Dienstagnachmittag nach Veröffentlichung der jüngsten US-Inflationsdaten sowohl gegenüber dem Franken als auch gegenüber dem Euro zu. Der Greenback erholte sich damit leicht vom jüngsten Kursrückgang, der durch den sich zuspitzenden Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Notenbankchef Jerome Powell ausgelöst worden war. Der USD/CHF-Kurs notierte knapp über 0.80 und damit auf dem höchsten Stand seit Dezember. Beim EUR/CHF-Währungspaar zeigte sich wie bereits in den Vorwochen kaum Bewegung.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 60.91 pro Fass
Goldpreis: USD 4'623.50 pro Unze

Am Ölmarkt sorgten die jüngsten Entwicklungen im Iran, wo Massenproteste gewaltsam niedergeschlagen wurden, für Preisauftrieb. US-Präsident Donald Trump drohte mit neuen Zöllen, um die Führung in Teheran unter Druck zu setzen. Für Länder, die Geschäfte mit dem Opec-Mitglied Iran tätigen, sollen demnach Strafzölle auf Einfuhren in die USA in Höhe von 25% gelten. Die vage formulierte Zollandrohung schürte zusätzliche Unsicherheit am Ölmarkt. Der Preis für US-Öl erreichte gestern den höchsten Stand seit Anfang November.

Im Umfeld der fragilen Lage im Iran und der erneuten Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank steht Gold weiterhin in der Gunst der Anleger. Mit dem gestrigen Kursanstieg baute Gold sein Jahresplus auf rund 8% aus.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Inflationsrate YoY (Dezember)
aktuell: 2.7% (erwartet: 2.7%, Vormonat: 2.7%)

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Dezember gegenüber dem Vormonat wie erwartet um 0.3%. Im Jahresvergleich resultiert damit eine Teuerung von 2.7%. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel, verharrte unverändert bei 2.6%. Mangels inflationärer Überraschungen und vor dem Hintergrund statistischer Verzerrungen im Nachgang des teilweisen Regierungsstillstands kann die Fed vorerst weitere Daten abwarten. Gleichzeitig bleibt der Spielraum bestehen, dass der US-Leitzins im ersten Halbjahr 2026 weiter gesenkt werden kann.

Tobias Kistler

Portraitfoto von Tobias Kistler, Senior Finanzanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Portraitfoto von Daniel Wachter, Senior Strategieanalyst bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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