Ein Chartverlauf mit zwei Kursverläufen

05. Januar 2026, CIO-Sicht | Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

An den Aktien kommt man auch 2026 nicht vorbei

Die Aktienmärkte haben sich 2025 trotz den Turbulenzen rund um die amerikanische Zollpolitik erfreulich entwickelt. Die amerikanischen Tech-Aktien legten nach ihrem Einbruch im Frühjahr eine eindrückliche Erholung hin.

Im Fokus

Die Aktienmärkte haben sich 2025 trotz den Turbulenzen rund um die amerikanische Zollpolitik erfreulich entwickelt. Die amerikanischen Tech-Aktien legten nach ihrem Einbruch im Frühjahr eine eindrückliche Erholung hin. Von der starken Nachfrage nach Tech-Titeln profitierten auch die Aktien in China und den anderen ostasiatischen Ländern, während in Europa die Rüstungsprogramme der EU-Länder das Zugpferd waren. Die Schweizer Aktien konnten trotz eines guten Starts und einem zweistelligen Wertzuwachs mit den anderen Märkten nicht mithalten. Die Performance der Aktienindizes täuscht jedoch darüber hinweg, dass verschiedene Aktien trotz guten Zahlen der Firmen deutlich an Wert verloren.

Währungsrisiken nicht vergessen

2025 hat den Schweizer Anlegerinnen und Anlegern einmal mehr ins Bewusstsein gerufen, dass die Währungsrisken auch bei den Aktien nicht ausgeblendet werden dürfen. Die Schwäche des US-Dollars machte die Kursgewinne der US-Aktien weitgehend zunichte. Auch in China und in Japan trübte die Währungsentwicklung die Freude. In Franken gerechnet schafften es die Schweizer Aktien trotz der tieferen Performance hinter den europäischen Märkten dennoch aufs Podest.

US-Wirtschaft ist das Zünglein an der Waage

Die geopolitischen Unsicherheiten und die aggressive Handelspolitik der Amerikaner werden 2026 ein Thema bleiben. Dennoch sind die Vorgaben für die Aktienmärkte nach wie vor gut. Die Wirtschaft in den USA zeigt sich widerstandsfähiger als befürchtet. Zudem wird die Fed ihren Leitzins weiter senken. Die anhaltenden Investitionen in Technologie und in KI-Infrastruktur werden eine wichtige Stütze der Wirtschaft bleiben. Die US-Regierung wird im Vorfeld der Zwischenwahlen im nächsten Herbst ein grosses Interesse haben, die Konjunktur nicht zusätzlich zu belasten. Wir gehen daher von einem ansprechenden Wachstum in den USA aus. Für Europa und vor allem für Deutschland sind die konjunkturellen Erwartungen bescheiden. Das öffnet den Raum für positive Überraschungen.

Unternehmen sind anpassungsfähig

Die grossen, börsenkotierten Unternehmen haben 2025 gezeigt, dass sie sich an die rasch ändernden Rahmenbedingungen gut anpassen können. Es zahlt sich aus, dass die Firmen gefühlt seit der Finanzkrise 2008 mit einem Sonderereignis nach dem andern konfrontiert sind. Mit dieser Erfahrung haben sie sich breiter aufgestellt und die notwendigen Prozesse zur Anpassung der Strukturen sind eingespielt. Diese Eigenschaft wird auch 2026 gefragt sein. Die Erwartungen der Analysten an die Gewinne der Unternehmen sind entsprechend hoch. Neben einer soliden US-Wirtschaft sind die Gewinnsteigerungen der Firmen die zweite Grundlage für unseren positiven Ausblick,

Schweizer Aktien mit Aufholpotenzial

Wer am Wachstum der Weltwirtschaft teilhaben will, kommt um eine solide Aktienallokation nicht herum. Da diesbezüglich die USA die Lokomotive sein werden, braucht es eine gewisse Allokation in US-Titeln. Das müssen nicht nur Technologieaktien sein. Der Schweizer Markt lockt in einem unsichereren Umfeld mit seinen konservativen Charakteristiken und einer hohen Dividendenrendite. Verschiedene Schweizer Aktien, welche 2025 abgestraft wurden, haben zudem Aufholpotenzial.

Aktienmärkte

US-Aktienmärkte
Dow Jones: +0.66%, S&P500: +0.19%, Nasdaq: -0.03%

Europäische Aktienmärkte
EuroStoxx50: +1.02%, DAX: +0.20%, SMI: geschlossen

Asiatische Märkte
Nikkei 225: +3.11%, Hang Seng: -0.07%, S&P/ASX 200: +0.01%

Die Aktienmärkte sind ohne klare Richtung in das neue Jahr gestartet. Die wegweisenden Impulse fehlten. Die Aktion der Amerikaner in Venezuela hinterlässt an den Aktienmärkten auch kaum Spuren. Der S&P 500 verlor letzte Woche 1.03%. Die europäischen Aktien stiegen 1.81%, während der Swiss Performance Index die verkürzte Woche mit einem Plus von 0.18% abschloss.

Für die Entwicklung der Aktienmärkte bleiben die Konjunkturentwicklung und die Gewinndynamik bei den Unternehmen die entscheidenden Faktoren. Am amerikanischen Arbeitsmarkt ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Unternehmen zeigen sich weiterhin zurückhaltend bei Neueinstellungen, aber ebenso bei Entlassungen. Für die US-Wirtschaft zentral bleibt die Entwicklung des Konsums. Dieser präsentiert sich nach wie vor robust. In Europa und insbesondere in Deutschland fehlen dagegen klare Anzeichen für einen nachhaltigen Aufschwung. Im Jahr 2026 werden Fiskalmassnahmen gewisse Impulse liefern. Das Wachstum bleibt jedoch unterdurchschnittlich. Die Schweizer Wirtschaft kann sich diesem Umfeld nur begrenzt entziehen und wird ebenfalls ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Das Wachstum der Weltwirtschaft bleibt insgesamt verhalten, aber positiv. Aktien sind die bevorzugte Anlageklasse, um an diesem Wachstum zu partizipieren. Eine zentrale Frage ist, wie lange der Aufschwung im amerikanischen Technologiesektor noch anhalten kann. Zuletzt sorgten die zunehmenden Verflechtungen unter den grossen Tech-Unternehmen für Diskussionen. Ein direkter Vergleich mit der Situation bei der Dotcom-Blase drängt sich zwar fundamental aufgrund der soliden Gewinndynamik nicht auf, doch die Risiken einer Korrektur nehmen zu. Gleichwohl überwiegt derzeit an den Märkten das Vertrauen, dass Chancen und Risiken einander die Waage halten.

Kapitalmärkte

Renditen 10 J: USA: 4.179%; DE: 2.900%; CH: 0.321%

Das alte Jahr ist an den Kapitalmärkten ruhig zu Ende gegangen. Die Schwankungen bei den Renditen der Obligationen hielten sich in engen Grenzen. Für dieses Jahr wird wichtig sein, wen Donald Trump als Nachfolger von Jerome Powell als Fed-Vorsitzenden nominieren wird. Ein starker Anstieg der Renditen langlaufender US-Anleihen ist möglich, wenn eine zu loyale Person, die für starke Zinssenkungen der Fed steht, ausgewählt wird. Für die Zinsen in der Schweiz wird entscheidend sein, wie die Anleger den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung der SNB beurteilen werden. Wir gehen davon aus, dass eine solche vor Ende 2027 kein Thema ist.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.7942
Euro in US-Dollar: 1.1685
Euro in Franken: 0.9280

Der Franken ist zum Jahresende stärker geworden. Allzu viel sollte man in diese Kursbewegung nicht hineininterpretieren. Die Umsätze im Devisenmarkt waren wie in der Altjahrswoche üblich gering.

Rohstoffmärkte

Ölpreis WTI: USD 56.98 pro Fass
Goldpreis: USD 4'403.27 pro Unze

Die Turbulenzen beim Silber haben sich auch auf den Handel mit Gold ausgewirkt. Nachdem die Futures-Börse in den USA die Anforderungen an die Käufer und Verkäufer von Silber-Kontrakten erhöht haben, kam es zu massiven Kursschwankungen im Silber. Diese haben sich auf den Goldmarkt übertragen, wenn auch in einem deutlich geringeren Ausmass.

Wirtschaft

Schweiz: Devisenmarktgeschäfte der SNB (3. Quartal): letzte: 5.05 Mrd. CHF; aktuell: 0.08 Mrd. CHF

Nachdem die SNB im April während des Einbruchs des US-Dollars zu Lasten des Frankens in den Devisenmarkt eingegriffen hat, hat sie sich im dritten Quartal ruhig verhalten. Es gab auch keinen Grund für sie, aktiv zu werden.

Thomas Stucki

Portraitfoto von Thomas Stucki, Leiter Investment Center bei der St.Galler Kantonalbank
Leiter Investment Center
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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