27. November 2025, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
Aktienbörsen weiter im Aufwind
Die Aktienmärkte knüpften gestern in einem freundlichen Umfeld weltweit an die Kursgewinne vom Vortag an. Gebremst von schwachen Schwergewichen beendete der SMI den Handelstag 0.4% höher. Unternehmensseitig steht heute der Investorentag von Sika im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.40%, SPI: +0.42%, SMIM: +0.53%
Der Schweizer Aktienmarkt knüpfte gestern an die Kursgewinne vom Dienstag an und schloss moderat höher. Für Rückenwind sorgten unter anderem neue Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank. Im Zuge von verhaltenen US-Konjunkturdaten rechnen unterdessen 85% der Marktbeobachter mit einer weiteren Zinssenkung im Dezember. Gebremst von den drei Schwergewichten, die gestern nicht vom Fleck kamen, schloss der SMI 0.4% höher. Die meisten Aktien im Leitindex gingen mit Kursgewinnen aus dem Handel. Besonders gefragt waren Finanzwerte und Zykliker. Zurich Insurance, Swiss Life, Swiss Re, UBS und ABB gehörten mit Kursavancen zwischen 1.0% und 1.8% zu den gefragtesten Titeln. Ebenfalls weiterhin von Aufwind profitierten die Aktien von Alcon (+0.7%), die seit der Zahlenvorlage am 11. November leichte Erholungstendenzen zeigen. Zu den wenigen Tagesverlierern gehörten die Aktien von Givaudan (-0.2%), nachdem ein Broker sich in einer Studie vorsichtig zum Ausblick des Unternehmens äusserte. Im breiten Markt gaben die Aktien von Straumann 2.2% nach und knüpften damit an die Verluste des Vortages an. Die neue ambitionierte Zielsetzung, die der Dentalimplantate-Spezialist am Dienstag präsentierte hatte, stiess in Analystenkreisen auf geteilte Meinungen. Klare Abgaben verzeichneten die Aktien von Emmi (-3.6%), obwohl aus Unternehmenssicht keine relevanten Neuigkeiten veröffentlicht wurden. Generell waren Aktien aus dem defensiven Nahrungsmittelbereich gestern nicht gefragt. Aufwind spürten dagegen die Halbleiterwerte VAT (+3.9%), Comet (+0.5%) und Inficon (+0.8%). Sie erhielten Unterstützung aus dem internationalen Technologiebereich. Die Online-Bank Swissquote (+3.4%) profitierte von einer optimistischen Brokerstudie. Klare Tagesverlierer waren die Aktien von Adecco, die um 11.4% absackten. Der Stellenvermittler bestätigte gestern im Rahmen eines Investorentages zwar seine Mittelfristziele, konnte aber die Bedenken um die weiterhin hohe Verschuldung und eine weitere mögliche Dividendenkürzung nicht vollumfänglich zerstreuen.
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.47%, DAX: +1.11%
Die europäischen Aktienmärkte setzten ihren Aufwärtskurs fort und schlossen deutlich fester. Weiterhin trieb vor allem die Hoffnung auf eine baldige Friedenslösung zwischen der Ukraine und Russland den Investitionsappetit der Marktteilnehmer an. Der EuroStoxx50 baute seine Kursgewinne nach verhaltenem Start im Tagesverlauf stetig aus und schloss 1.5% höher. Beim zyklischer ausgerichteten DAX stand in der Endabrechnung ein Plus von 1.1% zu Buche. Branchenseitig standen nach den starken US-Vorgaben die Technologiewerte hoch in der Gunst der Markteilnehmer. Getragen wurde die Sektor-Stärke unter anderem durch das niederländische Halbleiter-Schwergewicht ASLM, welches 5.7% höher schloss.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: +0.67%, S&P500: +0.69%, Nasdaq: +0.82%
Unterstützt durch Zinssenkungshoffnungen kletterten die US-Aktienmärkte zur Wochenmitte ebenfalls weiter nach oben. Der Dow Jones und der S&P500 zogen jeweils um 0.7% an, während der technologielastige Nasdaq 0.8% höher schloss. Im Fokus standen unter anderem die Quartalszahlen von Dell (+5.8%). Der PC- und Serverhersteller übertraf mit seinem Zwischenbericht die Erwartungen der Analysten und hob zudem sein Verkaufsziel im Serverbereich an. Mit Enttäuschung quittiert wurde dagegen der Zwischenbericht von Deere (-5.7%). Der Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen formulierte nach einem verhaltenen Schlussquartal vorsichtige Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Finanzjahr 2025/26 und blieb damit hinter den Erwartungen zurück.
Unternehmensberichte
Sika bestätigte heute im Vorfeld eines Kapitalmarkttages seine vor kurzem angepassten Mittelfristziele bis 2028. Demnach rechnet der Baustoffkonzern in den nächsten drei Jahren mit einem jährlichen währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen 3% bis 6%. Dazu stellt das Unternehmen ein neues Kosten- und Effizienzprogramm mit dem Namen «Fast Forward» vor, mit dem ab 2028 jährliche Kosteneinsparungen von CHF 150 bis 200 Mio. erzielt werden sollen. Etwa CHF 80 Mio. davon sollen bereits 2026 wirksam werden. Teil des Programms sind Investitionen von CHF 120 bis 150 Mio. in die digitale Transformation. Im Zusammenhang mit strukturellen Kostenanpassungen in China und weiteren Sparmassnahmen in anderen Märkten rechnet Sika im aktuellen Jahr mit einmaligen Kosten zwischen CHF 80 und 100 Mio.
Kapitalmärkte
Rendite 10-jährige Staatsanleihen
USA: 3.99%; DE: 2.67%; CH: 0.18%
Die Entwicklung der Renditen auf US-Staatsanleihen ist weiterhin geprägt von den Erwartungen für eine mögliche Leitzinssenkung im Dezember. Bei diesen Erwartungen ist im Zeitverlauf ein V-Muster erkennbar. Nach Äusserungen von Notenbankchef Powell Ende Oktober sind die Erwartungen für eine Zinssenkung zuerst gesunken, um dann letzte Woche nach einem schwächer ausgefallenen Arbeitsmarktbericht wieder anzusteigen. Aktuell wird an den Future-Märkten eine Zinssenkung um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% eingepreist. Das erwähnte Muster zeigt sich spiegelbildlich auch in der Rendite der massgebenden 10-jährigen US-Staatsanleihe: Nach einer vorübergehenden Erholungsphase liegt die Rendite aktuell wieder knapp unter 4% und damit ähnlich hoch wie vor einem Monat.
Währungen
Euro in Franken: 0.9323
US-Dollar in Franken: 0.8036
Euro in US-Dollar: 1.1602
Wenig Bewegung gab es gestern an den Devisenmärkten; der US-Dollar hält sich im Vergleich zum Schweizer Franken weiterhin knapp oberhalb der Marke von 80 Rappen. Dies ist leicht mehr als noch zu den Tiefstständen Mitte September, als der Preis zwischenzeitlich in die Region von 78.5 Rappen gesunken war. Eine nachhaltige Erholung des «Greenback» zeichnet sich aber weiterhin nicht ab. Seit Jahresbeginn hat die US-Währung zum Schweizer Franken fast 13% verloren.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 58.34 pro Fass
Goldpreis: USD 4'149.13 pro Unze
Am Ölmarkt dominieren weiterhin die Sorgen vor einem Überangebot. Im Falle eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine könnte die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland das global verfügbare Rohölangebot deutlich erhöhen. Mit weniger als 58.50 US-Dollar ist der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI seit einigen Tagen deutlich günstiger als im Jahresdurchschnitt.
Wirtschaft und Konjunktur
Gestern wurden keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe publiziert. Die ursprünglich geplante Veröffentlichung erster Schätzungen des US-BIP für das dritte Quartal wurde aufgrund von Nachwirkungen des Shutdowns der Bundesregierung auf den 23. Dezember verschoben.
Roman Elbel
8021 Zürich
Matthias Müller
8021 Zürich
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