FinanceMission

Die St.Galler Kantonalbank will mit «FinanceMission» einen Beitrag zur finanziellen Allgemeinbildung in der Schweiz leisten.

Das Herzstück von FinanceMission ist ein unterhaltsames, digitales Lernspiel. Dieses bildet gemeinsam mit ergänzenden, didaktischen Begleitmaterialien ein attraktives Lernangebot, das im Unterricht auf der Sekundarstufe I eingesetzt werden kann.

Mit dem Ziel, die in den Lehrplänen geforderten Finanzkompetenzen zu fördern und der Jugendverschuldung entgegenzuwirken, unterstützen der LCH und der SER den Einsatz von unterrichtsergänzenden Lernspielen zum Umgang mit Geld. «Lernspiele werden künftig auch an Schulen vermehrt eingesetzt. Schülerinnen und Schüler können damit einen Lerngegenstand spielerisch erfassen, was Spass macht und die Motivation erhöht, das Thema im Unterricht gezielt zu vertiefen», ist Beat W. Zemp, Präsident von FinanceMission, überzeugt.

«FinanceMission Heroes» – das erste Lernspiel von FinanceMission – entführt die Spielerinnen und Spieler in eine fiktive Stadt, welche von hinterlistigen Robos unter der Führung der bösartigen Dr. Violetta schikaniert wird. Einbrüche und Cyberattacken auf Bankkonten sind an der Tagesordnung. Doch dann formieren mutige Schülerinnen und Schüler eine Gegenbewegung. Als «Helden der Nacht» bekämpfen sie die Robos und setzen alles daran, Dr. Violetta das Handwerk zu legen.

Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle einer Heldin/eines Helden und müssen in jeder Mission Gegner in zehn zufallsgenerierten Levels besiegen. Das Spiel ist als Strategiespiel konzipiert. Dank geschicktem Ressourcenmanagement und einer gut überlegten Wahl von Ausrüstungs- und Verbrauchsgegenständen können die steigenden Anforderungen im Kampf gegen die Robos bewältigt werden. Wesentlich ist, dass Schülerinnen und Schüler beim Kauf von neuen «Heldenutensilien» immer ihr Budget im Blick haben: Den Ausgaben für Equipment und notwendige Reparaturen stehen Einnahmen aus einem Nebenjob und aus erfolgreich absolvierten Missionen gegenüber. Daneben gilt es, die zur Verfügung stehende Zeit für Hausaufgaben, Arbeiten und Heldenmissionen optimal einzuteilen. Entscheidend für den Spielerfolg ist die Wahl der richtigen Strategie; spielerische Fähigkeiten – wie beispielsweise die Geschicklichkeit mit der Maus – sind dagegen nicht ausschlaggebend.

«FinanceMission Heroes» ist im Comic-Stil gestaltet. Auf explizite Gewaltdarstellung wird bewusst verzichtet. Das Spiel ist unterhaltsam und actionreich. Gleichzeitig zeigt es den Spielerinnen und Spielern die längerfristigen Konsequenzen ihrer (Budget-)Entscheidungen auf. Für den Einsatz als Lehrmittel an Schweizer Schulen wurden parallel zum Spiel stufengerechte Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe I (13–16-Jährige) entwickelt. Die Unterrichtsmodule und Arbeitsblätter erlauben eine begleitende Auseinandersetzung im Schulunterricht: Gewählte Strategien und Anschaffungen werden diskutiert, kritisch hinterfragt und auf Situationen aus dem Lebensalltag der Jugendlichen übertragen. Schülerinnen und Schülern eröffnet sich so eine neue Perspektive auf ihren Umgang mit Finanzen, und sie schärfen ihr Bewusstsein in Bezug auf ihr persönliches Konsumverhalten.

Lehrpersonen können die Unterrichtsmaterialien frei beziehen auf www.financemission.ch.

Das Game «Heroes» von FinanceMission können Jugendliche, Lehrkräfte, Eltern und weitere Interessierte kostenlos über www.financemissionheroes.ch oder direkt über «Google Play» und «App Store» herunterladen.

Der Verein FinanceMission unterstützt in der ganzen Schweiz eine Vielzahl an Weiterbildungskursen. Aktuelle Weiterbildungsangebote für den Kanton St. Gallen finden Sie unter: https://financemission.ch/aktuell

In der Schweiz leben rund 40 % der Bevölkerung in einem Haushalt mit mindestens einer Art von Schulden (ohne Hypotheken). Gemäss den Erhebungen des Bundesamts für Statistik (BFS) sind dabei Zahlungsrückstände – insbesondere für die Steuerrechnung und Krankenkassenprämien – die am häufigsten auftretende Verschuldungsart. Daneben sind Leasing, Klein- oder Konsumkredite, Verschuldung bei Familie oder Freunden sowie Kontoüberziehungen bei Bank oder Post weit verbreitet.

Verschuldung ist ein gesellschaftliches Problem. Wie die Statistik des BFS zeigt, sind arbeitslose Personen und Personen mit niedrigem Ausbildungsstand überproportional betroffen. Auch Jugendliche und junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahren weisen ein überdurchschnittliches Verschuldungsrisiko auf. Rund 55 % von ihnen leben in einem Haushalt mit mindestens einer Art von Schulden.

Jugendliche gehen im Allgemeinen verantwortungsbewusst mit Geld um. Sie sind aber – beispielsweise durch Onlineshopping und digitales Bezahlen – immer stärkeren Konsumreizen ausgesetzt. Mit einer Verschuldung zur Erfüllung aller Konsumwünsche in jungen Jahren steigt das Risiko, in eine langfristige, problematische Schuldenspirale zu geraten. So hat mehr als jede dritte Person, welche sich im Alter von 18 bis 25 Jahren erstmals verschuldet hat, auch fünf Jahre später noch offene Verbindlichkeiten.

Für eine effektive Schuldenprävention ist daher eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Geld und Konsum entscheidend. Es ist wichtig, dass junge Menschen früh den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen und eine entsprechende Sensibilisierung erfahren. Je besser Finanzwissen und Verständnis für Budgetfragen sind, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, in finanzielle Nöte zu geraten.

Die Verbesserung der Finanzkompetenz ist auch Teil der aktuellen Lehrpläne der obligatorischen Schulen in der Schweiz (Lehrplan 21, Plan d’études romand, Piano di Studio della scuola dell’obbligo ticinese). Mit dem Angebot von FinanceMission schaffen die Kantonalbanken und die Lehrerverbände die Voraussetzung, dass ein umsichtiger Umgang mit Geld an der Schule in spannender Form vermittelt und gelernt werden kann.

Die St.Galler Kantonalbank hat entschieden, sich für die Förderung der Finanzkompetenz von Jugendlichen zu engagieren. Gemeinsam mit den 23 anderen Schweizerischen Kantonalbanken und den Lehrerverbänden der Deutschschweiz und der Romandie (LCH Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, SER Syndicat des enseignants romands) gehört die SGKB zu den Gründungsmitgliedern des Vereins FinanceMission.

FinanceMission hat zum Ziel, Jugendliche für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld zu sensibilisieren und deren Finanzkompetenz zu fördern. Dafür stellt der Verein ein auf die Lehrpläne abgestimmtes, spielerisches und lehrreiches Angebot für den Schulunterricht zur Verfügung. FinanceMission berücksichtigt bei der Entwicklung dieser Lernmaterialien wichtige Aspekte der Fach- und Mediendidaktik.

Der Verein FinanceMission wurde Anfang 2016 gegründet und hat seinen Sitz in Zürich. Präsident des Vereins ist Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz. Vizepräsident ist Hanspeter Hess, Direktor des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken. Daneben sind im Vorstand Georges Pasquier, Präsident des Syndicat des Enseignants Romands und Prof Dr. Martin Brown, Professor für Bankwirtschaft an der Universität St. Gallen, vertreten. Dr. Manuel Wälti, Leiter des Lehrangebotes Iconomix der SNB, ist beratendes Mitglied des Vorstands. Bei der Entwicklung des Lernspiels und der zugehörigen Lernmaterialien werden weitere ausgewiesene Expertinnen und Experten beigezogen, welche die Qualitätsansprüche an das Lernangebot sicherstellen. Geschäftsführerin des Vereins ist Dr. Cornelia Gut.