Nutzungsbedingungen «Open Banking»

1. Geltungsbereich

Die vorliegenden Nutzungsbedingungen «Open Banking» ergänzen die weiteren Verträge zwischen dem Benutzer und der St.Galler Kantonalbank AG (SGKB) und regeln die Nutzung der «OpenWealth»-Anwendungen über die «bLink Plattform» (Dienstleistung) der SIX BBS AG (SIX) durch den Benutzer.

Als Benutzer werden vorliegend folgende natürlichen oder juristischen Personen verstanden:

  • Endkunden der SGKB, welche die Dienstleistung direkt oder über einen Dritten (z.B. Portfolio Management System-Anbieter) ohne Einbezug eines Intermediär nutzen;

  • Intermediäre (z.B. externe Vermögensverwalter [eVV]), welche die Dienstleistung in Bezug auf gemeinsame Endkunden direkt oder über einen Dritten (z.B. Portfolio Management System-Anbieter) nutzen;

  • Vom Endkunden oder dem Intermediär beigezogene Personen (z.B. Mitarbeitende, Hilfspersonen), welche die Dienstleistung nutzen.

2. Sorgfaltspflichten

Der Benutzer hat folgende Sorgfaltspflichten einzuhalten:

  • Der Benutzer ist verpflichtet, seine Legitimationsmittel geheim zu halten und gegen missbräuchliche Verwendung zu schützen.

  • Besteht Anlass zur Befürchtung, dass eine unberechtigte Person Zugang zu einem Legitimationsmittel erhalten hat, so hat der Benutzer das entsprechende Legitimationsmittel unverzüglich zu wechseln bzw. zu ändern. Ist dies nicht möglich, muss er den Zugang zur Dienstleistung unverzüglich sperren oder sperren lassen (vgl. Ziff. 7.1).

  • Der Benutzer ist verpflichtet, ein Passwort zu verwenden, das nicht aus leicht ermittelbaren Kombinationen (wie Telefonnummer, Geburtsdatum, Autokennzeichen) besteht.

  • Der Benutzer ist verpflichtet, die Sicherheitsrisiken, die aus der Benutzung des jeweiligen Mediums (z.B. Internet, Mobiltelefon) entstehen, durch den Einsatz von geeigneten, dem aktuellen Stand der Technik entsprechenden Schutzmassnahmen (z.B. regelmässige Aktualisierung des Betriebssystems, Einsatz von Anti-Viren-Software / Firewalls) zu minimieren.

Es liegt in der Verantwortung des Benutzers allfällig beigezogene Personen (z.B. Mitarbeitende, Hilfspersonen) sorgfältig auszuwählen, bezüglich der Nutzung der Dienstleistung zu instruieren und zu überwachen. Dazu gehören insbesondere die sorgfältige Vergabe, Verwaltung und der Entzug von Rechten zur Nutzung der Dienstleistung sowie die Überwachung der von den Nutzern vorgenommenen Tätigkeiten (z.B. platzierte Aufträge).
 

3. Systemverfügbarkeit 

Die SGKB behält sich vor, jederzeit und ohne Angabe von Gründen Nutzern den Zugriff auf die Dienstleistung einzuschränken oder gänzlich zu untersagen bzw. zu unterbinden. Die SGKB kann weder den jederzeit störungsfreien noch den ununterbrochenen Zugang zur Dienstleistung gewährleisten. Die SGKB behält sich vor, zur Abwehr von Sicherheitsrisiken oder für Wartungsarbeiten die Dienstleistung vorübergehend zu unterbrechen. Aufgrund allfälliger Sperren, Unterbrüchen oder Verzögerungen, können keine Ansprüche gegen die SGKB gestellt werden.
 

4. Auftragsausführung

Die SGKB ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die vom Benutzer im Rahmen der Dienstleistung übermittelten Aufträge, insbesondere Transaktionsaufträge («Order Placement»), entgegen zu nehmen und auszuführen. Die entsprechenden Aufträge gelten als vom Benutzer legitimiert und der Benutzer anerkennt vorbehaltslos sämtliche Geschäfte, Aufträge und Mitteilungen, welche im Rahmen der Dienstleistung unter Verwendung seiner Legitimationsmittel getätigt bzw. abgegeben werden.

Die SGKB hat jedoch das Recht, bei berechtigten Zweifeln an der Legitimation, namentlich aus Gründen der Sicherheit, die Ausführung von Aufträgen zu verweigern und vom Benutzer zu verlangen, dass er sich in anderer Form (z.B. durch Nutzung des E-Banking, Unterschrift oder persönliche Vorsprache) legitimiert oder den Auftrag mit einem zweiten Faktor (z.B. SMS-Code, PushTAN) bestätigt.

Für die Ausführung von Aufträgen gilt im Übrigen Ziff. A10 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
 

5. Gewährleistung und Haftung 

Die SGKB wendet im Zusammenhang mit der Dienstleistung, insbesondere bei der Anzeige und Übermittlung der Daten, Informationen und Mitteilungen, die geschäftsübliche Sorgfalt an. Jede weitergehende Gewährleistung und Haftung im Zusammenhang mit der Dienstleistung schliesst die SGKB aus.
 

6. Datenschutz 

Mit der Nutzung der Dienstleistung ist der Benutzer damit einverstanden, dass Informationen zur Bankkundenbeziehung (z.B. Kontostände und -bewegungen, Depotwerte etc.) über die «bLink Plattform» ausgetauscht und den vom Benutzer allfällig beigezogenen Dritten oder Personen zur Kenntnis gelangen. Der Benutzer stellt sicher, dass das Einverständnis des Endkunden zur Nutzung der Dienstleistung und zum allfälligen Beizug von Dritten oder Personen vorliegt.

Der Benutzer stellt die Vertraulichkeit der ihm zur Verfügung gestellten Informationen sicher und ergreift die hierzu notwendigen Schutzmassnahmen. Falls es im Zusammenhang mit der Nutzung der Dienstleistung in der Sphäre des Benutzers zu einer Verletzung der Datensicherheit kommt, welche gemeinsame Endkunden betrifft, so hat er dies der SGKB unverzüglich mitzuteilen, sofern es sich beim Benutzer nicht selbst um den Endkunden handelt.

Die Systeme des Benutzers und der von ihm beigezogenen Dritten und Personen sowie die öffentlichen und privaten Netzwerke sind Teile eines Gesamtsystems, die sich ausserhalb der Kontrolle der SGKB befinden. Dadurch bestehen folgende Risiken:

  • Es ist möglich, dass sich ein Dritter unbemerkt Zugang zum System des Benutzers verschafft und die Kontrolle übernimmt.

  • Selbst bei verschlüsselter Übermittlung bleiben Absender und Empfänger jeweils unverschlüsselt, weshalb das Bankgeheimnis und der Datenschutz insofern nicht gewahrt sind. Der Rückschluss auf eine bestehende oder künftige Geschäftsbeziehung zur SGKB kann deshalb für Dritte möglich sein.

  • Die verschlüsselten Daten können unkontrolliert grenzüberschreitend übermittelt werden, auch wenn sich Sender und Empfänger in der Schweiz befinden.

  • Es können Übermittlungsfehler, Verzögerungen sowie Systemunterbrüche oder -ausfälle auftreten.

Für daraus resultierende Folgen (z.B. Nicht-Verfügbarkeit der Dienstleistung) übernimmt die SGKB keine Haftung.
 

7. Weitere Bestimmungen

7.1 Sperrung des Zugangs zur Dienstleistung

Der Benutzer kann den Zugang zur Dienstleistung sperren, in dem er sich unverzüglich an die Beraterin oder den Berater bei der SGKB wendet.

Die temporäre Sperrung des E-Banking-Vertrags des Benutzers (z.B. durch mehrmalige Falscheingabe des Passworts) führt nicht zu einer Sperrung des Zugangs zur Dienstleistung. Ebenso ist die SGKB nicht verpflichtet, in solchen Fällen den Zugang zur Dienstleistung zu sperren.

7.2 Jederzeitige Änderung oder Beendigung der «Open Banking»-Unterstützung 

Die SGKB behält sich vor, die Unterstützung der Dienstleistung jederzeit zu ändern oder ganz oder teilweise einzustellen. Sie wird dies dem Benutzer im Voraus ankündigen, soweit nicht zwingende Gründe entgegenstehen.

7.3 Änderung der Nutzungsbedingungen

Die SGKB behält sich vor, die Nutzungsbedingungen jederzeit zu ändern. Die Änderungen werden dem Benutzer in geeigneter Weise bekannt gegeben und gelten ohne schriftlichen Widerspruch innerhalb von 30 Tagen seit Bekanntgabe als genehmigt.

7.4 Anwendbares Recht, Gerichtsstand

Diese Nutzungsbedingungen unterstehen dem schweizerischen Recht. Der Gerichtsstand richtet sich nach den zwingenden gesetzlichen Bestimmungen. Soweit solche nicht zur Anwendung kommen, ist ausschliesslicher Gerichtsstand für alle Verfahrensarten St. Gallen (Schweiz).

 

Stand: 09.2021, Version 1.0