Automatischer Informationsaustausch (AIA)

Mit Hilfe des AIA soll die Steuerhinterziehung durch das Halten von Vermögenswerten im Ausland verhindert werden.

Unter dem AIA müssen Finanzinstitute, insbesondere Banken wie die St.Galler Kantonalbank AG (SGKB), aber auch die übrigen Schweizer Finanzinstitute sowie Versicherungen und Investmentunternehmen, Finanzinformationen über im Ausland steuerpflichtige Kunden sammeln und diese jährlich über ihre nationale Steuerbehörde den zuständigen Behörden des Wohnsitzstaats der Kunden melden. Diese Seite informiert Sie über den AIA und zeigt auf, was der neue globale Standard für Sie bedeutet.

1. Wie funktioniert der Informationsaustausch?

Meldepflichtige Finanzinstitute wie die SGKB sind verpflichtet, die relevanten Informationen (siehe Frage 4) über die meldepflichtigen Kunden (siehe Frage 3) jährlich an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) zu melden. Die ESTV leitet diese Informationen anschliessend an die jeweiligen Steuerbehörden der meldepflichtigen Personen weiter.

2. Wann tritt der AIA in Kraft?

Es besteht die Erwartung, dass der AIA rasch und global umgesetzt wird. Bisher haben sich bereits rund 100 Staaten, darunter alle wichtigen Finanzzentren, zur Einführung des neuen Standards bekannt. Die Schweiz hat bisher den AIA mit allen EU-Staaten sowie mit zahlreichen weiteren Staaten eingeführt. Der erste Datenaustausch betreffend das Jahr 2017 erfolgt im Jahr 2018. Wichtig ist, dass nur mit Staaten Daten ausgetauscht werden, die mit der Schweiz ein Abkommen im Rahmen des AIA geschlossen haben. Eine laufend aktualisierte Liste der AIA Partnerstaaten der Schweiz finden Sie unter https://www.sif.admin.ch.

Im Ausland ansässige Kunden, die ihre Kundenbeziehung bei einem meldepflichtigen Finanzinstitut nach Inkrafttreten des AIA mit dem jeweiligen Partnerstaat auflösen, werden mit den dem Finanzinstitut bekannten Informationen gemeldet. Hingegen werden Kunden, die ihre Kundenbeziehung vor Inkrafttreten des AIA mit dem jeweiligen Partnerstaat auflösen, unter dem AIA nicht gemeldet. Solche Kunden sind jedoch weiterhin dem Risiko von Amtshilfe unter den bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen oder dem OECD Amtshilfeübereinkommen ausgesetzt.

3. Welche Kunden werden unter dem AIA gemeldet?

Unter dem AIA sind grundsätzlich sämtliche Personen zu melden, welche ihr Steuerdomizil in einem AIA-Partnerstaat haben. Unter Steuerdomizil wird der Ort verstanden, an dem eine Person unbeschränkt steuerpflichtig ist. Das Steuerdomizil stimmt in der Regel mit dem (Haupt-) Wohnsitz überein. Eine Ferienwohnung in einem anderen Staat löst nur eine beschränkte Steuerpflicht aus und ist daher grundsätzlich nicht relevant.

Inländische Kunden (d.h. Personen, welche einzig in der Schweiz ihr Steuerdomizil haben) sind vom AIA grundsätzlich nicht betroffen. Hingegen müssen auch inländische Kunden unter dem AIA gemeldet werden, falls diese Indizien (z.B. eine ausländische Telefonnummer) aufweisen, welche auf ein Steuerdomizil im Ausland hinweisen und sofern diese Indizien nicht entkräftet werden.

Mit Hilfe einer Selbstauskunft können die gefundenen Indizien grundsätzlich widerlegt und somit eine Meldung in ein allfällig falsches Steuerdomizil verhindert werden. Können oder wollen Kunden die geforderten Nachweise zur Widerlegung der Indizien nicht erbringen, erfolgt die Meldung an die ausländische Steuerbehörde im Indizienstaat. Die SGKB kann bei gefundenen und nicht widerlegten Indizien die Meldung nicht verhindern, da dies gesetzlich durch den AIA vorgesehen ist.

Im Fall von nicht-operativen Gesellschaften wie Sitzgesellschaften und Stiftungen (sogenannte passive Nichtfinanzinstitute, NFEs) sind auch dessen beherrschende Personen (insbesondere Aktionäre und die wirtschaftlich Berechtigten) zu identifizieren und in der Regel zu melden.

4. Welche Informationen werden unter dem AIA ausgetauscht?

Folgende Informationen über meldepflichtige Personen (Privatkunden, Gesellschaften sowie im Fall von passiven NFEs, deren beherrschende Personen) werden unter dem AIA jährlich von der SGKB über die ESTV an den Wohnsitzstaat des Kunden übermittelt:

  • Name, Anschrift, Steuerdomizil, Steueridentifikationsnummer (TIN) und Geburtsdatum der meldepflichtigen Person
  • Kontonummer
  • Name und Identifikationsnummer der SGKB
  • Gesamtsaldo per Stichtag
  • Gesamtbruttobetrag der Zinsen, Dividenden und übrigen Erträge, sowie Gesamtbruttoerlöse aus der Veräusserung oder dem Rückkauf von Wertschriften

Betreffend diese von der SGKB gesammelten und der ESTV zu übermittelnden Informationen stehen den meldepflichtigen Personen die Rechte nach dem Datenschutzgesetz und dem AIA-Gesetz zu. Entsprechend können Kunden Auskunft über diese Daten verlangen und geltend machen, dass unrichtige Daten berichtigt werden.

5. Was passiert mit den ausgetauschten Informationen?

Die übermittelten Daten dürfen nur zum vereinbarten Zweck des AIA verwendet werden, d.h. zur Sicherstellung der korrekten Versteuerung. Der AIA-Standard enthält aber keine Vorgabe, wie die nationalen Steuerbehörden dies konkret zu tun haben (z.B. Stichproben oder flächendeckende Überprüfung der Daten). Für Kunden, welche die Vermögenswerte und -erträge bei der SGKB ordentlich deklarieren, ändert sich aufgrund des AIA somit wenig. Kunden, welche allenfalls den Steuerpflichten bislang nicht vollständig nachgekommen sind, empfiehlt die SGKB, sich umgehend mit einem Steuerberater in Verbindung zu setzen.

6. Haben Sie weitere Fragen?

Für weitere Fragen zum AIA stehen wir unseren Kunden gerne zur Verfügung. Die SGKB bietet jedoch keine Steuerberatung für ihre Kunden an, kann den Kunden aber als verlässlicher Partner bei der Zusammenstellung der notwendigen Vermögensausweise für die Steuerbehörden behilflich sein.