
08. August 2025, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht
SMI trotzt den Zöllen
Der Schweizer Leitindex SMI zeigte sich gegenüber den neuen US-Zöllen robust und legte deutlich zu. Heute stehen die Halbjahreszahlen von Mobimo im Fokus.
Aktienmarkt Schweiz
SMI: +0.80%, SPI: +0.99%, SMIM: +2.20%
Der Schweizer Aktienmarkt schloss am Donnerstag deutlich im Plus, trotz der seit gestern geltenden neuen US-Zölle auf Schweizer Importe. Die Hoffnung auf weitere Verhandlungen des Bundesrats mit den USA besteht nach wie vor. Positive Impulse kamen zudem von angekündigten Friedensgesprächen zum Ukraine-Krieg zwischen den USA und Russland. Der SMI legte um 0.8% zu. Von den 21 grosskapitalisierten Blue Chips beendeten 18 Werte den Handelstag in der Gewinnzone. Zurich Insurance (-0.1%), Swisscom (-0.6%) und Amrize (-5.1%) entwickelten sich gestern rückläufig. Amrize, das erstmals als eigenständiges Unternehmen Geschäftszahlen veröffentlichte, enttäuschte insbesondere mit einem verhaltenen Ausblick. Deutlich avancierten die Titel von Logitech (+1.9%), Kühne + Nagel (+2.3%), UBS (+2.6%) und Geberit (+3.0%). Der Sanitärtechniker profitierte von einer Kurszielerhöhung eines Brokers. Am breiten Markt waren die Aktien von Avolta (+3.8%), Ascom (+4.7%), Swissquote (+5.1%) und Sandoz (+11.7%) gefragt. Der Pharmakonzern Sandoz stand nach starken Quartalszahlen auf dem Kaufzettel der Anleger. In die andere Richtung ging es für Idorsia (-2.5%), GAM (-6.7%) und Gurit (-7.9%).
Aktienmärkte Europa
EuroStoxx50: +1.31%, DAX: +1.12%
Die europäischen Aktienmärkte legten am Donnerstag stark zu, insbesondere aufgrund der Ankündigung eines möglichen Treffens zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin zu Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg. Auch die Aussicht auf umfangreiche Investitionen in den Wiederaufbau der Ukraine nach einem möglichen Ende des Krieges stützte die Kurse und sorgte für zusätzlichen Optimismus. Der Leitindex EuroStoxx 50 stieg daraufhin um 1.3%. Der deutsche DAX und der französische CAC40 legten mit einem Plus von 1.1% bzw. 1.0% ebenfalls klar zu. Der britische FTSE 100 verlor 0.7%, nachdem die Bank of England den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4.0% senkte. Auf Sektorenebene legten die Bereiche Technologie, Grundstoffe und Finanzen zu. Unterdurchschnittlich zeigten sich hingegen die Sektoren Versorger, Energie und Kommunikationsdienste.
Aktienmärkte USA
Dow Jones: -0.51%, S&P 500: -0.08%, Nasdaq: +0.35%
Die amerikanischen Aktienmärkte entwickelten sich am Donnerstag uneinheitlich. Enttäuschung über die schwache Nachfrage bei einer Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen schürte Sorgen über rückläufiges Investoreninteresse und belastete den Markt, während positive Impulse aus dem Technologiesektor vorübergehend für Unterstützung sorgten. Zu Handelsbeginn hatten Hoffnungen auf ein anstehendes Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin die Stimmung gestützt. Darüber hinaus kündigte Trump Zölle von 100% auf Chip-Importe an, stellte aber gleichzeitig Ausnahmen in Aussicht. Wer in den USA investiert oder Halbleiterfabriken baut, könne die Zölle umgehen. Der Leitindex Dow Jones verlor bis Handelsschluss 0.5% und der marktbreite S&P 500 0.1%. Der technologielastige Nasdaq gewann 0.4% hinzu. Auf Einzeltitelebene sind Apple-Aktien um weitere 3.2% gestiegen, nachdem sie bereits am Vortag von Nachrichten über erhöhte US-Investitionen des Unternehmens profitiert hatten. Die Aktien von Nvidia erreichten im frühen Handel ein Rekordhoch und schlossen mit einem Plus von 0.8%. Intel gab um 3.1% nach, nachdem US-Präsident Donald Trump den Rücktritt des Intel-CEO Lip-Bu Tan gefordert hatte. Hintergrund sind angebliche Interessenskonflikte aufgrund seiner engen Verbindungen zu China. Die Titel des Pharmakonzerns Eli Lilly fielen um 14.1%, nachdem Studien zur Abnehmpille Orforglipron enttäuschende Ergebnisse lieferten. Auch die angehobenene Umsatz- und Gewinnprognosen für 2025 konnten die Anleger nicht überzeugen.
Unternehmensberichte
Mobimo verzeichnet im 1. Halbjahr 2025 ein konstantes Netto-Mietergebnis von CHF 72.6 Mio. Auf vergleichbarer Basis wuchs es jedoch um 2.2%. Der Nettoerlös aus Entwicklungsprojekten und dem Verkauf von Handelsimmobilien verdoppelte sich auf CHF 24.9 Mio. Das Immobilienportfolio zeigte eine Nettowertsteigerung von CHF 71.6 Mio., wodurch der Gesamtwert des Portfolios auf CHF 3.9 Mrd. anstieg. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte CHF 144.5 Mio. inklusive Neubewertung (Vorjahr CHF 83.3 Mio.) bzw. CHF 73.0 Mio. ohne Neubewertung (Vorjahr CHF 61.3 Mio.). Für das 2. Halbjahr 2025 zeigt sich Mobimo zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen oder sogar zu übertreffen, gestützt auf die gute Performance im Handel mit Immobilien sowie zusätzliche Mieteinnahmen aus jüngsten Akquisitionen. Mit den ausgewiesenen Zahlen übertrifft Mobimo die Analystenerwartungen.
Kapitalmärkte
Rendite 10 Jahre
USA: 4.24%; DE: 2.63%; CH: 0.29%
Bewegung beim «Eidgenoss»: Nachdem auch der Besuch der beiden Bundesräte Keller-Sutter und Parmelin in Washington keine Last-Minute-Einigung mit den USA mit sich brachte, fiel die Rendite der 10-jährige Schweizer Staatsanleihe gestern um 4 Basispunkte. Im Vergleich zu Ende Juli – vor der Ankündigung des Zollsatzes von 39% – resultiert insgesamt ein Rückgang von 8 Basispunkten. Hintergrund sind Befürchtungen um eine Abschwächung der Schweizer Konjunktur, was die Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, dass die SNB doch noch Negativzinsen einführt. Die Rendite auf die 10-jährige US-Staatsanleihe und die deutsche Bundesanleihe bewegten sich gestern nur wenig.
Währungen
Euro in Franken: 0.9404
US-Dollar in Franken: 0.8075
Euro in US-Dollar: 1.1645
Am Devisenmarkt stach gestern das britische Pfund heraus. Dieses legte gegenüber allen wichtigen Währungen zu, nachdem der erwartete Entscheid zugunsten einer Leitzinssenkung der Bank of England deutlich knapper ausfiel als von den Märkten antizipiert. Der Schweizer Franken bewegte sich gestern sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar seitwärts. Seit Ankündigung der neuen US-Zollsätze am 1. August hat der Schweizer Franken relativ zum Euro leicht an Wert eingebüsst, gegenüber dem US-Dollar aber dazugewonnen.
Rohwarenmärkte
Ölpreis WTI: USD 63.74 pro Fass
Goldpreis: USD 3'395.02 pro Unze
Der Ölpreis der US-Sorte WTI setzte gestern seinen seit Anfang Monat andauernden Abwärtstrend fort und fiel unter die Marke von 64 US-Dollar. Der Ölpreis ist damit aktuell so tief wie noch nie während der letzten zwei Monate. Hintergrund sind die am Sonntag beschlossene Förderausweitung der OPEC+ sowie Sorgen um eine Verlangsamung der Weltwirtschaft. Beim Gold ist seit Anfang Monat ein leichter Trend nach oben feststellbar. Der Preis für eine Unze ist gestern erneut angestiegen und überquerte in der Nacht auf heute vorübergehend wieder die Marke von 3'400 US-Dollar.
Wirtschaft und Konjunktur
Es wurden gestern keine neuen Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht.
Florian Hiltpold

8021 Zürich

Roman Elbel

8021 Zürich

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