29. August 2025, Meine Anlagewelt | Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt tritt an Ort und Stelle

An den Finanzmärkten blieb es gestern trotz der Veröffentlichung etlicher Konjunkturdaten ruhig. Von der Publikation der PCE-Inflationsdaten heute Nachmittag erhoffen sich die Marktteilnehmer weiteren Aufschluss über die zukünftige geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank Fed.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.10%, SPI: +0.08%, SMIM: -0.15%

Der Schweizer Aktienmarkt trat gestern nahezu auf der Stelle und schloss letztlich minimal fester. Auch die gestern präsentierten Zahlen des US-Tech-Schwergewichts Nvidia bewegten die Märkte kaum. Heute Nachmittag stehen die PCE-Inflationsdaten in den USA im Fokus. Die Marktteilnehmer erwarten sich davon eine Bestätigung für eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Der Schweizer Leitindex SMI schloss mit einem Plus von 0.1%, ebenso der marktbreite SPI (+0.1%). Einzig der klein- und mittelkapitalisierte SMIM gab um 0.2% nach. Von den 21 Blue Chips im SMI notierten zehn Werte mit positiven Vorzeichen. An der Tabellenspitze stand der Luxusgüterkonzern Richemont mit einem Plus von1.7%. Konkurrent Swatch schloss derweil 1.8% tiefer, nachdem Äusserungen an einem Investorencall am Mittwoch für Auftrieb gesorgt hatten. Daneben waren die zyklischen Werte Logitech (+1.2%) und ABB (+1.1%) gefragt. Die Indexschwergewichte notierten derweil uneinheitlich. Während Nestlé (+1.0%) avancierte, verloren Novartis (-0.4%) und Roche (-0.6%) leicht an Boden. Für den Telekomkonzern Swisscom ging es gestern um 2.9% bergab und der Augenheilkundekonzern Alcon (-2.7%) büsste ebenfalls deutlich ein. Daneben verloren Kühne + Nagel (-1.3%) und Geberit (-0.8%) überdurchschnittlich. Am breiten Markt fielen die Aktien von Huber + Suhner mit einem Kurssprung von (+8.6%) positiv auf. Eine Ratinghochstufung durch einen Broker verlieh Rückenwind. Daneben gehörten auch die Aktien des Ostschweizer Türherstellers Arbonia mit einem Plus von 6.4% zu den Tagesgewinnern. Ein positiver Analystenkommentar sorgte zusätzlich für Auftrieb. Die Aktien der Jungfraubahn legten nach einem über den Erwartungen liegenden Zahlenset um 4.5% zu.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.07%, DAX: -0.03%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern uneinheitlich. Während der britische FTSE 100 (-0.4%) nachgab, notierte der DAX (-0.0%) auf der Stelle. Positiv notierten derweil der spanische IBEX35 (+0.3%) sowie der französische CAC40 und der italienische FTSE MIB, die beide je 0.2% höher schlossen. Die Zahlen Nvidias sorgten derweil für keine Impulse. Auf Sektorenebene schwangen die Bereiche Zyklischer Konsum, Grundstoffe und Industrie obenauf. Unterdurchschnittlich zeigten sich hingegen die Sektoren Immobilien, Kommunikationsdienste und Versorger. An der Spitze des EuroStoxx50 stand der französische Luxusgüterkonzern LVMH (+2.2%), welcher damit an den positiven Vortag anknüpfte. Im DAX gehörte Siemens (+1.7%) zu den Tagesgewinnern. Ein positiver Analystenkommentar sorgte für Unterstützung.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.16%, S&P 500: +0.32%, Nasdaq: +0.53%

Die amerikanischen Aktienmärkte gingen nach einem schwachen Start letztlich mit leichten Kursgewinnen aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq avancierte mit 0.5% am stärksten, gefolgt vom marktbreiten S&P500 (+0.3%) und vom US-Leitindex DowJones (+0.2%). Aus Branchensicht gehörten die Bereiche Kommunikationsdienste, Energie und Technologie zu den Gewinnern. Unter Abgabedruck standen hingegen die defensiven Bereiche Versorger, Nichtzyklischer Konsum und Gesundheit. KI-Gigant Nvidia präsentierte zwar ein Zahlenset, das insgesamt die Analystenerwartungen erfüllte, jedoch bremste der wegen Exportbeschränkungen fehlende Absatz aus China. Die Aktie verlor 0.8%.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.21%; DE: 2.69%; CH: 0.30%

An einer Rede vor dem Economic Club in Miami hat sich Fed-Gouverneur Christopher Waller gestern einmal mehr für baldige Zinssenkungen ausgesprochen. Waller gilt als möglicher Nachfolger des Fed-Präsidenten Jerome Powell, dessen Amtszeit nächsten Mai enden wird. Auf die richtungsweisende Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen hatten seine Aussagen jedoch keinen Einfluss, sie schloss praktisch unverändert. Auch die Renditen der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe sowie der Eidgenossenanleihe mit gleicher Laufzeit bewegten sich seitwärts.

Währungen

Euro in Franken: 0.9361
US-Dollar in Franken: 0.8026
Euro in US-Dollar: 1.1663

Der Euro zeigte am gestrigen Handelstag eine leichte Gegenbewegung, nachdem die drohende Regierungskrise in Frankreich die Gemeinschaftswährung zur Wochenmitte deutlich belastete. Erneut unter Druck stand hingegen der US-Dollar. Die US-Währung wird weiterhin von Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank belastet, nachdem Trump die Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook angekündigt hatte.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 64.20 pro Fass
Goldpreis: USD 3'408.29 pro Unze

Der Ölpreis stieg am gestrigen Handelstag erneut leicht an, nachdem zur Wochenmitte sinkende Ölreserven in den USA vermeldet wurden. Die Rohöllager sind in der vergangenen Woche um 2.4 Millionen auf 418.3 Millionen Barrel gesunken und damit stärker als im Vorfeld erwartet. Weiterhin gesucht bleibt derzeit auch das Gold. Der Goldpreis legte seit letztem Freitag um gut 2% zu und notiert aktuell wieder über 3'400 US-Dollar pro Unze.

Wirtschaft und Konjunktur

USA: Bruttoinlandprodukt (2. Quartal, zweite Schätzung, annualisiert)
letzte: -0.5%; erwartet: +3.1%; aktuell: +3.3%

Gemäss der zweiten Schätzung ist das reale Bruttoinlandprodukt der USA im zweiten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um annualisierte 3.3% gewachsen. Zur Einordnung ist wichtig, dass das Wachstum im ersten Quartal durch Vorholeffekte aufgrund der US-Zölle nach unten gefallen war. Insofern wurde für die Monate April bis Juni mit einer Gegenbewegung in die positive Richtung gerechnet. Der Effekt fiel aber etwas stärker aus als erwartet. Trotzdem zeigen die Zahlen auch gewisse Schwächesignale. Abstrahiert man die starken Schwankungen im Aussenhandel und fokussiert auf die Summe aus Privatkonsum und privaten Investitionen, resultiert im zweiten Quartal in Folge ein unterdurchschnittliches Wachstum.

Schweiz: Bruttoinlandprodukt QoQ Sportevent-bereinigt (2. Quartal)
letzte: 0.7%; erwartet: 0.1%; aktuell: 0.1%

Die Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2025 Sportevent-bereinigt gegenüber dem Vorquartal noch um 0.1% gewachsen. Nach 0.7% im ersten Quartal, das wegen Vorholeffekten aufgrund der US-Zölle überdurchschnittlich stark ausfiel, ist dies nun die erwartete Gegenbewegung. Neben den Exporten ging insbesondere die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe deutlich zurück (-2.4%). Der Rückgang war jedoch vor allem durch die chemisch-pharmazeutische Industrie getrieben, die im Vorquartal aufgrund der Vorzieheffekte deutlich zulegte. Der Dienstleistungssektor wuchs hingegen breit abgestützt.

Schweiz: KOF-Konjunkturbarometer (August)
letzte: 101.3; erwartet: 98.0; aktuell: 97.4

Die Konjunkturaussichten in der Schweiz haben sich im August erwartungsgemäss eingetrübt. Das KOF-Konjunkturbarometer sank auf 97.4 Punkte und damit wieder unter seinen mittelfristigen Durchschnittswert. Die negativen Entwicklungen spiegeln sich denn auch in der Mehrheit der Indikatoren wider. Besonders stark zeigt sich die negative Entwicklung im Gastgewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe. Unter Druck scheint insbesondere die Exportwirtschaft zu sein, wo die neuen US-Zölle für getrübte Aussichten sorgen.

Patrick Häfeli

Portraitfoto von Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Angela Truniger

Portraitfoto von Angela Truniger, Senior Finanzanalystin bei der St.Galler Kantonalbank
Senior Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

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