Finanzmärkte im Bann der Energiepreise
Die Aktienmärkte stehen im Spannungsfeld zwischen höheren Energiepreisen und Zinsen sowie robuster Konjunktur, Gewinnwachstum und anhaltenden KI-Investitionen.
Die weitere Eskalation im Nahen Osten hat die Energiepreise erneut steigen lassen. Damit rücken auch die Inflationsrisiken wieder stärker in den Fokus. Bislang sind zwar nur moderate Zweitrundeneffekte zu beobachten. Je länger die Energiepreise jedoch auf erhöhtem Niveau verharren, desto grösser wird das Risiko, dass sich der Preisdruck auf weitere Bereiche der Wirtschaft überträgt.
Notenbanken und Zinsen im Fokus
Die Notenbanken reagieren entsprechend vorsichtig. Sie behalten mögliche Zweitrundeneffekte und die Aufwärtsrisiken für die Inflation eng im Blick. Weitere Leitzinserhöhungen bleiben deshalb möglich. Gleichzeitig haben die Entwicklungen an den Energiemärkten die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad erhöht.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei den langfristigen Zinsen. Neben den Inflationsrisiken rücken zunehmend auch die hohen Staatsdefizite und die Verschuldung vieler Industrieländer in den Vordergrund. Dieser Mix sorgt für erhöhte Volatilität am langen Ende der Zinskurve und bleibt ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Finanzmärkte.
Aktienmärkte halten sich gut
Die Aktienmärkte zeigen sich von diesem anspruchsvolleren Umfeld bislang wenig beeindruckt. Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs und hat den Anstieg der Energiepreise bisher besser verkraftet als befürchtet. Gleichzeitig entwickelt sich das Gewinnwachstum der Unternehmen nach wie vor erfreulich. Der anhaltende KI-Investitionszyklus liefert wichtige Impulse. Positiv ist zudem, dass die Kursentwicklung nicht nur von wenigen grossen Unternehmen getragen wird. Die Marktbreite bleibt intakt und wirkt stabilisierend. Höhere Energiepreise und steigende Zinsen begrenzen jedoch das weitere Kurspotenzial und erhöhen die Anfälligkeit für Rückschläge.
Neutrale Gewichtung der Aktien
Aktuell halten sich Chancen und Risiken etwa die Waage. Daher behalten wir die neutrale Gewichtung bei den Aktien bei. Bei den Regionen bleiben die Schweiz und die USA übergewichtet. Die Schwellenländer gewichten wir weiterhin neutral, während Europa und die Region Asien-Pazifik untergewichtet bleiben. Obligationen bleiben insgesamt untergewichtet. Im Gegenzug halten wir an der Übergewichtung von Gold und Liquidität fest.
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