Energiekrise trifft auf KI-Euphorie

Steigende Energiepreise und höhere Zinsen erhöhen den Inflationsdruck. Die Aktienmärkte zeigen sich dennoch robust, getragen von starken Unternehmensgewinnen und erneuter KI-Euphorie.

Die Strasse von Hormus bleibt weiterhin blockiert, und auch die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien kommen trotz Waffenstillstand nur schleppend voran. Der Ölpreis liegt derzeit rund 60 % über dem Vorkrisenniveau. Selbst bei einer zeitnahen politischen Einigung dürften die Energiepreise noch längere Zeit erhöht bleiben. Entsprechend sind die Inflationsraten weltweit auch im April deutlich angestiegen. Die Auswirkungen auf die für die Notenbanken zentrale Kerninflation zeigen sich erfahrungsgemäss erst mit Verzögerung. Der volle Preisdruck ist in den aktuellen Daten daher noch nicht vollständig sichtbar. Der markante Anstieg der Langfristzinsen in den vergangenen Wochen reflektiert jedoch das zunehmende Risiko eines hartnäckigen Inflationsschubs. Damit ist auch eine restriktivere Geldpolitik mit höheren Leitzinsen wahrscheinlicher geworden.

Aktienmärkte mit positivem Momentum

Die wirtschaftlichen Risiken infolge der Energieengpässe werden an den Aktienmärkten bislang weitgehend ausgeblendet. Stattdessen richtet sich der Fokus auf die Gewinnperspektiven der Unternehmen. Diese konnten insbesondere in den USA im ersten Quartal eine sehr starke Entwicklung ausweisen. Im Zentrum des Anlegerinteresses steht erneut der Technologiesektor, der von der wieder erstarkten KI-Euphorie profitiert. In Europa fiel das Bild bei den Umsatz- und Gewinnzahlen hingegen deutlich gemischter aus. Das Momentum am technologiegetriebenen US-Aktienmarkt bleibt insgesamt ausgesprochen positiv. Auch global betrachtet bleiben die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr robust.

Neutrale Gewichtung bestätigt

Der deutliche Zinsanstieg reduziert die relative Attraktivität von Aktien gegenüber Obligationen. Vor diesem Hintergrund halten wir an der neutralen Aktiengewichtung fest. Innerhalb der Regionen bevorzugen wir weiterhin die Schweiz sowie den US-Aktienmarkt. Die Schwellenländer, die kräftig zulegen konnten, gewichten wir inzwischen neutral. Europa sowie die Region Asien-Pazifik bleiben untergewichtet. Obligationen bleiben aufgrund der tiefen Schweizer Zinsen ebenfalls untergewichtet. Zusammen mit Gold und einer erhöhten Liquiditätsquote dienen sie weiterhin als stabilisierende Elemente im Portfolio.

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