Risiken rücken auf der Zeitachse näher

Die konjunkturelle Entwicklung zeigt sich aktuell mit voller Leuchtkraft. Doch werfen einige bekannte Risiken zunehmend längere Schatten. Sie rücken auf der Zeitachse näher und nehmen der wirtschaftlichen Strahlkraft zunehmend die Stärke.

Denn diese Schattenlandschaft an Risiken hat es in sich: Die Ankündigung der USA von zusätzlichen Zöllen auf chinesische Güter im Wert von 200 Milliarden US-Dollar kam zwar wenig überraschend. Auch Italiens Budgetplanung wird uns in den nächsten Wochen weiter beschäftigen. Zudem weiss man, dass Grossbritannien bezüglich eines geordneten Brexits langsam die Zeit ausgeht. Und auch die US-Wahlen am 6. November sind nichts Neues. All diese Risiken sind bekannt. Entscheidend in unseren Augen ist aber die Zeitachse. Sämtliche der oben erwähnten Risiken werden in den nächsten Monaten Wirkung entfalten. Welche Auswirkungen die einzelnen Risiken auf die Aktienmärkte haben werden, ist offen. Hier ist ein Spektrum in allen Schattierungen möglich. Doch im Gesamtbild haben diese Schatten auch einen gewichtigen Gegenspieler: Denn die Chancenseite spart nicht mit leuchtenden Farben.

Wirtschaft weiter in Fahrt

Der Schattenwurf von Risiken wird gut ausbalanciert durch ein buntes Bouquet an positiven Konjunkturmeldungen. Zum einen sind da die Umfragen unter den Einkaufsmanagern. Diese gaben an, dass es insbesondere bei der Auftragslage der Unternehmen sehr gut aussieht. Das heisst, die Konsumenten kaufen, die Unternehmen liefern und viele Firmen brauchen zunehmend länger, den Auftragsbestand abzuarbeiten. Das ist ein gutes Zeichen. Unterstützt werden diese Erkenntnisse durch die positive Gewinnentwicklung bei den Unternehmen. Insbesondere in den USA und der Schweiz nimmt diese weiter Fahrt auf. Sie ist ein gewichtiger Treiber für die Entwicklung der Aktienpreise. Denn Aktien von Unternehmen, welche höhere Gewinne versprechen und auch liefern können, werden gekauft.

Zollstreitigkeiten als grösstes Risiko

Dieses Bild wird allerdings getrübt, wenn man bedenkt, dass die Unternehmen gerade den Zollstreit als grössten Unsicherheitsfaktor für ihre Kalkulation benennen. Zwar ist mit der Bekanntgabe der jüngsten Zolltarife etwas von dieser Unsicherheit gewichen. Allerdings werden sich diese nun zunehmend in den Unternehmenszahlen, bzw. den entsprechenden Prognosen niederschlagen. Für uns ist somit klar: Das farbige Konjunkturbild leuchtet zwar stark, aber das Spektrum an Schattenwürfen auf der Gegenseite nimmt ihm einiges an Leuchtkraft. Entsprechend behalten wir das Gleichgewicht bei den Aktien bei. Aufgrund der guten Gewinnentwicklung in den USA sehen wir auf regionaler Ebene weiterhin die US-Wirtschaft im Vorteil.

Anlagestrategie SGKB