Da geht noch was

Die Konjunkturaussichten sind rosig, die Geldpolitik expansiv und dank «Forward Guidance» vorhersehbar. Auch die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist gut. Die Ampeln stehen für Aktien weiterhin auf grün.

Wie lange kann das noch gut gehen? Wenn allgemeiner Optimismus herrscht und die rosa Brille das «It-Piece» der Saison ist - dann ist eine Korrektur an den Aktienmärkten scheinbar nur eine Frage der Zeit.

Wann ist für die «Bullen» die Zeit abgelaufen?

In den nächsten Wochen werden die Bullen weiterhin das Börsenparkett beherrschen. Aktuell ist eine Dreier-Seilschaft am Werk, welche die Aktienmärkte nach oben zieht. Erstens ist da die Geldpolitik. Diese zeichnet sich durch zwei Faktoren aus. Einerseits ist sie expansiv, denn die Zinserhöhungen der US-Notenbank sind zwar im Gange, aber gemächlich. Andererseits ist die Kontinuität der US-Geldpolitik mit der Nachfolge von Fed-Präsidentin Janet Yellen durch Jerome Powell gegeben. Im aktuellen Marktumfeld, das stark von der Vorhersehbarkeit der US-Geldpolitik abhängig ist, ist das ein «Must have». Dann ist da zweitens die Konjunkturentwicklung. Ein Blick auf die globalen Wirtschaftsdaten zeigt, dass diesbezüglich alles im Lot ist. Die USA, die Eurozone und auch die Schweiz profitieren von einer guten Entwicklung und starken Aussichten. Auch China hat jüngst ansehnliche Zahlen vorgelegt und die Stimmen, die von einem «synchronen Aufschwung» sprechen, mehren sich. Womit wir beim dritten und entscheidenden Punkt sind. Drittens treibt der Glaube an die gute Entwicklung die Märkte an. Dieser Optimismus braucht der Markt, um auf einen Höchststand einen neuen folgen zu lassen. Wir gehen davon aus, dass diese Dreier-Seilschaft die Entwicklung an den Märkten in den nächsten Wochen zusammenhalten wird, weshalb wir das Aktienübergewicht unverändert belassen.

Teuerung ist ein potenzielles Risiko

Was könnte unser positives Bild trüben? Insbesondere die Entwicklung der Inflation haben wir auf dem Radar. Die Inflationsrate notiert wieder positiv, was gut ist. Sie verharrt aber nach wie vor auf vergleichsweise tiefem Niveau. In den USA liegt die Kernrate aktuell bei 1.8%, in der Eurozone bei 0.9% und in der Schweiz bei 0.7%. Die grosse Mehrheit der Investoren ist sich einig, dass das Potenzial für eine stark ansteigende Inflation begrenzt ist. Diese Annahme ist zentral: Sie ist die Basis für einen lediglich graduellen Zinsanstieg in den USA und damit für gut laufende Aktienmärkte. Sollte sich hier etwas ändern – wir achten auf die Lohnentwicklung und den Ölpreis – dann wird es an den Aktienmärkten schwierig. Aber in den nächsten Wochen wird das nicht passieren.

Konklusion: Wir halten unser Übergewicht in Aktien bei. Wegen der guten Konjunkturaussichten haben wir europäische Aktien übergewichtet. Auch Schweizer Werte überzeugen uns, weshalb wir auch dieses Übergewicht halten.

Anlagestrategie SGKB