Negative Faktoren dominieren

Seit Anfang Jahr notieren die Aktienmärkte deutlich im Minus. Trotzdem ist die Zeit für einen Wiedereinstieg noch nicht gekommen, weil die Mengenlage weiterhin fragil erscheint. Noch sind Geduld und starke Nerven gefragt.

An den globalen Finanzmärkten zeichnen sich einige grundlegende Veränderungen ab und die Unsicherheit hat zugenommen. Die hohe Inflation ruft die Notenbanken auf den Plan, die ihre Geldpolitik restriktiver gestalten müssen, um die Inflationserwartungen unter Kontrolle zu behalten. Die längerfristigen Zinsen sind deswegen bereits angestiegen. Ausgehend von der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe kam diese Entwicklung auch in der Schweiz an. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass die Zinssätze für 10-jährige Festhypotheken bereits höher notieren. Auch konjunkturell ist einiges im Gange. Aktuell sind die Auftragsbücher bei den Unternehmen noch gut gefüllt, aber viele Unternehmen erwarten in Zukunft eine schwächere Entwicklung, weil sie sich mit höheren Kosten konfrontiert sehen. Zwar deuten Umfragen bei vielen Unternehmen darauf hin, dass sie diese Kosten weitergeben und damit die Marge stabil halten können. Aber die höheren Kosten werden ihre Spuren hinterlassen – in tieferen Gewinnen, höheren Kosten für Vorprodukte und Mitarbeiter sowie weniger verfügbarem Einkommen bei den privaten Haushalten, was wiederum den Konsum belasten könnte.

Was hat sich verändert?

Die gestiegenen Zinsen und die Erwartung einer schwächeren Konjunkturentwicklung haben bei den sogenannten Wachstumswerten, zu denen auch die Technologiefirmen gehören und bei denen zukünftig höhere Gewinne erwartet werden, einen regelrechten Aderlass ausgelöst. Auch der Schweizer Aktienmarkt blieb davon nicht verschont, allerdings konnte er seine defensiven Qualitäten ausspielen und verlor weniger als die Aktienindizes Europas oder der USA. Die Aktienmärkte der Schwellenländer leiden weiterhin unter den trüberen Aussichten für China. Dort bleibt unser Untergewicht unverändert.

Welche Anpassung im Portfolio?

Wir haben Mitte April die Aktienquote auf ein Untergewicht reduziert. An dieser Allokation haben wir nichts verändert, auch auf regionaler Ebene bleiben wir eher defensiv. Bei den Obligationen machen wir eine Umschichtung aus US-Dollaranleihen in Franken-Obligationen mit einer kurzen Restlaufzeit. Nachdem der US-Dollar erstarkt ist, halten wir das Potenzial für ausgeschöpft.

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