Handelsdisput nimmt Wind aus den Segeln

Der Aktienaufwärtstrend, unterstützt durch die Zentralbanken, legte eine Pause ein. Der jüngst wieder aufgeflammte Handelskonflikt zwischen den USA und China nahm den Märkten etwas Wind aus den Segeln.

Trotz schwächerer Konjunkturdaten kannten die Aktienmärkte bis zur Eskalation im Handelskonflikt nur eine Richtung, nämlich volle Fahrt voraus. Der Hauptgrund für die positive Entwicklung ist bei den Notenbanken zu suchen. Die Fed gebot ihrer restriktiver werdenden Politik Einhalt und stoppte den Zinserhöhungszyklus. Alle anderen wichtigen Zentralbanken lassen ihre Geldschleusen weiterhin weit offen. Dies liess die noch im letzten Dezember weit verbreiteten Konjunkturängste verschwinden und stützte die Aktienkurse. Der jüngst wieder eskalierte Handelskonflikt zwischen den USA und China erwischte viele auf dem falschen Fuss. Viele Marktteilnehmer rechneten mit einer Einigung und schliesslich einer Unterzeichnung eines Handelsdeals im Juni. Daraus scheint vorerst nichts zu werden.

Zusätzliche Zölle konjunkturell negativ

Die Aussichten für die Weltwirtschaft zeigen sich im Vergleich zum Vorjahr durchzogen. Neben der bereits schwachen Konjunkturlage in der Eurozone kommen auch aus den USA zunehmend schwächere Daten. Hinzu kommt, dass die Folgen des erneut eskalierten Handelsstreits weiterhin nicht in den Schätzungen berücksichtigt sind. Machen die USA ihre Drohung wahr und erheben auch Zölle auf die restlichen Güter, welche sie aus China importieren, wird dies das US-Wachstum signifikant belasten. Denn die Zusatzzölle betreffen nun mehrheitlich Konsumgüter. Die Zölle, welche aktuell in Kraft sind, betreffen in erster Linie Zwischenprodukte. Diese sind zwar aus Kostengründen auch bei Endkunden spürbar, aber nur verzögert und zum Teil abgeschwächt. Werden allerdings alle aus China importierten Konsumgüter mit einem Zoll belegt, wird dies schmerzhaft und direkt im Portemonnaie der US-Bürger spürbar.

Marktteilnehmer mit gewagtem Spiel

Vorerst wird zwischen den USA und China weiterverhandelt und die Hoffnung auf eine Einigung ist wieder zurückgekehrt. Viele Marktteilnehmer rechnen zudem damit, dass im Falle einer weiteren Eskalation die US-Zentralbank bei einer wirtschaftlichen Abkühlung die Zinsen senken wird. Doch darauf zu setzen ist in unseren Augen ein gewagtes Spiel. Denn kommen höhere Zölle auf Konsumgüter, dürfte dies auch auf die Inflation einen positiven Einfluss haben und somit den Spielraum der US-Zentralbank einschränken.

Konklusion: Wir machen dieses riskante Spiel nicht mit, entsprechend bleibt das Untergewicht bei den Aktien bestehen. Auf regionaler Ebene bevorzugen wir weiterhin Schweizer Aktien, bei europäischen Aktien sind wir aufgrund der schwachen Konjunktur- und Gewinnaussichten untergewichtet.

Anlagestrategie SGKB