Ein risikoreiches Anlageumfeld

Die ansehnliche Entwicklung der Aktienmärkte täuscht darüber hinweg, dass die Risiken gestiegen sind. Einerseits trüben sich die Konjunkturaussichten weiter ein und die geopolitischen Risiken sind gestiegen.

Der Angriff auf die beiden Ölraffinerien in Saudi- Arabien ist für die Finanzmärkte glimpflich ausgegangen. Saudi-Arabien kann offenbar einen grossen Teil der Produktionsausfälle kompensieren und der Ölpreis ist nach einem ersten Anstieg wieder gesunken. Das ist für die Weltwirtschaft eine gute Nachricht, denn ein höherer Ölpreis wäre eine zusätzliche Belastung gewesen. Aber die Spannungen am Persischen Golf haben durch den Angriff stark zugenommen und bergen hohe geopolitische Risiken. Auch die Annäherung zwischen China und den USA, die Anfang Oktober ihre Verhandlungen wieder aufnehmen wollen, hat den Aktienmärkten Rückenwind gegeben. Dabei ist hier noch immer vieles unklar und das Angebot Chinas ist das gleiche wie im Frühling, als die Verhandlungen überraschend abgebrochen wurden.

Gold gibt ein «Krisensignal»

Gleich ein ganzer Strauss von Preistreibern hat dem Goldpreis Rückenwind gegeben. Die Aussicht auf eine andauernd expansive Geldpolitik in den Industrieländern ist ein wichtiger Grund. Diese expansive Geldpolitik müssen die Notenbanken wegen gestiegener Wachstumsrisiken ergreifen. Aber auch die allgemein gestiegene Risikoaversion angesichts der hohen geopolitischen Risiken gibt dem Goldpreis Unterstützung. Der Goldpreis ist in den letzten Monaten über die Marke von 1'500 US-Dollar pro Unze angestiegen. Weil der Greenback im gleichen Zeitraum vergleichsweise stabil blieb, hat sich auch für Schweizer Investoren das Engagement im gelben Edelmetall gelohnt.

Notenbanken stützen

Die Notenbanken halten die Geldschleusen weit offen. EZB-Präsident Mario Draghi hat zum letzten Paukenschlag ausgeholt und sowohl die Zinsen gesenkt als auch das Anleihenkaufprogramm neu aufgelegt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat Autonomie bewiesen und ihre Geldpolitik aus gutem Grund unverändert belassen. Die US-Notenbank hat einen weiteren «Präventivschritt» gemacht. Sie hat angesichts der gestiegenen Konjunkturrisiken den Leitzins ein zweites Mal gesenkt. Die Aktienmärkte haben auf die Zinssenkung reagiert, allerdings nicht mit einem Kursfeuerwerk. Und das, obwohl Aktienanlagen aufgrund der tieferen Zinsen gegenüber Obligationen wieder attraktiver geworden sind.

Konklusion: Angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten und wegen der allgemein gestiegenen Unsicherheit haben wir uns für ein Untergewicht bei den Aktien entschieden. Der Goldallokation halten wir die Treue, weil Gold im Umfeld tiefer Zinsen, eines schwächeren USDollars und höherer Risikoaversion Potenzial hat.

Anlagestrategie SGKB