Goldgräberstimmung erfährt Dämpfer

Der US-Aktienmarkt tendierte im März schwächer und verlor im Monatsverlauf leicht. Auch im April konnte er nicht an seinen fulminanten Jahresstart anknüpfen. Politische Entscheidungsprozesse werfen ihre Schatten auf beiden Seiten des Atlantiks voraus und der starke Optimismus hat an Strahlkraft verloren.

Vorlaufende Indikatoren wie die PMIs für den US Service- und Industriesektor waren die greifbaren Signale für einen starken Konjunkturoptimismus. Inzwischen hat der Optimismus, insbesondere für die US-Wirtschaft, etwas an Glanz verloren. Dafür gibt es ökonomische Gründe, aber auch politisch müssen in den USA Hürden genommen werden. Dass die Abstimmung zur Abschaffung von Obamacare nicht wie geplant durchkam, ist ein negativer Faktor. Denn mit der Abschaffung des Gesundheitsprogramms hätten Teile des Infrastrukturprogramms und der Steuererleichterungen finanziert werden sollen. Die Mittel dafür müssen nun neu «beschafft» werden. Hinzu kommt, dass die Diskussion um das fehlende Budget an Aktualität gewinnt. Zwar gehen wir davon aus, dass in den USA eine Einigung für die Budgetfreigabe gefunden wird. Dieser Findungsprozess wird aber von «Verhandlungslärm» begleitet sein, was für Unruhe sorgen könnte.

Sentiment versus Realität

Für uns stärker im Fokus als die politischen Ereignisse rund um den Globus ist nach wie vor der effektive Lauf der Wirtschaft. Und hierbei zeigt sich ein ambivalentes Bild. Auf der einen Seite stehen die vorlaufenden Indikatoren auf historischen Höchstständen. Auf der anderen Seite spiegeln die effektiven Wirtschaftsdaten dieses Bild nicht. Die Konsumausgaben sind solide, aber alles andere als überbordend. Auch die Entwicklung der Inflationsrate ist zwar gut, aber mit dem Rückgang beim Ölpreis hat sie etwas von ihrem positiven Schwung verloren. Als Indikator für eine flottere Konjunkturentwicklung kann sie aktuell nicht mehr hinhalten. Und auch das US-Stellenwachstum im letzten Monat, die Nonfarm- Payrolls, konnten weder die Erwartungen erfüllen, noch ein positives Signal senden. Unterm Strich zeigt sich eine ansprechende Konjunkturentwicklung in den Industrieländern, sowohl in den USA als auch in Europa oder der Schweiz. Die Erwartungshaltung gemessen an den vorlaufenden Indikatoren hat aber zu hohen Erwartungen geführt, welche die effektiven Wirtschaftsdaten nicht halten können. Darum gehen wir davon aus, dass positive Überraschungen in den nächsten Wochen Mangelware sein werden und entsprechend der Aktienmarkt weiter unter Abgabedruck geraten könnte.

Konklusion: An unserer Einschätzung hat sich in den letzten Wochen nichts geändert, weshalb wir die Aktienallokation weiterhin leicht untergewichtet halten. Weil die europäischen Aktienmärkte stark gelaufen sind und wir dort mehr Risiken erkennen, nehmen wir innerhalb der Aktienallokation einen regionalen Shift vor. Wir bauen europäische Aktien auf ein Untergewicht ab und bauen im defensiven Schweizer Aktienmarkt auf.

Anlagestrategie SGKB

Die Anlagestrategie der St.Galler Kantonalbank.