Waffenruhe entlastet, Preisdruck bleibt

Sinkende Ölpreise und die Aussicht auf Frieden im Nahen Osten stützen die techgetriebene Aktienrally. Die Spuren des Krieges mahnen aber zur Vorsicht, weshalb wir Aktien neutral gewichten.

Die USA und der Iran haben eine vorläufige Vereinbarung zur sofortigen und dauerhaften Beendigung der Kampfhandlungen unterzeichnet. Die für die Energiemärkte wichtige Strasse von Hormus soll nach Abschluss der Minenräumung wieder geöffnet werden. An den Aktienmärkten hat die Perspektive auf eine Beendigung des Krieges im Nahen Osten zu weiteren Kursanstiegen geführt. Der Erdölpreis ist ebenfalls wieder deutlich gesunken. Das Vorkrisenniveau wird aber nicht so rasch erreicht werden. Die Normalisierung der Lieferketten und der nötige Lageraufbau werden Zeit benötigen. Die Inflationsraten sind im Mai in den USA und in Europa entsprechend weiter angestiegen. Die Schweiz war bislang nur moderat betroffen, kann sich der globalen Dynamik aber nicht ganz entziehen. Der weitere Verlauf und die Reaktion der Notenbanken hängen primär vom Ausmass der Zweitrundeneffekte ab. Das Risiko einer hartnäckigeren Inflation ist auch bei tieferem Ölpreis nicht ausgestanden. Die amerikanische Wirtschaft zeigt sich im aktuellen Umfeld robust, während in Europa erste Bremsspuren sichtbar werden.

Technologiesektor als Treiber

Getragen wird die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten weiterhin fast ausschliesslich vom Technologiesektor. Wichtige Stützen für das positive Momentum sind das aussergewöhnliche Gewinnwachstum sowie anhaltend positive Gewinnrevisionen, welche die Bewertungen trotz gestiegener Kurse nicht teuer erscheinen lassen. Im Fokus stehen zudem die grossen US-Börsengänge. Das mehrfach überzeichnete SpaceX-IPO macht das Unternehmen auf Anhieb zu einem der grössten Konzerne weltweit. Diese starke Konzentration auf wenige Titel und ein einzelnes Thema erhöht die Abhängigkeit des Marktes und bleibt ein zentrales Korrekturrisiko.

Aktien bleiben neutral gewichtet

Wir behalten die neutrale Aktiengewichtung bei. Innerhalb der Regionen bleiben wir in der Schweiz und in den USA übergewichtet. Die sehr stark gelaufenen Schwellenländer gewichten wir neutral, während wir Europa und Asien-Pazifik untergewichten. Obligationen bleiben aufgrund tiefer Schweizer Zinsen und hoher Währungsabsicherungskosten ebenfalls untergewichtet. Die Gold-Position und die erhöhte Liquiditätsquote dienen als Stabilisatoren im Portfolio-Kontext.

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