Unsicherheit bleibt, aber der Bär hält noch Winterschlaf

Die US-Geldpolitik wird restriktiver und der Bulle an den Finanzmärkten wirkt etwas angeschlagen. Ist es Zeit, aus Aktien auszusteigen?

Die Kombination aus guten Wirtschaftsperspektiven, einem gesunden Gewinnzyklus und einer vorhersehbaren Geldpolitik ist eine gute Basis für die Aktienmärkte. Aber die Marktwirren Anfang Februar waren ein Weckruf. Nach dem sensationellen Börsenjahr 2017 währte die Liebe 2018 nur kurz und eine überzeichnete Angst vor einem möglichen Zinsschock sowie einem Inflationsanstieg verdarb den Jahresstart. Kein Wunder also steht die Frage im Raum, ob die jüngsten Marktunruhen ein Zeichen zum Ausstieg sind oder ob sich ein Engagement in Aktien weiter lohnt.

Viele Indikatoren sprechen für Aktien

Ein Blick auf die Gewinnerwartungen rund um den Globus und auf die vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren sprechen eine klare Sprache. Sie signalisieren, dass die Gewinne der Unternehmen in den nächsten Monaten ansteigen werden und dass auch der Wirtschaftsgang dynamisch und positiv bleiben wird. Auffallend ist, dass sich die Wirtschaft jüngst immer synchroner entwickelt. Das bedeutet, dass neben den USA auch die Länder in Europa und Asien eine stärkere Entwicklung zeigen. Ebenfalls fällt auf, dass die Teuerung zwar positiv und auf gutem Wege ist, aber ein Überschiessen der Inflation in weiter Ferne liegt. Vieles spricht also dafür, dass die Aktienkurse dank guter Grundlagen weiter ansteigen. Ebenfalls spricht für Aktien, dass die Fed bei ihrer Strategie der «Forward Guidance» bleibt. Rund um die US-Geldpolitik würden zwei Dinge Gift für die Aktienmärkte bedeuten. Erstens, ein Abweichen vom Kurs der sachten Rückkehr zu einer restriktiveren Geldpolitik und zweitens ein Überschiessen der US-Inflationserwartungen und damit eine stark höhere Zahl von Zinserhöhungen. Beides scheint aktuell gebannt und bedeutet darum keinen Weckruf für den Bären.

Alarmbereitschaft ist gestiegen

Zwar sind die Daten vielversprechend, aber die Moral der Anleger ist nach den schwierigen Märkten im Februar und März spürbar angeschlagen. Sie reagieren schneller auf kleinste Veränderungen und sind in erhöhter Alarmbereitschaft. Als Folge davon werden die Kursschwankungen an den Märkten zunehmen. Die Entwicklung während der Berichtssaison hat dies gezeigt, als Unternehmen belohnt oder klar abgestraft wurden. Aber auch die Reaktion auf Wirtschaftszahlen unterstreicht diesen Trend. In solchen Marktphasen überzeugt uns der amerikanische Aktienmarkt. Zwar kommen die negativen Impulse für die Aktienmärkte in Europa häufig aus den USA, aber der US-Aktienmarkt zeigt auch jeweils stärkere Erholungsphasen als die Märkte in Europa.

Konklusion: Wir halten aufgrund der Konjunktur- und Gewinndynamik Aktien weiterhin übergewichtet. Weil wir stärker schwankende Märkte erwarten und Schweizer Titel eher teuer sind, nehmen wir eine Teilverschiebung aus Schweizer Aktien in US-Titel vor.

Anlagestrategie SGKB