Geldpolitik ebnete den Bullen den Weg

Während die Wirtschaftsdaten nicht gerade überzeugen, entscheiden sich die Notenbanken für einen weniger restriktiven geldpolitischen Kurs – und das mit Erfolg. Einmal mehr trieben sie die Aktienmärkte positiv an.

Die Wirtschaftsdaten waren auch schon besser. Die vorlaufenden Indikatoren in der Eurozone signalisieren nur noch eine leichte Expansion. Ebenfalls eher schwache Wirtschaftsdaten kommen aus China. Chinas Wirtschaft schwächelt mit einem Wachstum von etwas mehr als 6 % bereits. Ein Umstand, der durch den schwelenden Handelsstreit mit den USA zusätzlich angetrieben wird. Positiv werten wir, dass die chinesische Regierung bereits ein ganzes Arsenal an stimulierenden Massnahmen lanciert hat. Diese haben in der Vergangenheit Chinas Wirtschaft jeweils verlässlich zurück auf den Wachstumspfad geführt. Zu diesem Arsenal zählen die Senkung des Reservesatzes für Banken, um die Kreditvergabe anzukurbeln, oder Steuersenkungen, um den Konsum wieder anzutreiben. Ebenfalls hat sich die chinesische Führung jüngst zu einem besser geschützten Recht auf geistiges Eigentum bekannt. Dies kann durchaus als Entgegenkommen im Handelsstreit mit den USA gewertet werden. Es gibt also Lichtblicke. Aus den USA kommen im Quervergleich noch immer die besten Indikationen. Die konjunkturelle Einschätzung bleibt im Vergleich zum Vormonat in Summe aber unverändert: Die Abschwächung bahnt sich ihren Weg.

Geldpolitik weckt grosse Hoffnungen

Die Geldpolitik auf der anderen Seite hat im aktuellen Marktumfeld wieder die Führung übernommen. Seit die US-Notenbank Anfang des Jahres durchblicken liess, dass sie im Zinserhöhungszyklus eine längere Pause einlegen wird und die Reduktion der Bilanzsumme langsamer anzugehen gedenkt, hat sich an den Aktienmärkten ein starker Optimismus ausgebreitet. Bereits gehen einige Marktteilnehmer von Zinssenkungen durch die Fed aus, was die Aktienmärkte zusätzlich angetrieben hat. Aber ist diese grosse Hoffnung berechtigt? Ist eine wieder expansivere Geldpolitik ein gutes Zeichen und gehen die Erwartungen der Marktteilnehmer nicht zu weit? Die weniger restriktive Geldpolitik hat ihre Ursache in einer konjunkturellen Abschwächung, weshalb wir sie grundsätzlich negativ werten. Aktienmärkte brauchen eigentlich einen nachhaltigen Aufschwung, um sich positiv zu entwickeln. Die Neuausrichtung der Geldpolitik hat aber zwei positive Komponenten. Die erste ist ihre Signalwirkung, welche sie bereits in steigenden Aktienmärkten unter Beweis stellen konnte. Allerdings ist diese positive Komponente nach dem starken Anstieg bereits ausgereizt. Die zweite Komponente ist realwirtschaftlich. Wenn die US-Notenbank sich weniger restriktiv ausrichtet, dann unterstützt sie damit mittelfristig den Wirtschaftsgang.

Hoffnung ist ein schlechter Ratgeber

Es ist durchaus möglich, dass die Erwartung einer expansiveren Geldpolitik die Aktienmärkte noch etwas stützt. Aber wir befürchten, dass die Erwartungen der Marktteilnehmer zu hoch sind und die schwächeren Konjunkturaussichten an den Märkten nach dem fulminanten Start ins Jahr noch nicht genügend in den Preisen berücksichtigt sind. Wir reduzieren darum unsere Risiken in den Mandaten, reduzieren die Aktienallokation und sichern damit einen Teil der positiven Performance.

Anlagestrategie SGKB