Aktienmärkte sind keine Einbahnstrasse

Der November brachte keine Entspannung an die globalen Aktienmärkte. Die Marktlage blieb angeschlagen und entsprechend hoch waren die Tagesschwankungen. In der aufgeheizten Marktstimmung fanden die positiven Aspekte kein Gehör.

Die Liste der politischen Risiken ist im November nicht wirklich kürzer geworden. Das Kräftemessen zwischen der EU und Italien über die italienischen Budgetpläne dauerte an. In Sachen Brexit kehrte die britische Premierministerin Theresa May zwar mit einem 585-Seiten starken Vertrag auf die Insel zurück, aber seine Annahme durch das britische Parlament ist alles andere als sicher. Die USA wollen sich Ende November im Anschluss an das G20-Treffen zwar mit den Chinesen an den Verhandlungstisch setzen, aber eine Einigung ist nicht garantiert.

Anlageklassen spiegeln Unsicherheit

Die politischen Unsicherheiten mit ökonomischen Auswirkungen sind an den Märkten spürbar und sie spiegeln sich nicht nur in den Aktien. So wurde der US-Dollar stärker und zum ersten Mal seit Monaten verzeichneten die Goldfonds wieder Zuflüsse. Auch die Unternehmen blicken vorsichtiger in die Zukunft als in den letzten Quartalen. Vor allem die Industriefirmen sind vorsichtiger geworden. Die schwächere Konjunkturentwicklung in den Schwellenländern und die Aufwertung des US-Dollars bereiten ihnen Sorgen. Hinzu kommen höhere US-Zinsen, welche die Finanzierung verteuern. Weil insbesondere Industrieunternehmen einen prozyklischen Charakter haben, bestärken diese Aussagen die ohnehin schon angeschlagene Stimmung an den Aktienmärkten.

Positive Aspekte gehen unter

In diesen Marktphasen werden positive Aspekte von der schlechten Marktstimmung übertönt. Dabei gibt es nach wie vor Signale, die für ein versöhnliches Jahresende sprechen. Da ist die Konjunkturentwicklung, welche sich zwar abschwächt, aber in keiner Art und Weise eine Rezession signalisiert. Im Gegenteil – die US-Wirtschaft und auch die Weltwirtschaft werden wachsen. Ebenfalls sind die Gewinnaussichten für die Unternehmen weiterhin positiv. Die Wirtschaft kommt einfach in die «reife» Phase der Expansion. Das zeigt sich daran, dass die Inflation tendenziell steigt, die Arbeitslosigkeit schon gesunken ist und die Zinsen höher tendieren. Die Aktienanleger richten sich danach aus. Das bringt mehr Unruhe ins Marktgeschehen und somit auch stärkere Tagesschwankungen. Wir müssen uns wieder an höhere Kursausschläge gewöhnen.

Wellengang mitmachen, USA bevorzugen

Die Gewinn- und Konjunkturaussichten sprechen auch weiterhin für Aktien. Auf der anderen Seite werden die zahlreichen Risiken für Unruhe unter den Anlegern sorgen und die Aktienkurse auf Berg- und Talfahrt schicken. Wegen der Konjunktur- und Gewinnaussichten halten wir am Gleichgewicht fest. Wegen der positiven Gewinnerwartungen halten wir US-Aktien übergewichtet.

Anlagestrategie SGKB