Gute Ausgangslage, aber Risiken nicht unterschätzen

Die Ausgangslage ist gut, aber alle positiven Treiber zeigen sich schwächer. Die restriktivere Ausrichtung der US-Fed sowie die erhöhte Inflation sind nur ein Teil dieses Puzzles.

2021 war ein sehr starkes Aktienjahr. Kann sich das 2022 wiederholen? Ein Stück weit schon, aber nicht in dieser Ausprägung. Alle positiven Treiber zeigen sich schwächer. Da ist die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Diese bleibt weiterhin expansiv, aber das Anleihenkaufprogramm wird richtigerweise zügig reduziert und eine erste Leitzinserhöhung wird ebenfalls bald folgen. Auch auf der Konjunkturseite dominieren weiterhin die positiven Nachrichten, aber nach dem starken Nachholeffekt 2021 wird das «Wirtschaftszahlenfeuerwerk» abnehmen. Diese Kombination führt nicht zu einem Bärenmarkt, aber sie wird die Kursschwankungen an den Finanzmärkten erhöhen. Deshalb macht es Sinn, auf den Höchstständen Gewinne zu realisieren und gesamthaft die Aktienrisiken zu reduzieren.

Planbarkeit und Abschwächung im Fokus

Die Inflationsentwicklung steht besonders im Fokus. Hier ist wichtig, dass der Inflationsdruck im Verlaufe des ersten Halbjahres 2022 abnimmt. Nur so haben die Notenbanken weiterhin die Möglichkeit, um zwischen stimulierenden und restriktiveren Massnahmen eine bestmögliche Balance zu finden. Ebenfalls ist nur so die Vorhersehbarkeit gegeben, welche die Finanzmärkte liebgewonnen haben. Diese vermeintliche Sicherheit könnte im kommenden Jahr Risse bekommen, vor allem weil die Inflation mit ihrer Eigendynamik dieses Vorgehen auf die Probe stellen wird. Die Inflationsentwicklung beeinflusst auch die Unternehmensergebnisse. Diese werden sich weiterhin positiv entwickeln, aber die Wachstumsraten werden sich – ebenso wie bei der Konjunktur – abschwächen, weil der Nachholeffekt ausläuft und höhere Preise die Konsumbereitschaft über die Zeit schmälern.

Aktien ja, aber mit Bedacht

Weil es an Alternativen fehlt und die Ausgangslage weiterhin positiv ist, sind Aktien auch zum Jahresstart eine attraktive Anlageklasse. Mit einer neutralen Gewichtung investieren wir etwas vorsichtiger, aber noch immer mit einer Portion Optimismus. Auf Ebene Regionen reduzieren wir das Übergewicht in US-Aktien nur leicht, Schweizer Aktien und auch die Aktienmärkte Europas reduzieren wir auf eine neutrale Quote. Vorsichtig sind wir nach wie vor den Schwellenländern gegenüber eingestellt, welche durch die Vorgänge in China dominiert werden. Obligationen halten wir unverändert untergewichtet und Gold bleibt unsere Versicherung gegen eine erhöhte Volatilität.

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