Friede, Freude, Eierkuchen?

Die Stimmung an den Aktienmärkten ist ansteckend – ansteckend gut. Die Volatilitäten sind historisch tief, die Stimmungsumfragen auf der anderen Seite historisch hoch.

Der Konjunkturoptimismus in den Industrieländern scheint mit den Händen greifbar. Ein Blick auf die vorlaufenden Indikatoren zeigt, dass die Ampeln auf tief grün stehen. Die vorlaufenden Indikatoren geben ein verlässliches Stimmungsbild der Wirtschaftsakteure ab und signalisieren mit aktuellen Werten von deutlich über 50, dass die Wirtschaft in allen grossen Industrieländern in den nächsten drei bis sechs Monaten weiter wachsen wird. Sicherlich sticht der Wert für die USA hervor, der seit Juli 2016 kräftig zugelegt hat. Aber auch der Wert für die Eurozone fällt positiv auf und signalisiert, dass es konjunkturell aufwärts gehen könnte. Eher verhalten sind nach wie vor die Aussichten für China. Zwar ist dieser Wert auch im expansiven Bereich, aber nur knapp. Chinas Konjunkturentwicklung überzeugt uns nicht und gerade hier erkennen wir ein gewisses Risiko für die Aktienmärkte. Das ist ein Grund, weshalb wir trotz der guten Ausgangslage in den USA und der Eurozone ein Gleichgewicht bei den Aktien halten und die Anlageklasse nicht stärker gewichten.

Prinzip Hoffnung?

Ein weiterer Grund, weshalb wir ob der Lage an den Märkten nicht in Euphorie verfallen, ist der Vergleich zwischen den Erwartungen und den effektiven Wirtschaftszahlen. Zwar sehen wir, dass die Konjunkturlage gut ist und wir erwarten auch in diesem Jahr eine positive Entwicklung des Welt-BIPs. Wir sehen aber auch, dass die positiven Konjunkturerwartungen in der Entwicklung der Aktienmärkte zu grossen Teilen bereits berücksichtigt sind. Darum erkennen wir nicht mehr viel Luft nach oben. Dies zeigt der Vergleich der vorlaufenden Indikatoren und der Aktienmarktentwicklung. Ebenfalls fällt uns auf, dass im aktuellen Umfeld vor allem aktienpositive Nachrichten ins Gewicht fallen, während die kritischen Signale für die Aktienmarktentwicklung von der Mehrheit der Marktteilnehmer unter den Teppich gekehrt werden. In unserer aktuellen taktischen Allokation spielte also das Abwägen zwischen sichtbaren Chancen und versteckten Risiken eine grosse Rolle.

Konklusion: Die Basis für steigende Aktienmärkte ist mit der guten Konjunkturentwicklung und einer andauernd expansiven Geldpolitik gelegt. Aber viele der positiven Faktoren sind in der starken Entwicklung der Märkte berücksichtigt, weshalb wir auch den potenziellen Risiken innerhalb der Allokation Rechnung tragen wollen. Ein Gleichgewicht ist bei dieser Ausgangslage stimmig. Bei den Obligationen erwarten wir keine grossen Verschiebungen, so dürften die Zinsen an den Kapitalmärkten mittelfristig steigen. Dabei bleiben die Kreditrisikoprämien aber weiterhin tief.

Anlagestrategie SGKB

Die Anlagestrategie der St.Galler Kantonalbank.