Der Wind frischt auf

Von der Aktienperformance der letzten Monate werden wir noch unseren Enkeln erzählen. Es war eine einmalige Kombination aus einer expansiven Geldpolitik, einer starken Konjunkturerholung und steigenden Unternehmensgewinnen. Jetzt dreht der Wind und die stark positiven Signale verlieren an Dynamik, was mehr Unruhe an den Märkten auslösen wird.

Seit Anfang Jahr können die grossen Aktienmärkte mit einer einmaligen Performance auftrumpfen. Der amerikanische Leitindex S&P500 legte um 20 % zu, sein europäisches Pendant EuroStoxx50 um 18 %. Auch der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich mit einem Plus von 20 % von seiner Sonnenseite.

Historische Gegenbewegung

Die Corona-Pandemie hatte das Wirtschaftsgeschehen zum Erliegen gebracht. Die Geschäfte waren zu, die Flugzeuge blieben am Boden und die Regierungen rund um den Globus mussten tief in die Tasche greifen, um die Wirtschaftsstruktur zu stabilisieren. Das hat sich bisher ausbezahlt. Die Erholung nach den Lockdowns, als das Wirtschaftsleben wieder Fahrt aufnahm, war einmalig stark und positiv. Die Exporte Italiens legten um 80 % zu. Das ist natürlich der tiefen Vergleichsbasis geschuldet, aber die Gegenbewegung konnte nur dank der intakten Struktur so ausgeprägt ausfallen. Auch der Flughafen Zürich hat trotz Reiserestriktionen bereits wieder 60 % seiner Vorkrisen-Auslastung erreicht. Viele Firmen konnten auf ihre Belegschaft zurückgreifen und vergleichsweise schnell ihre Produktion wieder ausweiten. Das zeigt sich auch beim Blick auf die Unternehmensergebnisse. Bereits im Vorfeld hatten die Analysten für das zweite Quartal sehr hohe Gewinnsteigerungen erwartet und sie wurden nicht enttäuscht. Die Unternehmen haben die sehr hohen Erwartungen erfüllt. Vor allem in den Sektoren, die von der Pandemie negativ betroffen waren, zeigte sich eine ausgeprägte Gegenbewegung.

Die Luft wird dünner

Die starke Erholung hat zu steigenden Preisen geführt. Die hohe Nachfrage und gleichzeitig gestresste Lieferketten haben bei gewissen Produkten zu einer Verknappung des Angebots geführt. Besonders prominent ist die Lage bei den Elektronik-Chips, wo die Verknappung bei Autos, Computern und Haushaltsgeräten spürbar ist. Porsche beispielsweise hat Autos bereits «vorproduziert» und wartet nur noch darauf, die Chips einzusetzen. Auch sind die Preise vieler Rohstoffe sowie die Frachtkosten für den Seetransport stark gestiegen. Viele Unternehmen erwarten darum, dass ihre Margen nicht weiter steigen werden. Hinzu kommt, dass die höheren Preise die Notenbanken unter Druck bringen, sich von der stark expansiven Geldpolitik langsam, aber sicher zu verabschieden. Und zu guter Letzt werden sich die momentan starken Wirtschaftsdaten in den kommenden Monaten abschwächen. Die Luft für positive Überraschungen wird dünner, was negatives Überraschungspotenzial birgt.

Guter Moment für Aktienreduktion

Nach den sehr starken Aktienmonaten nehmen wir eine Reduktion der Aktienquote vor und realisieren einen Teil der Gewinne. Wir halten Aktien neu gleichgewichtet, weil wir nach einer Korrektur wieder stärkere Märkte erwarten. 

Anlagestrategie SGKB

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