Was setzt sich durch: Politik oder Wirtschaft?

Die Finanzmärkte befinden sich im Zwiespalt zwischen politischen Turbulenzen und einem guten Wirtschaftsgang. Wir erwarten, dass sich die Wirtschaft durchsetzen wird.

Die letzten Monate waren an den Börsen durch ein stetiges Auf und Ab geprägt. Das ist für Aktienmärkte nicht ungewöhnlich. Nach der Einbahnstrasse nach oben im letzten Jahr müssen sich die Anleger aber zuerst wieder an die neue Realität gewöhnen. Das ist nötig, weil dieses Muster auch im restlichen Jahresverlauf das Börsengeschehen prägen wird. Aktuell stehen sich zwei entgegengesetzte Kräfte gegenüber, welche um die Gunst der Anleger buhlen. Auf der einen Seite sind es die politischen Turbulenzen, welche in regelmässigen Abständen Unsicherheit schüren. Auf der anderen Seite ist es die gute Entwicklung der Wirtschaft, insbesondere in den USA, welche sich bisher vom politischen Gerangel unbeeindruckt zeigt.

Politische Ereignisse mit kurzem Atem

Viele politische Brennpunkte haben einen lokalen Charakter und damit auf den Gang der Weltwirtschaft nur einen geringen Einfluss. Dazu gehören die Probleme in einzelnen Schwellenländern wie Argentinien oder der Türkei, aber auch die populistischen Provokationen in Italien. Potenziell gefährlich ist der Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt. Effektiv negativ beeinflusst wurden aber bisher nur einzelne Sektoren und Firmen, nicht die Wirtschaft in der Breite. Negative Geschichten wie diejenige von Harley-Davidson sind von anekdotischer Natur. Der für die Wirtschaft immer wichtiger werdende Dienstleistungsbereich ist dagegen von den Zöllen auf den Handelsgütern kaum betroffen. Die Folgen des Handelsstreites werden erst mit der Zeit sichtbar werden. Viele der angedrohten Zölle treten erst im Herbst überhaupt in Kraft. Zudem dauern wirtschaftliche Prozesse lange, bis sie Wirkung entfalten und in den Daten zum Vorschein kommen.

Der Konjunkturmotor in den USA brummt

Trump wird das Thema des aus seiner Sicht unfairen Handels am Köcheln halten. Er kann sich dieses Vorgehen leisten, da der US-Konjunkturmotor weiter brummt und über den Sommer sogar sogar noch an Dynamik zulegen konnte. Das zumindest deuten die vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren an, die nach einer Delle im Frühjahr wieder stärker werden. Der gute Wirtschaftsgang gibt den Börsen den nötigen Halt, um die zwischenzeitlichen Kursrückschläge wieder zu korrigieren. Gefährlich für die Aktienmärkte wird es erst, wenn sich die Anzeichen mehren, dass der Konjunkturzyklus seinen Zenit nächstens überschreiten wird. Davon sieht man aber noch nichts.

Aktien bleiben attraktiv

Die Konjunktur- und Gewinnaussichten für Aktien sind weiterhin vielversprechend. Die restriktivere Geldpolitik der Fed wird sich erst im nächsten Jahr negativ auswirken. In der Zwischenzeit werden politischen Themen immer wieder Unsicherheit schüren und die Kurse vorübergehend belasten. Aber die wirtschaftlichen Grundlagen stimmen, weshalb wir an unserem Übergewicht der US-Aktien festhalten.

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