Abkühlung ja, aber keine Rezession

Der Jahresausklang 2018 war an den Aktienmärkten brutal. Es war eine toxische Mischung aus aufflammenden Konjunktursorgen und politischen Risiken, welche die Märkte talwärts schickte. Mit dem Jahreswechsel blieb die Unsicherheit erhöht, auch wenn die Aktienmärkte keinen schlechten Jahresstart zeigten.

Dass die Risikoaversion in den letzten Wochen an den globalen Finanzmärkten gestiegen ist, zeigt sich an der Entwicklung der Kursschwankungen an den Aktienmärkten. Diese lässt sich am Volatilitätsindex VIX ablesen, welcher in den letzten Wochen deutlich über den kritischen Wert von 20 % gestiegen ist. Auch ein Blick an die Kapitalmärkte offenbart eine angespannte Situation. So sind die Kreditrisikoprämien nach oben geklettert und zeigen, dass die Anleger eine höhere Entschädigung für ihr Kreditrisiko verlangen. Das Investorensentiment ist angespannt und es mehren sich die Stimmen von Kommentatoren und Analysten, die bereits vor einer Rezession warnen und die Unsicherheit weiter schüren. Eine Rezession wäre eine denkbare schlechte Ausgangslage für die Aktienmärkte und eine starke Korrektur von rund 30 % wäre in einem solchen Fall wahrscheinlich.

Überzogene Rezessionssorgen

Ein Blick auf die vorlaufenden Indikatoren in den USA, Europa und China offenbart, dass die Zeit der zunehmenden Wachstumsdynamik für die nächsten Monate abgelaufen ist. Die Einkaufsmanagerindizes in den USA haben sich von ihren Höchstständen distanziert. Bis auf den vorlaufenden Indikator Chinas notieren die wesentlichen Indikatoren aber weiterhin über 50 Punkten, was eine Expansion der Wirtschaftsleistung erwarten lässt. Aktuell deuten die Wirtschaftszahlen unseres Erachtens nicht auf eine Rezession hin, signalisieren aber eine Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Dass Chinas Wirtschaftsmotor aber schwächelt, sorgt für ein klammes Gefühl bei vielen Investoren. Es passt gut ins Bild, dass Chinas Wirtschaft wegen des Handelsstreits mit den USA leidet und in den nächsten Monaten auch die USA von negativen Einflüssen betroffen sein könnte. Diese Vermutung ist nicht von der Hand zu weisen und es wäre vermessen zu denken, dass ein Handelsstreit nur für eine Seite negativ wäre. Aber eine Rezession vermag der Handelsstreit nicht zu verursachen.

Politik verunsichert

Der Handelsstreit zwischen China und den USA ist ein politisches Thema mit einer grossen ökonomischen Wirkung. Es sorgt für grosse Unsicherheit bei den Anlegern. In eine ähnliche Richtung geht der andauernde Haushaltsstreit in den USA, welcher zu einer teilweisen Stilllegung der Verwaltung führte. Und auch der Brexit führt zu einer ähnlichen Verunsicherung. Bei allen drei Themen ist weder der Ausgang noch die Zeit bis zur Lösung einschätzbar. Darum sind sie Unsicherheitsfaktoren, können aber bei einer Lösung auch zu einer grossen Chance werden.

Konklusion: Die Unsicherheit an den globalen Aktienmärkten kommt nicht von ungefähr. Aber die Angst vor einer möglichen Rezession halten wir für überzogen. Darum bleibt unsere Gewichtung in der Aktienallokation unverändert. Wir rechnen nicht mit einer Trendwende, aber mit einer leicht positiven Entwicklung. An unserer Goldallokation als Versicherung halten wir ebenfalls fest.

Anlagestrategie SGKB