Gute Grundlagen, aber auch Risikopotential

Die US-Zinsen werden in den kommenden Monaten weiter stufenweise ansteigen. Die Geldpolitik, die Konjunktur- sowie Inflationsentwicklung sind die treibenden Kräfte. Die guten Grundlagen haben an den Aktienmärkten wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Der MSCI World zeigte sich nach zwei Monaten mit negativer Kursentwicklung zuletzt wieder stabil. Der US-Aktienmarkt legte im Monatsverlauf zu, der Schweizer Aktienmarkt und auch der EuroStoxx50 wiesen ebenfalls positive Monatsbilanzen aus. Nur die Aktienmärkte der Schwellenländer zeigten noch keine Trendwende nach oben und blieben unter Druck. Negative Meldungen aus Südamerika, Beispiele sind Argentinien und Venezuela, belasten die Marktstimmung. Hinzu kommen die steigenden US-Zinsen, welche insbesondere Kapitalabflüsse aus den fragilen Staaten wie der Türkei oder Argentinien provozieren. Die Aktienmärkte der Industrieländer und auch diejenigen der asiatischen Schwellenländer zeigten sich davon weit weniger beeindruckt. Die soliden konjunkturellen Grundlagen und die vielversprechenden Gewinnerwartungen spielen dort aktuell die wichtigere Rolle und geben Unterstützung. Allerdings können sie keinen ausdauernden positiven Gegentrend auslösen. Auch die Geopolitik spielt hierbei eine Rolle, allerdings sendet ihr Fortgang sowohl positive als auch negative Signale.

Gute Grundlagen, Zinsen mit Störsignalen

3% – diese kritische Marke hatte die Rendite für die 10-jährige US-Staatsanleihe in den letzten Wochen locker hinter sich gelassen. Positiv fällt auf, dass der Zinsanstieg lediglich für ein Rauschen im Blätterwald sorgte. Die Aktienmarktteilnehmer nahmen den Anstieg zwar zur Kenntnis, aber er löste kaum Marktbewegungen aus. Dabei notierte die Rendite zum letzten Mal 2013 in diesen «schwindelerregenden» Höhen als der damalige US-Notenbankchef Ben Bernanke mit einem Abschluss des Quantitative Easing (QE) liebäugelte. Damals löste der Renditeanstieg Unruhen an den globalen Finanzmärkten aus und die Fed distanzierte sich von ihrem Vorhaben. Die Zinsen sanken. Weil die US-Wirtschaft gut läuft, die Inflation in den kommenden Monaten weiter ansteigen wird und der «Rückbau» des QE bereits startete, ist die Ausgangslage aktuell eine andere als 2013. Die Anleger verstehen, dass die Zinsen am langen und kurzen Ende steigen müssen. Solange die Zinskurve nicht invers wird – wenn die kurzen Zinsen höher sind als die langen Zinsen – ist alles okay. Sollte die Zinskurve diese Form annehmen, stünde die Ampel auf Rot, weil dies der Vorbote einer Rezession wäre.

Konklusion: Das Bild an den globalen Finanzmärkten ist «ausgewogen». Höhere Zinsen stehen einem guten Gewinnzyklus und einer soliden Konjunkturentwicklung gegenüber, was für ein Gleichgewicht bei der Aktienallokation spricht.

Anlagestrategie SGKB