11. Juni 2024, Tägliche Marktsicht

Schwacher Wochenstart

Die Europaratswahl sorgte für Verunsicherung. Daneben zeigten sich die Marktteilnehmer vor dem am Mittwoch anstehenden US-Notenbankentscheid und der Veröffentlichung der US-Inflationszahlen zurückhaltend.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.95%, SPI: -0.92%, SMIM: -0.77%

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte gestern einen schwachen Wochenauftakt. Der Leitindex SMI schloss letztlich 1.0% im Minus. Belastend wirkten sich die Indexschwergewichte aus, welche sich als Bremsklötze bemerkbar machten. So büsste Nestlé (-2.5%) einen Teil der seit Ende Mai erlangten Gewinne aufgrund einer Ratingrückstufung wieder ein und war am Tabellenschluss zu finden. Roche (-1.2%) und Novartis (-0.7%) drückten ebenfalls die Stimmung. Daneben zeigten sich die Marktteilnehmer vor dem am Mittwoch anstehenden US-Notenbankenentscheid, an dem keine Veränderung erwartet wird, und der Publikation der US-Inflationsdaten für den Mai von der zurückhaltenden Seite. Das Ergebnis der Europaratswahl belastete ebenfalls die Stimmung. Von den 20 Blue Chips notierten einzig die vier Werte Givaudan (+1.1%), Holcim (+0.6%), Geberit (+0.2%) und Lonza (+0.2%) im positiven Bereich. Auf der Verliererseite standen auch die Grossbank UBS (-1.4%) und der Rückversicherer Swiss Re (-1.2%). Der Industriekonzern Sulzer (+1.0%) gab gestern im Rahmen des Investorentages neue und höhere Mittelfristziele bekannt. Mit der Strategie «Sulzer 2028» möchte der Konzern mehr Wert schaffen. Ein organisches Wachstum in den drei Märkten Energiesicherheit und -Transition, natürliche Ressourcen und Prozessindustrie liegt im Fokus. Dabei wird bis 2028 ein organisches Umsatzwachstum über dem Markt, sowie eine EBITDA-Marge über 17% und einen ROCE über 22% (organisch) angestrebt. Am breiten Markt fielen die Aktien von Meyer Burger (-12.5%) mit einem deutlichen Kursminus auf und reagierten damit negativ auf die Europaratswahl.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.69%, DAX: -0.34%

Die europäischen Aktienmärkte starteten schwach in die neue Handelswoche. Für Unsicherheiten sorgte die Europaratswahl insbesondere in Frankreich, wo Präsident Macron überraschend Parlamentsneuwahlen ankündigte. Der französische CAC40 verlor mit einem Minus von 1.4% dann auch am stärksten unter den europäischen Indizes. Dahinter folgte der länderübergreifende EuroStoxx50 (-0.7%) und der spanische IBEX35 (-0.4%). Auf Sektorenstufe gehörten einzig die Energieaktien zu den Gewinnern. Die stärksten Abgaben verzeichneten hingegen die Sektoren Nichtzyklischer Konsum, Finanzen und Zyklischer Konsum. Im CAC40 gehörten vor allem die Finanzwerte zu den Verlierern. So gaben Societe General (-7.5%), Edenred (-6.3%) und BNP Paribas (-4.8%) deutlich nach.

Aktienmärkte USA

DowJones: +0.18%, S&P500: +0.26%; Nasdaq: +0.35%

Die amerikanischen Aktienmärkte sind positiv in die neue Handelswoche gestartet und konnten leicht zulegen. Im Fokus der Marktteilnehmer steht morgen Mittwoch der Fed-Zinsentscheid sowie die Publikation der US-Inflationszahlen, wovon sich die Marktteilnehmer neue Informationen über den weiteren geldpolitischen Pfad der US-Notenbank Fed erhoffen. Der technologielastige Nasdaq avancierte um 0.4%, während der marktbreite S&P500 0.3% und der US-Leitindex DowJones 0.2% höher schliessen konnten. Aus Branchensicht schwangen die Bereiche Versorger, Energie und Kommunikationsdienste obenaus. Unterdurchschnittlich schlossen hingegen die Sektoren Finanzen, Nichtzyklischer Konsum und Grundstoffe ab. Apple gehörte mit einem Minus von 1.9% zu den Tagesverlierern im DowJones. Der Konzern gab gestern bekannt, wie KI bei Appleprodukten angewendet werden soll. Die Präsentation enttäuschte, da sich die Marktteilnehmer mehr erhofft hatten. Von einem positiven Bericht für die Zulassung des Alzheimermedikaments Donanemab erhielt der Pharmakonzern Eli Lilly (+1.8%) gestern Rückenwind.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.455% DE: 2.669% CH: 0.801%

Die Rendite der richtungsweisenden US-Staatsanleihe legte gestern leicht zu. Gestützt wurden die Renditen auch zu Beginn der Woche vom starken Arbeitsmarktbericht in den USA. Dieser wurde am Freitag publiziert und hatte für einen deutlichen Anstieg der Rendite der 10-jährigen US-Treasury gesorgt.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8967
Euro in US-Dollar: 1.0768
Euro in Franken: 0.9656

Der Euro verspürte zu Wochenbeginn Gegenwind und verlor gegenüber allen G10-Währungen an Wert. Grund dafür waren die am Sonntagabend veröffentlichten Ergebnisse der Europaratswahl. Die Verluste der europafreundlichen Parteien schwächten gestern die Gemeinschaftswährung.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 77.68 pro Fass
Goldpreis: USD 2'298.31 pro Unze

Der Ölpreis hat gestern deutlich zugelegt und setzte damit seine Gegenbewegung zu den Preisabschlägen von anfangs letzter Woche fort. Diese Woche veröffentlichen das Ölkartell OPEC und die Internationale Energieagentur ihre Monatsberichte. Die Einschätzungen über Angebot und Nachfrage dürften für weitere Bewegungen am Ölmarkt sorgen.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden zu Wochenbeginn keine relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Im Verlauf der Woche stehen Daten zur US-Inflation sowie der Zinsentscheid der US-Notenbank im Fokus.

Angela Truniger

Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich