Jahresabschluss 2016: Reingewinn um 9.5 % gesteigert

St. Gallen, 16. Februar 2017

Die St.Galler Kantonalbank blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Sowohl die Kundenausleihungen als auch die Verwalteten Vermögen erfuhren erfreuliche Zuflüsse. Der Betriebsertrag blieb auf Vorjahresniveau. Demgegenüber konnte der Geschäftsaufwand um 5 % gesenkt werden. Der Reingewinn liegt mit 146 Millionen Franken um 9.5 % höher als im Vorjahr.

Starkes Neugeschäft

Die St.Galler Kantonalbank konnte im vergangenen Jahr ihr Geschäftsvolumen sowohl bei den Kundenausleihungen als auch bei den Verwalteten Vermögen ausweiten: Das Neugeschäft belief sich auf starke 2.3 Mia. Franken, was einem Wachstum von 3.8 % entspricht. Das Nettoneugeschäft bei den Ausleihungen betrug 640 Mio. Franken (+2.6 % gegenüber Vorjahr), während das Net New Money bei den Verwalteten Vermögen 1.6 Mia. Franken ausmachte (+4.5 %). Die Bank ist damit wie geplant wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, nachdem die vergangenen zweieinhalb Jahre durch bewusste Reduktionen im Zusammenhang mit dem weitgehenden Ausstieg aus dem grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft und der Durchsetzung der Steuertransparenz der ausländischen Kunden geprägt waren.

Ausgeglichener Betriebsertrag

Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 5.9 % oder 17.3 Mio. Franken auf 310.6 Mio. Franken. Für diesen Zuwachs verantwortlich waren sowohl der gestiegene Bruttoerfolg (+ 8.9 Mio. Franken) als auch die Auflösung von Wertberichtigungen für Ausfallrisiken im Kreditgeschäft (+8.4 Mio. Franken), die aufgrund der sehr guten Qualität des Kreditportfolios möglich und nötig war. Die regionale Wirtschaft hat sich im Jahresverlauf den anspruchsvollen Rahmenbedingungen und anhaltenden Unsicherheiten zum Trotz gut entwickelt. Die Frühwarnindikatoren im Kreditportfolio sind unverändert positiv. Dagegen entwickelte sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 7.2 % oder 7.9 Mio. Franken rückläufig und belief sich auf 101.8 Mio. Franken. Ausschlaggebend dafür war die anhaltende Zurückhaltung der Anleger, welche mit Investitionen abwarten und stattdessen hohe Bestände in Liquidität halten.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ging ebenfalls zurück. Da die SGKB keinen Eigenhandel betreibt ist der Kundenhandel im Zusammenhang mit dem Wertschriftengeschäft bestimmend, so dass das Transaktionsvolumen im Handel im Gleichschritt mit dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft zurückglitt. Zudem profitierte das Handelsgeschäft im Vorjahr noch von der Aufhebung der Franken/Euro-Grenze und verbunden damit von einem kurzfristig lebhaften Devisenhandel. Der Wegfall dieses Effektes führte massgeblich zu einem starken Rückgang des Erfolgs aus dem Handelsgeschäft um 17.8 % oder 6.6 Mio. Franken auf 30.6 Mio. Franken.

Der gesteigerte Zinserfolg konnte als Hauptertragspfeiler die übrigen rückläufigen Ertragskomponenten Kommissionsgeschäft und Handelsgeschäft praktisch ausgleichen. Deshalb blieb der Betriebsertrag mit 448.5 Mio. Franken (-0.5 % oder -2.4 Mio. Franken) gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant.

Sachaufwand und Personalaufwand gesenkt

Der Geschäftsaufwand wurde um 4.6 % oder 11.9 Mio. Franken auf 246.0 Mio. Franken gesenkt. Der Personalaufwand reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 2.0 % oder 3.3 Mio. Franken auf 157.7 Mio. Franken. Der Personalbestand wurde um 0.6 % leicht reduziert. Ebenso ging der Sachaufwand um 8.9 % oder 8.6 Mio. Franken zurück und belief sich auf 88.3 Mio. Franken. Im Vorjahr 2015 belasteten Verfahrenskosten des US-Programms sowie einmalige Kosten für die Strategieumsetzung und die Integration der Vadian Bank das Ergebnis.

Kennzahlen im Plus

Aufgrund des gehaltenen Betriebsertrages und des rückläufigen Geschäftsaufwands verzeichnete die St.Galler Kantonalbank 2016 einen um 9.5 Mio. Franken auf 202.5 Mio. Franken gesteigerten Bruttogewinn (+4.9 %). Der Geschäftserfolg (Betriebsergebnis) stieg massgeblich infolge des Wegfalls der besonderen Belastung im Zusammenhang mit dem US-Programm um 31.8 % oder 45.0 Mio. Franken auf 186.5 Mio. Franken. Das ausserordentliche Ergebnis reduzierte sich netto um 26.8 Mio. Franken. Im Sinne einer allgemeinen Risikovorsorge wurde eine Reserve für allgemeine Bankrisiken im Umfang von 13.0 Mio. Franken gebildet. Zudem fiel im Vorjahr ein um 14.5 Mio. Franken höherer Erlös aus dem Verkauf der Swisscanto an. Der Konzerngewinn stieg um 9.5 % oder 12.6 Mio. Franken auf 146.0 Mio. Franken.

Unveränderte Dividende von 15 Franken pro Aktie

Die Aktionärinnen und Aktionäre der St.Galler Kantonalbank kamen 2016 – zusammen mit der Dividende und einer positiven Aktienkursentwicklung (+9.7 %) – in den Genuss einer Aktienrendite von 13.9%. Der Verwaltungsrat wird der ordentlichen Generalversammlung vom 3. Mai 2017 eine unveränderte Dividende von 15 Franken pro Aktie vorschlagen. Dieser Antrag entspricht der langfristigen und stabilen Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote zwischen 50 % und 70 % des ausgewiesenen Reingewinns. Die vorgeschlagene Dividende von 15 Franken entspricht einer Ausschüttungsquote von 57.3 % bezogen auf den Konzerngewinn und einer attraktiven Dividendenrendite von 3.8 % bezogen auf den Jahresendkurs von 396 Franken.

71.8 Millionen Franken für Kanton St. Gallen

Mit der beantragten Dividendenausschüttung, der Abgeltung für die Staatsgarantie sowie den Kantons- und Gemeindesteuern erhalten der Kanton St. Gallen und die Gemeinden für das Geschäftsjahr 2016 von der St.Galler Kantonalbank rund 71.8 Mio. Franken. Hinzu kommt das Steuersubstrat, das durch die überwiegend im Kanton St.Gallen wohnhaften SGKB-Mitarbeitenden generiert wird.

Solide Kapitalisierung, stabiles Rating

Die St.Galler Kantonalbank weist per 31.12.2016 ein Eigenkapital von 2.1 Mia. Franken bzw. anrechenbare Eigenmittel von 2.2 Mia. Franken aus. Die Gesamtkapitalquote auf den risikogewichteten Aktiven beträgt 15.6 %. Mit diesen Werten erfüllt die SGKB die Eigenmittelvorschriften nach Basel III komfortabel. Die Ratingagentur Moody’s stuft die St.Galler Kantonalbank unverändert mit der sehr guten Bonitätsbewertung Aa1 ein.

Neue digitale Dienstleistungen

Die St.Galler Kantonalbank hat auch im Jahr 2016 ihre digitalen Dienstleistungen erweitert. Neu hinzu kam beispielsweise die Möglichkeit für bestehende Kundinnen und Kunden, Hypotheken online zu verlängern. Dieses Angebot wird in nächster Zeit ausgebaut, so dass künftig auch neue Hypotheken online abgeschlossen werden können. Ebenso besteht neu die Möglichkeit, ein Konto mittels Video-Identifikation online zu eröffnen. Die Lancierung dieses Angebots wurde bereits in den ersten paar Wochen rege genutzt. Im vergangenen Jahr hat die St.Galler Kantonalbank zudem einen Finanzassistenten im E-Banking eingeführt, welcher eine bessere Verwaltung und Übersicht der eigenen Finanzen ermöglicht.

Ausblick Jahresabschluss 2017

Die St.Galler Kantonalbank geht davon aus, dass das operative Geschäft in diesem Jahr solide verläuft und erwartet deshalb einen Konzerngewinn im Rahmen des ausgewiesenen Ergebnisses 2016.

Kennzahlen

In CHF Mio. 2016 2015 Veränderung
Betriebsertrag 448.5 450.9 - 0.5 %
Geschäftserfolg (Betriebsergebnis) 186.5 141.5 + 31.8 %
Konzerngewinn 146.0 133.4 + 9.5 %
In CHF Mio. 31.12.2016 31.12.2015 Veränderung
Bilanzsumme 32‘201 31‘189 + 3.2 %
Kundenausleihungen 24'921 24'243 + 2.8 %
Verwaltete Vermögen1 38’330 36'176 + 6.0 %
Eigenkapital 2‘148 2'075 + 3.5 %
Mitarbeitende
umgerechnet auf Vollzeitstellen
(Durchschnittsbestand)
1227
1056
1234
1065
- 0.6 %
- 0.9 %

1: Verwaltete Vermögen = Kundeneinlagen (Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform und übrige Verpflichtungen gegenüber Kunden), Kassenobligationen sowie Depotvermögen (Assets under Management). Nicht enthalten sind Custody Assets (= Vermögenswerte, die lediglich zu