Halbjahresabschluss 2015: Höherer Reingewinn

Das Halbjahresresultat der St.Galler Kantonalbank steht ganz im Zeichen der Negativzinsen sowie der aufgehobenen Euro-Untergrenze. Die entsprechenden Belastungen des Zinsengeschäfts wurden durch ein lebhaftes Handelsgeschäft sowie den Verkauf des Anteils an der Swisscanto Holding mehr als kompensiert. Insgesamt verzeichnet die SGKB deshalb einen um 15.5 % höheren Reingewinn von 84.6 Mio. Franken.

Statements von CEO Roland Ledergerber

11. August 2015

Halbjahresabschluss 2015

Das Halbjahresresultat der St.Galler Kantonalbank ist geprägt von Negativzinsen und von der aufgehobenen Euro-Untergrenze. Trotz diesen schwierigen Marktbedingungen erwirtschaftet die SGKB einen um 15.5 % höheren Reingewinn von 84.6 Mio. Franken.

Erwartungsgemäss schlugen sich die Folgen aus dem SNB-Entscheid, die Euro-Untergrenze von 1.20 Franken aufzuheben sowie Negativzinsen einzuführen, direkt im Zinsengeschäft nieder. Zum einen ist der Druck auf die Zinsmarge unverändert hoch: Die Spar- und Kontozinssätze haben sich von den Geldmarktsätzen entkoppelt, weil die St.Galler Kantonalbank alles daran setzt, ihren Kunden im Grundsatz keine Negativzinsen zu belasten, während die Geldmarktsätze deutlich im negativen Bereich liegen. Zum anderen hat sich der Zinsaufwand für Absicherungsgeschäfte erhöht. Hinzu kommt, dass aufgrund geänderter Rechnungslegungsvorschriften die Veränderungen bei ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie die Verluste aus dem Zinsengeschäft neu im Zinserfolg ausgewiesen werden und somit diese Erfolgsrechnungsposition zusätzlich belasten. Im Vorjahresvergleich ist zu beachten, dass das Vorjahr sinngemäss angepasst wurde (Restatement). Per Saldo liegt das Zinsengeschäft mit 139.1 Mio. Franken rund 4.4 % oder 6.4 Mio. Franken unter dem Vorjahr.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft betrug 56.7 Mio. Franken (-1.4. Mio. Franken oder -2.3 % gegenüber dem Vorjahr). Der Grund dafür liegt im nach wie vor zurückhaltenden Wertschriftengeschäft sowie im Wegfall der Fondsvertriebsentschädigung der Swisscanto. Aufgrund der aufgehobenen Euro-Untergrenze belebte sich das Geschäft mit Fremden Sorten und Devisen; der Erfolg aus dem Handelsgeschäft beläuft sich auf 20.2 Mio. Franken (+33.7 % oder +5.1 Mio. Franken).

Einerseits führte die Akquisition der Vadian Bank zu einem Zufluss von Kundenvermögen. Andererseits verzeichnete die SGKB Abflüsse aufgrund der strategischen Neuausrichtung der Gruppe mit dem Verkauf des grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäfts der beiden ehemaligen Tochterbanken Hyposwiss Zürich und Genf sowie der Umsetzung der Strategie der Steuerkonformität. Dadurch reduzierten sich im Verlauf der vergangenen 18 Monate die Geschäftsvolumen im Umfang von insgesamt rund 4.2 Mia. Franken. Dieser Abbau schlägt sich in entsprechend tieferen Erträgen nieder.

In der Summe resultierte ein Betriebsertrag von 220.0 Mio. Franken, welcher trotzdem nur geringfügig unter dem Vorjahreswert liegt (-0.9 % oder -2.0 Mio. Franken).

Stabiler Geschäftsaufwand

Ebenfalls gehalten werden konnte der Geschäftsaufwand, der mit 127.2 Mio. Franken annähernd auf Vorjahreshöhe liegt (+0.5 % oder +0.6 Mio. Franken). Dabei nahm der Sachaufwand um 1.3 Mio. Franken zu und betrug per Jahresmitte 50.2 Mio. Franken. Dieser Zuwachs entspricht dem Sachaufwand der Vadian Bank, welcher noch nicht in das Geschäftsjahr 2014 eingeflossen ist. Der Personalaufwand fiel mit 77.0 Mio. Franken leicht niedriger als im Vorjahr aus (-0.8 % oder -0.6 Mio. Franken).

Halbjahresgewinn 15.5% höher

Der Erlös aus dem Verkauf des Anteils an der Swisscanto Holding ist im ausserordentlichen Ertrag angefallen. Dieser führt in der Summe dazu, dass die Belastungen im Betriebsertrag mehr als kompensiert werden konnten und die SGKB für das erste Semester 2015 einen um 11.4 Mio. Franken oder 15.5 % höheren Halbjahresgewinn von 84.6 Mio. Franken verbuchte.

Massvolles Wachstum bei Kundenausleihungen

Die Verwalteten Vermögen kamen aufgrund der Abflüsse und der schwächeren Wechselkurse mit 35.6 Mia. Franken rund 1.3 Mia. Franken unter dem Vorjahreswert zu liegen. Ausschlaggebend für das negative Net New Money waren die geplanten Rückgänge im Zusammenhang mit der weiteren Umsetzung der Steuerkonformität, welche die St.Galler Kantonalbank in diesem Jahr bei allen Nicht-EU-Kunden durchführt, sowie die konsequente Neuausrichtung des grenzüberschreitenden Geschäfts und die damit einhergehende Verabschiedung von Kunden.

Die Kundenausleihungen beliefen sich auf 24.1 Mia. Franken. Das ansprechende Wachstum mit einer gesunden Zunahme von 272 Mio. Franken oder 1.1 % bewegte sich im Rahmen des Vorjahres.

Geringe Risikoexposition der SGKB

Mit der Aufhebung der Euro-Untergrenze haben sich im ersten Halbjahr die Rahmenbedingungen für weite Teile der Ostschweizer Wirtschaft stark verändert. Die aktuelle Konjunkturumfrage der St.Galler Kantonalbank bei Ostschweizer Unternehmen signalisiert eine gedämpfte Zuversicht in der Industrie und in der Bauwirtschaft, während die Aussichten im Detailhandel getrübt sind. Die Risikoexposition der St.Galler Kantonalbank hat sich dadurch jedoch nicht verändert.

Im Immobilienmarkt der Ostschweiz zeigte sich anhand weiterhin steigender Preise beim Wohneigentum der Nachholbedarf der Region gegenüber der Gesamtschweiz. Die Gesamtbelehnung wuchs bei der SGKB im gleichen Masse. Die durchschnittliche Belehnungshöhe bei den Hypotheken von rund 61 % zeigt, dass das Kreditwachstum nicht zulasten der Qualität stattfand.

Vadian Bank integriert

Das Kundengeschäft der per 24. Dezember 2014 erworbenen Tochtergesellschaft Vadian Bank AG wurde per 1. Juli 2015 vollständig in die St.Galler Kantonalbank integriert. Wie am 8. Mai 2015 per Medienmitteilung gemeldet, konnte die Vadian Bank AG das US-Programm bereits erfolgreich abschliessen. Die Busse wurde vereinbarungsgemäss von der früheren Eigentümerin, der Ortsbürgergemeinde St. Gallen, getragen. Die SGKB geht davon aus, dass der Abschluss des US-Programmes für das Stammhaus und die ehemaligen Tochtergesellschaften im zweiten Halbjahr 2015 erfolgen wird.

Ausblick Jahresabschluss 2015

Vorbehältlich ausserordentlicher Entwicklungen erwartet die St.Galler Kantonalbank einen Reingewinn 2015, der leicht unter dem des Vorjahres zu liegen kommt.

Kennzahlen SGKB Konzern

(in CHF Mio.)        30.06.2015       31.12.20141   Veränderung
Bilanzsumme 31'083 30'300 +2.6 %
Kundenausleihungen 24'140 23'869 +1.1 %
Verwaltete Vermögen 35'560 36'844 -3.5 %
Eigenkapital 2'029 2'027 +0.1 %
Mitarbeiter
(teilzeitbereinigt, Lehrstellen zu 50%)
1'058 1'071 -1.2 %
(in CHF Mio.)        30.06.2015       31.12.20141   Veränderung
Bruttogewinn 92.8 95.4 -2.7 %
Geschäftserfolg (Betriebsergebnis) 84.0 90.5 -7.2 %
Konzerngewinn 84.6 73.2 +15.5 %

1 Aufgrund der Umstellung auf die geänderte FINMA Rechnungslegung Banken (RVB) per 30.6.2015 wurden die Vorjahreszahlen wo notwendig angepasst (Restatement).

Detaillierte Informationen (Kennzahlen, Aktionärsbrief und Zwischenbericht gemäss geänderter FINMA Rechnungslegungsvorschriften RVB finden Sie auf unserer Seite «Finanzzahlen».