Der Spatenstich

Die Visiere, die seit Februar die Dimensionen des bevorstehenden Bauprojekts erahnen liessen, wurden Mitte Mai gegen einen Bagger eingetauscht. Es geht los für Familie Suter: der Bau kann beginnen!

Nach monatelanger Planung ist der erste Schritt auf dem Bauplatz geschafft. «Der Spatenstich war ein unvergessliches Ereignis für uns», erzählt Stefan Suter sichtlich begeistert, «unser Traum vom Eigenheim nimmt Form an!»

Am 11. Mai 2010 fuhr die erste grosse Maschine auf dem Grundstück vor. Mit dieser Ramme wurden zwei Pfähle zur Probe in den Boden gerammt, damit deren Länge und die Bodenbeschaffenheit des Grundstücks bestimmt werden konnten. Tags darauf wurde mit der Pfählung begonnen. Die rund 20 Pfähle werden in Zukunft die Beton-Bodenplatte tragen.

Bevor die Betonplatte auf den Pfählen platziert werden kann, muss das Erdregister verlegt werden. Hierbei handelt es sich um ein Rohrsystem, welches in ein bis drei Metern Tiefe unterhalb der Bodenplatte schlangenförmig verlegt wird. Die Aussenluft wird durch das Erdregister im Sommer gekühlt und im Winter aufgewärmt.

Sobald die Bodenplatte - das Fundament des Hauses - getrocknet ist, kann mit dem Aufbau der weiteren Stockwerke begonnen werden. Die Elemente werden derzeit in der Werkhalle der HWS Holzdesign in Berneck produziert. In knapp einem Monat werden die Wände für die Zwischengeschosse, das Dach und die Treppen auf den Bauplatz geliefert.

Inneneinrichtung - wer die Wahl hat, hat die Qual

In der Zwischenzeit haben Suters bereits ihre Küche ausgesucht. Ein Traum in Rot mit einer Kochinsel. Mit der kontrollierten Lüftung nach Minergie-Standard ist nicht einmal mehr ein Dampfabzug nötig. «Es ist uns sehr wichtig, dass wir bei der Küche keine Abstriche machen müssen», erzählt Simone, «denn gute und passende Geräte erleichtern die Arbeit in der Küche extrem.»

Familie Suter hat sich für einen Induktionsherd entschieden. Obwohl Induktionskochfelder etwas teurer sind als konventionelle Kochherde, kann damit Energie gespart werden. Die Hitze entsteht nur, wo sie gebraucht wird. Lebensmittelresten, die sich unerwünschterweise neben dem Topffeld befinden brennen nicht an, denn die Kochplatte wird nur bei Berührung mit Töpfen und Pfannen warm.

Nebst der Küche hat sich die Bauherrschaft bereits für den Parkett sowie die Boden- und Wandplatten der Nasszellen entschieden.

Eine Rückfrage nach Förderbeiträgen bei der örtlichen Wohngemeinde oder dem Kanton lohnt sich auf jeden Fall.

Im St. Galler Rheintal haben 12 Gemeinden die Rheintaler-Energie-Initiative (RhEI) gegründet, darunter auch die Gemeinde Au. Ziel dieser Initiative ist es, die nachhaltige Erzeugung und effiziente Nutzung von Energie zu fördern. Simone und Stefan Suter erhalten von der RhEI einen Förderbeitrag über 5'000 Franken für den Neubau ihres Minergie-P-Hauses. Der Kanton St. Gallen übernimmt zusätzlich die Minergie-Zertifizierungskosten.

Real anfallende Kosten lassen sich budgetieren; ein Schadenfall jedoch kommt plötzlich und unvorhergesehen. Aus diesem Grund sind Versicherungen notwendig. Wir zeigen Ihnen auf, welche Versicherungen Sie bei einem Hausbau benötigen.

Bauzeitversicherungen, Gebäudeklassen

Die Gebäudeversicherung beginnt mit der Bauzeitversicherung. Sie versichert Schäden, welche durch Brand, Erdbeben und Elementarereignisse während der Bauzeit entstehen. Diese Versicherung tritt aufgrund der Baubewilligung automatisch in Kraft. Das Gebäude ist während der Bauzeit zum stetig steigenden Wert versichert. Mit der Schätzung, welche die Bauherrschaft nach Fertigstellung des Gebäudes beim Grundbuchamt anzumelden hat, wird die Bauzeitversicherung durch die Neuwertversicherung abgelöst. Die Schätzungskommission teilt das Gebäude in eine von drei Klassen ein (massive, teilweise massive oder nicht massive Gebäude). Aufgrund dieser Risikoeinteilung erfolgt die jährliche Prämienrechnung.

Bauherren-Haftpflichtversicherung

Der Bauherr haftet, wenn durch seine Baustelle Häuser und Grundstücke von Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen werden. Bewegungen im Bauuntergrund können zum Beispiel ein Nachbarhaus einsinken oder sogar einstürzen lassen. Ramm- oder Sprengarbeiten erschüttern den Boden und bewirken Risse an benachbarten Liegenschaften. Ein Hang rutscht ab und verschüttet Häuser und Strassen. Oder bei Grabarbeiten wird ein Öltank leck und das ausgeflossene Öl muss ausgebaggert werden.

Eine Bauherren-Haftpflichtversicherung schützt nicht nur vor finanziellen Einbussen, sondern auch vor unrechtmässig erhobenen Forderungen und damit vor zeitraubenden Auseinandersetzungen mit den vom Schadenfall Betroffenen oder mit eventuell haftenden Baufachleuten.

Bauwesenversicherung

Die Bauwesenversicherung kommt für alle Kosten auf, die nicht durch die Haftpflichtversicherungen der verschiedenen Beteiligten und nicht durch Naturereignisse eintretenden Schäden verursacht wurden. Sie übernimmt nach einem Zwischenfall die Kosten für die Aufräumung und für alle Arbeiten, die notwendig sind, um das Bauwerk wieder so weit herzustellen, wie es vor dem Schadenereignis war.

Es lassen sich dabei versichern: das Bauwerk vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung, die Baustelleneinrichtung und die nicht fahrenden Baugeräte.

Die Bauwesenversicherung wird in der Regel vom Bauherrn abgeschlossen und sollte alle am Bau Beteiligten einschliessen. Dann muss in einem Schadenfall weder über die Schuldfrage noch über Finanzierungsprobleme diskutiert werden. Es gibt keinen Zeitverlust, bis die Aufräumungs- und Instandstellungsarbeiten in Angriff genommen werden.