Ein Traum wird wahr!

Was auf grüner Wiese begann, ist heute ein Traum in Minergie-P-Standard. Das Einfamilienhaus der Familie Suter steht! Und zwar an der Storchenstrasse in Heerbrugg. Verschiedenste Handwerker legten in den letzten Monaten Hand an, um Bad und Küche und sämtliche weiteren Installationen fertig zu stellen. Das Haus ist bereit für den lang ersehnten Umzug - sind es die Suters auch?

Nachdem das Haus aufgerichtet wurde, ging der Innenausbau Schlag auf Schlag voran. In jedem Zimmer wurde gehämmert und gebohrt. Leitungen wurden durch das ganze Haus gezogen. Es gab kaum einen Ort, an dem kein Handwerker beschäftigt war. Während in der oberen Etage die Badewanne eingepasst wurde, hatte im unteren Stock schon der Aufbau der Küche begonnen. Das Innenleben wurde von Tag zu Tag lebendiger. Der Wohntraum wurde auch optisch Realität: Das Haus ist bezugsbereit!

Minergie-P-Standard: erfüllt oder durchgefallen?

Geplant wurde das Haus nach dem Minergie-P-Standard. Sämtliche Bauteile wurden aufeinander abgestimmt, das Dach aufgesetzt und die Hülle verdichtet. Was ursprünglich auf dem Reissbrett geplant worden ist, muss schlussendlich auch perfekt umgesetzt sein. Wie sieht es nach Bauvollendung mit dem Minergie-P-Standard aus? Erreicht das Haus die geforderten Werte, um zertifiziert zu werden? Damit diese Fragen beantwortet werden können, wird das Haus einer strengen Kontrolle unterzogen. Folgende Anforderungen sind für ein Minergie-P-Zertifikat zu erfüllen:

  • Primäranforderung an die Gebäudehülle
  • tiefer spezifischer Wärmeleistungsbedarf
  • Lufterneuerung mittels einer Komfortlüftung
  • Minergie-P-Grenzwert (gewichtete Energiekennzahl)
  • Nachweis über den thermischen Komfort im Sommer
  • Zusatzanforderungen betreffend Beleuchtung, Kälte und Wärmeerzeugung
  • Luftdichtigkeit der Gebäudehülle
  • Haushaltsgeräte mit Energieeffizienzklasse A bzw. A++

Die Mehrkosten für ein Minergie-P-Einfamilienhaus gegenüber einem konventionellen EFH belaufen sich auf maximal 15 %. Um so günstiger sind dafür die Betriebskosten (Wartungs- und Energiekosten) und der Unterhalt der Immobilie. Man rechnet damit, dass die Mehrkosten in ca. sieben bis zehn Jahren amortisiert sind.

Ist die Gebäudehülle dicht?

Um das Minergie-P-Zertifikat zu erhalten, muss mittels des so genannten Blower-Door-Tests (Differenzdruck-Messverfahren) die Luftdichtigkeit des Gebäudes gemessen werden. Das Verfahren dient dazu, Lecks in der Gebäudehülle aufzuspüren.

Um die dafür notwendigen Messungen zu machen, wird ein Metall-Rahmen mit einem luftdichten Stoff und dem dazugehörigen Ventilator in einen Fensterrahmen geklemmt. Wichtig ist, dass beim Test alle Fenster und Türen geschlossen sind, damit sich der Druck im ganzen Haus verteilen kann. Mit dem Ventilator wird nacheinander ein Unterdruck und ein Überdruck erzeugt. Während dieser Zeit wird das Gebäude nach undichten Stellen durchsucht. Allfällige Schwachstellen können mittels Rauchmaschinen, dem Anemometer (Gerät zur Messung der Luftgeschwindigkeit) oder der Wärmebildkamera sichtbar gemacht werden.

Die Messungen beim Einfamilienhaus der Familie Suter zeigten sehr gute Werte. Dem Minergie-P-Zertifikat steht nichts mehr im Weg!

Ende November war es endlich soweit: Nach langem Planen, einer einjährigen Bauphase und der spannenden, aber aufwändigen Auswahl von Materialien konnte das neue Zuhause endlich bezogen werden. Viele freiwillige Helfer aus dem Freundeskreis der Suters packten mit an und verfrachteten den ganzen Haushalt in den Zügeltransporter. «Lange Zeit konnten wir nur zuschauen, wie unser Traum entsteht; ab heute können wir ihn endlich leben!», freut sich Simone Suter.

Was jetzt noch fehlt, sind die Aussenanlagen. Sobald es etwas wärmer wird, beginnt der Bau des Wintergartens, der Terrasse und des Gartens samt Feuerstelle. Die Fertigstellung ist auf Frühling 2011 geplant - dann werden sich die Suters in ihrem Wohntraum bereits richtig daheim fühlen.