Auf Elektrorädern zum Erfolg.
Start-up SoFlow aus Flawil im Portrait.

Die SoFlow AG ist ein international tätiges Start-up aus Flawil, das eine breite Auswahl elektrisch betriebener Beförderungsmittel für die Mikromobilität entwickelt und herstellt: Scooter, Skateboards, Bikes, Go-Karts und weitere. Dank des Marktpotentials, das sich das Unternehmen mit dem Megatrend der E-Mobilität erschlossen hat und einem gut aufgestellten Team hat SoFlow den Startfeld Diamant 2019 gewonnen. Hier eine beispiellose KMU-Erfolgsgeschichte.

Die drei Unternehmensgründer Manuel Hug, Zi Fong Giang und Martin Neuckel erfassten mit ihrem 2015 gegründeten Unternehmen SoFlow einen Trend, der heute seinen Durchbruch erlebt. Auch dank den Sharing-Anbietern, die mit dem Verleih von E-Scootern zunächst die Städte Amerikas eroberten und mittlerweile auch in Europa angekommen sind. Sie etablieren die kleinen Elektro-Gefährte in der urbanen Gesellschaft. Und der Fun-Faktor der handlichen Vehikel sorgt dafür, dass begeisterte Mieter später zu Eigentümern werden. Kundinnen und Kunden von SoFlow sind denn auch hauptsächlich Privatpersonen, die für den letzten Streckenabschnitt ihres Arbeitsweges eine Alternative zum Privatauto und öffentlichen Verkehrsmitteln suchen. Aber auch Unternehmen, welche die Wege für die Mitarbeitenden innerhalb ihres Betriebs effizienter gestalten möchten, zählen zum Kundenkreis von SoFlow. Dabei beschränkt sich das innovative Flawiler Unternehmen nicht nur auf E-Scooter, es entwickelt und produziert eine breite Palette innovativer Transportmittel für die individuelle Mikromobilität.

Vom Gadget zum vollwertigen Transportmittel

Jedoch, das erste Produkt von SoFlow – ein sogenanntes «Hoverboard» - war mehr als Gadget und weniger als Verkehrsmittel gedacht. Aber es verkaufte sich erstaunlich gut. «Angesichts des zunehmenden Individualverkehrs in den Innenstädten und den daraus resultierenden Parkplatzproblemen und Restriktionen erkannten wir das Potential, das in der Mikromobilität schlummert», sagt Manuel Hug. Ein Potential, das mit der Debatte um den Klimawandel und alternativen Antriebsmodellen zur Reduktion des CO2-Ausstosses zusätzliche Schubkraft erhalten hat. Nach dem ersten eigenentwickelten Hoverboard folgten weitere Eigenprodukte mit Vertriebs- und Service-Niederlassungen in Amerika, Deutschland, Holland und der Schweiz. Produziert wird in China unter der Regie von Zi Fong Giang, der auch die Verhandlungen mit den dort ansässigen Lieferanten führt.  

3 Erfolgsfaktoren von SoFlow

Das Team: Die drei gleichberechtigten Geschäftsführer und die Mitarbeitenden ergänzen sich ideal bezüglich Fachwissen, Erfahrung und Netzwerk – und reiben sich manchmal auch gegenseitig.  

Die Produkte: Die E-Vehikel von SoFlow sind einfach in der Bedienung, bieten Fahrkomfort und Spass und überzeugen mit innovativer Technik und tollem Design zum günstigen Anschaffungspreis.

Das Netzwerk: Kontakte in China durch Gründer Zi Fong Giang für die effiziente Produktion, das berufliche Netzwerk von Manuel Hug rund um seinen ehemaligen Arbeitgeber Manor sowie zusätzliche Kontakte durch die Publicity mit dem Gewinn des Unternehmerpreises Startfeld Diamant schaffen die Basis für den Erfolg.  

Schweizer Ingenieurskunst, die Spass macht

SoFlow hat mit seiner Produktelinie auf das richtige Pferd gesetzt. Auch in Bezug auf das Marktsegment, das sie bedienen. «Noch in der Gründungsphase war die Ausrichtung auf das Hochpreissegment ein häufiger Ratschlag, den wir zu hören bekamen», erinnert sich Manuel Hug. «Uns war aber von Anfang an wichtig, eine breite Palette qualitativ hochwertiger Produkte anzubieten, die sich alle leisten können.» Ein weiterer zentraler Punkt: der hohe Fahrspass. Mit diesem Mix und den richtigen Kontakten gelang SoFlow das Kunststück, bereits ein Jahr nach der Gründung einen Umsatz von mehr als 2 Millionen Franken zu erzielen. Hinzu kommen die hohe Flexibilität bei der Neuentwicklung, Produktion und Weiterentwicklung ihrer Produkte und der weltweite Vertrieb mit lokaler Präsenz in den Schlüsselmärkten. Zudem konnte SoFlow Partnerschaften mit namhaften Unternehmen eingehen. Beispielsweise entwarf und produziert das Flawiler Start-up exklusiv für BMW den «Personal Mover» für die effiziente und sichere Fortbewegung der Mitarbeitenden auf dem Betriebsareal.

Ausgezeichnetes Unternehmen

Der wirtschaftliche Erfolg von SoFlow widerspielgelt sich auch in anderen Ebenen. Für ihr «Lou Board», ein selbst designtes und entwickeltes Skateboard mit Elektroantrieb, gewannen die Jungunternehmer 2017 den Red Dot Award. Und mit dem Sieg des Startfeld Diamant 2019, dem Jungunternehmerpreis der St.Galler Kantonalbank, gilt SoFlow als das innovativste Start-up der Ostschweiz. Doch nicht des Gewinnes wegen hat sich die Teilnahme am Startfeld Diamant rückblickend gelohnt. «Bereits vor der Nomination durften wir von den verschiedenen Workshops der St.Galler Kantonalbank und des Jungunternehmerzentrums Startfeld profitieren. Dabei erhielten wir viele wertvolle Inputs, die uns in den vergangenen Monaten weitergebracht haben und auch in den nächsten Jahren weiterbringen werden», betont Manuel Hug.

Startfeld Diamant: Preis für Jungunternehmer

Mit dem Startfeld Diamant werden jährlich fünf Startups mit Beratung, Schulung und einem Preisgeld von insgesamt 50'000 Franken von der St.Galler Kantonalbank unterstützt und gefördert. Ein Publikumspreis von 2'500 Franken geht jeweils an den Gewinner des Online-Votings. Mitmachen können Unternehmen mit Sitz im Kanton St. Gallen oder Appenzell Ausserrhoden, die vor maximal vier Jahren gegründet wurden.

KMU-Fokus: Profil SoFlow
Gewinnerbild vom Startfeld Diamant 2019