Immobilienmarktbericht Herbst 2020

Ausgabe für den Kanton St.Gallen

Vermehrtes Homeoffice und die Erfahrungen mit dem Lockdown im Frühjahr haben dazu geführt, dass das Thema Wohnen einen erhöhten Stellenwert erlangt hat. Besonders Familien suchen stärker die eigenen vier Wände mit mehr Platz und Gestaltungsfreiraum.

Die Coronavirus-Pandemie hat der Eigenheimnachfrage im Kanton St. Gallen bislang keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Die Zahl der Kaufinteressenten und -interessentinnen hat im vergangenen Sommerhalbjahr sogar merklich zugenommen, und auf den Transaktionsmärkten ist eine rege Aktivität zu beobachten. Der vielfache Wunsch nach Wohneigentum liess die Transaktionspreise im Kanton St. Gallen zuletzt weiter steigen.

Angebot und Baumarkt

Obschon im Kanton St. Gallen jüngst wieder etwas mehr Wohnraum erstellt wurde, bleibt sowohl das Eigentumswohnungs- als auch das Einfamilienhausangebot vergleichsweise klein. Versorgungslücken gibt es insbesondere im Bereich der familientauglichen Eigentumswohnungen mit mehr als vier Zimmern. Noch stärker übertrifft die Zahl der Suchenden das Angebot im Segment der Einfamilienhäuser, wobei vor allem Objekte mit einem Kaufpreis unter 1 Million Franken sehr gesucht sind. In Anbetracht der zunehmenden Bodenknappheit wird die Auswahl an freistehenden Einfamilienhäusern aber auch künftig spärlich ausfallen.

Herausgegriffen: Modellierte Transaktionspreise

In unserem Immobilienmarktbericht werden modellierte Transaktionspreise für das Wohneigentum berechnet. In jeder ausgewiesenen Gemeinde wird der Transaktionspreis eines vordefinierten Modellhauses (Einfamilienhaus) oder einer Modellwohnung (Eigentumswohnung) auf Basis von effektiven Verkäufen geschätzt. Bei Einfamilienhäusern entspricht das Modellhaus einem schweizweit typischen Objekt mit einer Grundstücksfläche von 500 m2 und einem Gebäudevolumen von 920 m3. Weitere Merkmale sind Alter, Zustand, Ausbaustandard und Mikrolage. Die modellierten Transaktionspreise sind qualitätsbereinigt und lassen einen Preisvergleich für ein einheitliches Standardhaus respektive eine einheitliche Standardwohnung über alle Gemeinden zu.

Preisentwicklung

Preisrückgänge, wie sie noch zu Beginn der Corona-Pandemie befürchtet wurden, sind bislang ausgeblieben. Im 3. Quartal 2020 lag der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen im Kanton St. Gallen um 4.7 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Noch stärker fiel der Preisanstieg im Segment der Einfamilienhäuser aus, mit einem Wachstum von 5.6 Prozent gegenüber Vorjahr. Damit lag das Wachstum der Verkaufspreise in beiden St. Galler Eigenheimsegmenten etwas über den landesweiten Vergleichswerten von plus 3.1 respektive 5.1 Prozent.

Ausblick

Wird davon ausgegangen, dass sich die Schweizer Wirtschaft in absehbarer Zeit von der Corona-Krise erholt, dürfte die Eigenheimnachfrage im Kanton St. Gallen gross bleiben. Zudem werden die Fremdfinanzierungskonditionen voraussichtlich auch im nächsten Jahr sehr attraktiv sein. Damit ist nicht auszuschliessen, dass die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen weiter steigen könnten – dafür spricht auch, dass das Kaufangebot hier in absehbarer Zeit nicht merklich ausgeweitet wird.

Gesamtausgabe mit einzelnen Regionen

Nachfolgend finden Sie den gesamten Bericht unseres Immobilienmarktberichts für Wohneigentum und Renditeobjekte als Download oder auch aufbereitet auf unserer Website.

Wohneigentum Gesamtübersicht

Renditeobjekte Wohnen

Renditeobjekte Geschäft

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