Die Inflation ist noch nicht «gebrochen»

Während die jährliche Inflationsrate in der Eurozone im Oktober mit 10.6% auf einem neuen Höchststand lag, liess der Preisdruck in den USA und in der Schweiz zuletzt etwas nach. Sind die Notenbanken damit bereits am Ende des Zinserhöhungszyklus angelangt?

In den USA befindet sich die Inflationsrate seit ihrem Höchststand im Juni auf dem Rückzug. Im Oktober betrug die jährliche Preissteigerung noch 7.7%. Ob dieser Rückgang jedoch nachhaltig ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Denn bei den Wohnkosten, welche fast einen Drittel des gesamten Warenkorbes ausmachen, zieht der Preisdruck weiter an.

Die US-Notenbank reduziert ihr Tempo

Trotz den nach wie vor hohen Inflationsraten wird die US-Notenbank Fed bei den kommenden Zinserhöhungen das Tempo somit wohl etwas reduzieren. So ist Mitte Dezember nach vier rekordhohen Zinsschritten à 0.75% noch mit einer Leitzinserhöhung von 0.50% zu rechnen. Am Ende des Zinserhöhungszyklus angelangt ist die Fed damit aber nicht. Die Vertreter der Fed betonen, dass ein baldiges Stoppen der Zinserhöhungen oder gar ein frühzeitiges Absenken der Leitzinsen im aktuellen Umfeld nicht angebracht ist. Es braucht vielmehr weitere Zinserhöhungen, um die Inflationsdynamik nachhaltig zu brechen. Allerdings macht es auf dem aktuellen Zinsniveau durchaus Sinn, dass die Zinsschritte in den USA allmählich kleiner werden.

EZB und SNB stehen noch an einem anderen Punkt

Etwas anders stellt sich die Ausgangslage in der Eurozone und in der Schweiz dar. Zwar hat man aufgrund der Frankenstärke auch in der Schweiz einen leichten Rückgang der Inflationsrate gesehen. In der Eurozone liegen die Preissteigerungen jedoch noch immer auf Rekordniveau. Vor allem aber liegt das Zinsniveau in beiden Währungsräumen erst knapp über der Nullgrenze und damit noch immer im expansiven Bereich. Es braucht deshalb weitere entschiedene Zinsschritte, um dem Aufwärtsdruck der Preise entgegenzutreten. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Europäische Zentralbank wie auch die Schweizerische Nationalbank ihre Leitzinsen im Dezember um jeweils 0.75% erhöhen werden. Als Folge dessen dürften auch die längerfristigen Zinsen wieder leicht ansteigen.

Patrick Häfeli

Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich
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