Gold mit Jahresendspurt

Für Gold endete eine Negativserie, die sieben Monate andauerte. Im November legte Gold in Dollar um 8% zu und konnte damit erstmals seit März wieder eine positive Monatsbilanz vorweisen. Der positive Grundtenor schwappte auch auf andere Edelmetalle über. Silber verteuerte sich im Monatsverlauf um 16%, während Platin 11% zulegte.

In den letzten Monaten spielte die Musik an den Finanzmärkten bei den Aktien und den Zinsen. Beide Anlageklassen beherrschten die Schlagzeilen, die Edelmetalle standen nicht im Vordergrund. Mit positiven Meldungen konnten die Metalle auch nicht aufwarten. Mit dem Resultat, dass Gold noch Anfang November 10% tiefer handelte als zu Jahresbeginn. Im Vergleich zum Höchststand vom März waren es gar 20% – trotz Inflation und Ukrainekrieg, die dem Edelmetall Aufwind geben sollten. 

Veränderte Zinserwartungen helfen dem Edelmetall

Dass Gold nun ein deutliches Lebenszeichen von sich gibt, hängt massgeblich mit den veränderten Zinserwartungen an das Fed zusammen. Die starken Leitzinserhöhungen stärkten den Dollar im Jahresverlauf, die globale Zinswende schadete jedoch dem zinslosen Edelmetall, da die Opportunitätskosten steigen. Die Finanzmärkte reagierten zuletzt aber auch aussergewöhnlich stark auf die Daten zur Preisentwicklung in den USA. Aufgrund der rückläufigen Inflationsrate sahen die Marktteilnehmer ein Ende des US-Zinserhöhungszyklus näher rücken. Dies löste einen Sturz des Dollars aus, der in diesem Tempo und Ausmass ein seltenes Ereignis ist. Der Dollarindex, der die Wertveränderung des Dollars gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner spiegelt, schwächte sich im November um 5% ab – so stark wie seit 2009 nicht mehr. US-Notenbankpräsident Powell hatte in einer Rede an einem Symposium in Washington erneut kleinere Zinserhöhungsschritte in Aussicht gestellt. Grundsätzlich sind diese Aussagen nichts Neues, dennoch wurden damit die Erwartungen an die zukünftige Geldpolitik der US-Notenbank scheinbar noch einmal nach unten korrigiert. Die Aussagen von Powell und die damit einhergehende Neubeurteilung des zukünftigen Leitzinspfads des Fed belasteten den Dollar abermals und stärkten das Gold. 

Das Fed treibt den Goldpreis

Mit dem schwächeren Dollar sowie tieferen Kapitalmarktzinsen hat sich das Jahresminus beim Gold deutlich eingegrenzt. Ende November notierte der Unzenpreis bei 1’800 US-Dollar auf einem Viermonatshoch. Ob das Goldjahr letztlich noch mit einer positiven Jahresbilanz endet, dürfte sich am 14. Dezember weisen. Dann wird die US-Notenbank ihre Geldpolitik neu justieren. Die Frage des weiteren Zinspfades der US-Geldpolitik bleibt somit ein Taktgeber am Goldmarkt. Einerseits erwarten wir weitere US-Zinsschritte, was einen Goldpreisanstieg dämpfen wird. Andererseits dürfte das gelbe Edelmetall von der Aussicht eines endenden US-Zinserhöhungszyklus profitieren.

Daniel Wachter

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich
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