Die Korrektur an den Aktienmärkten setzte sich im 3. Quartal fort. Von vielen Schweizer Unternehmen sind aber weiterhin mehrheitlich positive Nachrichten zu hören. Wie passt das zusammen? Unsere Finanzanalysten Angela Truniger und Matthias Müller ordnen im aktuellen Podcast ein.

Die Europäische Zentralbank geht den nächsten Schritt

Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen Ende Oktober erwartungsgemäss zum dritten Mal in Folge erhöht. Damit liegt der Hauptrefinanzierungssatz nun bei 2 % und der Einlagesatz für Geschäftsbanken bei 1.5 %.

Schuld daran ist der erhöhte Inflationsdruck. Die Teuerung in der Eurozone ist mit einer Jahresrate von 9.9 % viel zu hoch und breitete sich zuletzt immer stärker auf Waren und Dienstleistungen unterschiedlichster Wirtschaftssektoren aus. Nach Einschätzung des EZB-Rats wird die Inflationsrate deshalb auch noch für längere Zeit über dem Zielwert von 2 % bleiben.

Weitere Normalisierung der Leitzinsen steht bevor

EZB-Präsidentin Christine Lagarde versicherte deshalb, dass schon bald weitere Zinserhöhungen folgen werden. Denn der Erwartung einer immer weiter steigenden Inflation muss und kann die EZB nur mit höheren Zinsen entgegenwirken. Ebenfalls führen höhere Zinsen über die Zeit dazu, dass sich die Konjunktur verlangsamt. Diese tiefere Konjunkturdynamik braucht es, um einen schwächeren Inflationsdruck zu erreichen und so die Teuerung wieder zu senken. Bezüglich der Grösse der weiteren Zinsschritte liess sich Christine Lagarde jedoch noch nicht in die Karten blicken. Der weitere Zinspfad sei nicht vorgezeichnet und man entscheide jeweils von Meeting zu Meeting.

Was bedeutet der EZB-Entscheid für die SNB?

Der kürzliche Entscheid der EZB dürfte keinen direkten Einfluss auf die Schweizerische Nationalbank haben. Die SNB nimmt erst am 15. Dezember wieder eine geldpolitische Lagebeurteilung vor. Gleichentags wird auch die EZB bereits wieder an der Zinsschraube drehen. Zudem werden die Währungshüter der US-Notenbank bis dahin noch zwei weitere Zinserhöhungen vornehmen. Die SNB wird somit genügend Spielraum haben, ihren Leitzins im Dezember weiter zu erhöhen und so dem Aufwärtsdruck der Preise entschieden entgegenzutreten. Wir gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins im Dezember ebenfalls um 0.75 % erhöhen wird. Bis dahin dürften auch die längerfristigen Zinsen noch einmal leicht ansteigen. Die Zinskurve wird sich jedoch weiter verflachen. 

Artikel als PDF-Download

Patrick Häfeli

Senior Strategieanalyst Fixed Income
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich
Disclaimer

Die Angaben auf diesen Publikationen und insbesondere die Beschreibung zu einzelnen Wertpapieren stellen weder eine Offerte zum Kauf der Produkte noch eine Aufforderung zu einer andern Transaktion dar. Sämtliche auf dieser Empfehlungsliste enthaltenen Informationen sind sorgfältig ausgewählt und stammen aus Quellen, die vom Investment Center der St.Galler Kantonalbank grundsätzlich als verlässlich betrachtet werden. Meinungsäusserungen oder andere Darstellungen in dieser Empfehlungsliste können jederzeit und ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Es wird keine Garantie oder Verantwortung bezüglich der Genauigkeit und Vollständigkeit der Informationen übernommen. Die St.Galler Kantonalbank AG ist von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA (Laupenstrasse 27, 3003 Bern, Schweiz, www.finma.ch) reguliert und beaufsichtigt.

Ihr nächster Schritt

Möchten Sie unsere Research-Berichte als Newsletter erhalten? Oder mit unseren Audio- und Videopodcasts auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie die entsprechenden Newsletter.

Twitter

Trends und tagesaktuelle Entwicklungen aus unserem Investment Center auf Twitter.

Folgen Sie uns jetzt auf Twitter
Der Twitter-Kanal der St.Galler Kantonalbank auf einem Smartphone

Diese Informationen dienen Werbezwecken.