Ein Kursverlauf in Form eines Candlestick Charts

Daily Focus, 08.11.2022

Der Schweizer Aktienmarkt startete leicht schwächer in die neue Handelswoche.

Die heute anstehenden Zwischenwahlen zum US-Kongress liess die Marktteilnehmer vorsichtig agieren. Insgesamt verzeichnete der Leitindex SMI einen Rückgang von 0.4 %.

Aktienmärkte

US-Aktienmärkte
Dow Jones: +1.31 %, S&P500: +0.96 %,
Nasdaq: +0.85 %

Europäische Aktienmärkte
EuroStoxx50: +0.56 %, DAX: +0.55 %,
SMI: -0.35 %

Asiatische Märkte
Nikkei 225: +1.25 %, HangSeng: -0.52 %
S&P/ASX 200: +0.36 % 

Der Schweizer Aktienmarkt startete leicht schwächer in die neue Handelswoche. Die heute anstehenden Zwischenwahlen zum US-Kongress liess die Marktteilnehmer vorsichtig agieren. Hinzu kam, dass vor allem zyklische Werte gesucht waren und der Schweizer Markt mit seinen eher defensiven Qualitäten nicht im Fokus der Investoren stand. So tendierten die Indexschwergewichte auf den hinteren Rängen. Die grössten Abgaben verzeichnete Nestlé (-1.0 %), gefolgt von den beiden Pharmariesen Roche und Novartis, die beide um 0.7 % nachgaben. Insgesamt verzeichnete der Leitindex SMI einen Rückgang von 0.4 %. Das Verlierertableau führte einmal mehr Credit Suisse (-2.8 %) an. Die Grossbank litt unter einer Rückstufung durch einen Broker. Die Konkurrentin UBS (+0.5 %) konnte den Tag hingegen mit positivem Vorzeichen abschliessen. Unter Abgabedruck stand auch der Rückversicherer Swiss Re, welcher ohne nennenswerte Neuigkeiten um 1.1 % zurückglitt. Die grössten Gewinne konnte gestern der Technologiekonzern Logitech (+4.3 %) verzeichnen, der von einem positiven Analystenkommentar profitierte. Mit einigem Abstand folgten ABB (+1.2 %), Swisscom (+1.0 %) sowie Lonza (+0.9 %). Am breiten Markt konnte Zur Rose (+9.4 %) nach den deutlichen Abgaben von letzter Woche eine deutliche Gegenbewegung verzeichnen. Des Weiteren konnte sich ams-OSRAM (+4.9 %) positiv in Szene setzen. Bereits nach Veröffentlichung der Quartalszahlen in der vergangenen Woche konnte das Technologieunternehmen zulegen und vermochte diesen Schwung in die
neue Woche mitzunehmen.

Die amerikanischen Aktienmärkte konnten am Tag vor den US-Zwischenwahlen sowie der am Donnerstag anstehenden Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten deutlich zulegen. Der Leitindex DowJones verzeichnete einen Gewinn von 1.3 %. Der marktbreite S&P500 konnte um 1.0 % zulegen, während der Technologieindex Nasdaq einen Anstieg von 0.9 % verbuchte. Auf Sektorenebene waren Unternehmen aus den Bereichen Kommunikationsdienste, Energie und Technologie gefragt. Auf der Verliererseite verzeichneten die Versorger den grössten Rückgang, gefolgt von den Sektoren Zyklischer Konsum sowie Immobilien. Auf Einzeltitelebene fiel Meta Platforms (+6.5 %) auf. Beim Facebook-Konzern steht offenbar ein erheblicher Stellenabbau an. Biontech (+4.2 %) legte nach Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal deutlich zu. Obwohl der Umsatz sowie der Gewinn nicht mehr im gleichen Tempo wie zuvor anstiegen, hob der Corona-Impfstoffhersteller die Prognosen für das Gesamtjahr an.

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich. Während der länderübergreifende EuroStoxx50 um 0.6 % zulegen konnte, verlor der britische FTSE 100 gestern 0.5 % an Wert. Der eher zyklische deutsche Index DAX verzeichnete einen Gewinn von 0.6 % und der französische CAC40 schloss den Tag unverändert ab. Auf Sektorenstufe profitierten insbesondere zinssensitive Branchen wie Technologie sowie Immobilien, aber auch Grundstoffe und Industrie. Die Verlierer vom gestrigen Handelstag waren hingegen die defensiven Sektoren Gesundheit, Basiskonsum und Versorger.

Unternehmensberichte

Der Immobilienkonzern PSP Swiss Property publizierte heute die Zahlen zu den ersten neun Monaten. Der Wert des Immobilienportfolios per Ende September betrug CHF 9.4 Mrd. (Ende 2021 CHF 9.1 Mrd.), wobei die Leerstandsquote von 3.8 % auf 3.1 % verbessert werden konnte. Der Liegenschaftsertrag stieg um 2.3% auf CHF 236.8 Mio. Der Betriebsgewinn (EBITDA ohne Immobiliengewinne) fiel mit CHF 226.7 Mio. um 7.6 % höher aus. Der Reingewinn betrug CHF 284 Mio. was einem Rückgang von 34.1 % entsprach. Die liegt insbesondere daran, dass im Vergleich zum Vorjahr eine tiefere Portfolioaufwertung anfiel. Der Jahresüberschuss ohne Neubewertungserträge lag mit CHF 181.3 Mio. hingegen mit 8.7 % über den ersten neun Monaten von 2021. Für das Gesamtjahr erwartet PSP weiterhin einen EBITDA ohne Liegenschaftsertrag von CHF 290 Mio. Die Leerstandsquote wird neu unter 3.5 % gesehen, von zuvor unter 4 %. Auf Stufe EBITDA konnten die Erwartungen erfüllt werden, beim Liegenschaftsertrag sowie Reingewinn wurden die Analystenschätzungen nicht erreicht. 

Deutsche Post präsentierte heute Morgen die Zahlen zum 3. Quartal. Der Umsatz lag bei EUR 24.0 Mrd., was einem Anstieg von 20 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Alle Unternehmensbereiche haben zu diesem Wachstum beigetragen. Für die ersten 9 Monate erreichte der Logistiker einen Umsatz von EUR 70.7 Mrd. (+21.1 %). Der operative Gewinn (EBIT) konnte um 15.2 % auf EUR 2.04 Mrd. gesteigert werden. Die EBIT-Marge betrug 8. 5%, wobei diese um 0.3 % schwächer ausfällt als im Vorjahresquartal. Unter dem Strich kann Deutsche Post ein Gewinn von EUR 1.19 Mrd. (+11.0 %) verzeichnen. Für das Gesamtjahr erwartet das Management neu ein Konzern-EBIT in der Höhe von EUR 8.4 Mrd. Für die DHL-Bereiche soll dabei ein EBIT von EUR 7.5 Mrd. resultieren. Im Bereich Post & Paket Deutschland soll der EBIT bei EUR 1.35 Mrd. zu liegen kommen. Auch der freie Geldfluss wird von EUR 3.6 Mrd. (+/- 5 %) auf EUR 4.2 Mrd. angehoben. Mit dem vorgelegten Zahlenset übertrifft Deutsche Post die Analystenerwartungen.

Der Rückversicherer Munich Re legte heute vor Handelsstart die Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Der Gewinn betrug EUR 527 Mio., von zuvor EUR 366 Mio. (+44 %). Das Quartal war von überdurchschnittlichen Belastungen aus Naturkatastrophen geprägt. Das Management rechnet mit Schäden von rund EUR 1.6 Mrd. durch den Hurrikan Ian. Hingegen profitierte der Rückversicherer von einem starken US-Dollar im Verhältnis zum Euro und verzeichnete einen Währungsgewinn von knapp EUR 850 Mio. Munich Re strebt für das Geschäftsjahr 2022 unverändert ein Konzernergebnis von EUR 3.3 Mrd. an.

Bayer wies im 3. Quartal einen Umsatz von EUR 11.3 Mrd. aus, was währungs- und portfoliobereinigt einem Anstieg von 5.7 % entspricht. Alle drei Divisionen konnten zum Anstieg beitragen. Das Agrargeschäft (Crop Science) verzeichnete mit einem Umsatzanstieg von 8.4 % auf EUR 4.69 Mrd. den grössten Anstieg. Der operative Gewinn (EBITDA vor Sondereinflüssen) lag bei EUR 2.45 Mrd. (+17.3 %) bei einer EBITDA-Marge von 21.7 %. Diese konnte von 21.4 % im Vorjahr leicht verbessert werden. Das Konzernergebnis betrug EUR 546 Mio. Das Management bestätigt die Ziele für das Gesamtjahr. Die präsentierten Zahlen lagen leicht über den Erwartungen. Einzig beim Konzernergebnis hatte man sich etwas mehr erhofft.

Henkel legte seine Zahlen zum 3. Quartal vor. Auch dank Preissteigerungen konnte der Konsumgüterkonzern seinen Umsatz um 17.3 % auf rund EUR 6 Mrd. erhöhen. Organisch lag das Wachstum bei 11.3 %. Alle drei Unternehmensbereiche konnten zum guten Ergebnis beitragen, wobei Adhesive Technologie (Klebstoffsparte) mit einem Anstieg von 22.6 % den stärksten Zuwachs verzeichnete. Das Management sieht positiv in die Zukunft und geht neu von einem organischen Wachstum von 7 % bis 8 % für das Gesamtjahr aus. Zuvor wurde ein Anstieg von 5.5 % bis 7.5 % angepeilt. Neu wird mit einer Umsatzrendite von 10 % bis 11 % gerechnet. Das Zahlenset liegt über den Analystenerwartungen. 

Kapitalmärkte

Renditen 10 J: USA: 4.233 %; DE: 2.338 %; CH: 1.121 %

An den Kapitalmärkten war es insgesamt ein ruhiger Start in die Handelswoche. Neue Konjunkturdaten aus der ersten Reihe standen nicht auf der Agenda. In der Mitte der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden stehen heute Zwischenwahlen an. Bei den «Midterms» wird in den USA über die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kongresskammern – dem Senat und dem Repräsentantenhaus – entschieden. Im weiteren Wochenverlauf stehen die neusten US-Inflationsdaten auf der Agenda. Von ihnen erhoffen sich die Marktakteure am Donnerstag Aufschluss darüber, ob die Fed in ihrem Zinserhöhungszyklus womöglich einen Gang zurückschalten wird. Erwartet wird eine leichte Verlangsamung des Verbraucherpreis-Wachstums. 

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.9917
Euro in US-Dollar: 1.0004
Euro in Franken: 0.9920

Der US-Dollar setzte jüngst seinen volatilen Handel des Vormonats fort. Der Greenback tendierte zum Wochenstart schwächer und verlor gegenüber sämtlichen G10-Währungen. Entsprechend handelte der Dollar-Franken-Kurs erstmals seit Ende Oktober wieder unter 0.99. Im Fokus stehen im weiteren Wochenverlauf die heute beginnenden US-Zwischenwahlen sowie die US-Inflationsdaten für den Oktober. 

Rohstoffmärkte

Ölpreis WTI: USD 91.47 pro Fass
Goldpreis: USD 1'669.14 pro Unze

Nachdem sich Spekulationen an den Märkten über eine Lockerung der strikten Corona-Politik in China vorerst nicht bewahrheitet haben, fand der Ölpreis keine klare Richtung. Nach einem wechselvollem Handelsverlauf notierte die US-Ölsorte WTI letztlich ein halbes Prozent im Minus, hatten dabei zuvor mehrfach das Vorzeichen gewechselt.

Wirtschaft

Schweiz: Arbeitslosenquote saisonbereinigt (Okt.)
letzte: 2.1 %; erwartet: 2.1 %; aktuell: 2.1 %

Gemäss Seco-Erhebungen waren Ende Oktober 89’636 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 110 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 1.9 %, auch saisonbereinigt blieb sie unverändert
bei 2.1 %. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Arbeitslosigkeit hingegen deutlich. Im Oktober 2021 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenrate noch bei 2.7 %. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit in allen Branchen reduziert. Die jüngsten Daten zeigen, dass die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt weiterhin sehr gut ist.

Daniel Wachter

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich
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