20. Dezember 2023, Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt von Schwergewichten gebremst

Nach den Kursgewinnen der letzten Wochen standen die Zeichen gestern in einem ruhigen Umfeld auf Konsolidierung.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.08%, SPI: -0.14%, SMIM: -0.19%

Der Schweizer Aktienmarkt kam zur Wochenmitte nicht vom Fleck. Der SMI pendelte in einem ruhigen Umfeld in einer engen Handelsspanne um den Eröffnungskurs und schloss zuletzt 0.1% schwächer. Nach den Kursgewinnen der letzten Woche ist beim Leitindex derzeit Konsolidierung angesagt. Als Bremsfaktoren wirkten dabei die drei Schwergewichte: Roche (-0.5%), Novartis (-0.8%) und Nestlé (-1.5%) gehörten zu den schwächsten Werten bei den grosskapitalisierten Werten. Ebenfalls unter Abgabedruck standen Richemont (-0.6%), Swisscom (-0.8%) sowie Kühne + Nagel (-1.4%). Letzterer wurde von einer vorsichtigen Analystenstudie gebremst. Auf der Gegenseite gehörten Lonza (+2.4%), Partners Group (+1.7%), Holcim (+1.4%) und Sika (+1.2%) zu den Tagesgewinnern. Den stärksten Kursanstieg zeigten die Aktien der UBS, die um 3.4% anzogen. Grund dafür war die Ankündigung des aktivistischen Investors Cevian, der zuletzt 1.3% der Aktien gekauft hatte und sich sehr optimistisch zu den Aussichten der Grossbank äusserte. Im breiten Markt fielen die Aktien von SIG um 5.7% zurück, nachdem eine Analystenstudie beim Verpackungsspezialisten vor einem schwierigen Start ins 2024 warnte. Die Aktien von Bachem brachen um 9.8% ein, nachdem sich ein Broker zurückhaltend zum Ausblick äusserte und vor möglichen Verzögerungen bei den aktuellen Ausbauplänen warnte.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.32%, DAX: +0.56%

Auch an den europäischen Aktienmärkten nahm der Schwung gestern etwas ab. Trotzdem standen am Ende des Tages an den meisten Handelsplätzen moderate Gewinne in den Büchern. Der EuroStoxx50 gewann 0.3% dazu, während der zyklischer ausgerichtete DAX um 0.6% anzog. Aus Branchensicht gehörten Aktien aus den konjunktursensitiven Bereichen Grundstoffe, Industrie und zyklischer Konsum zu den Tagesgewinnern. Nicht vom Fleck kamen Titel aus den Sektoren Kommunikationsdienste, Energie und Basiskonsum.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.68%, S&P500: +0.59%, Nasdaq: +0.66%

Die amerikanischen Aktienmärkte setzten ihre Rekordjagd gestern fort und schlossen deutlich höher. Weiterhin treiben Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank die Kurse nach oben. Der DowJones und der Nasdaq gingen jeweils mit einem Kursplus von 0.7% aus dem Handel, während der S&P500 0.6% höher schloss. Auf Einzeltitelstufe standen unter anderem die Aktien von Boeing im Mittelpunkt. Der Flugzeughersteller erhielt erstmals seit mehreren Jahren wieder Aufträge von der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa. Die Aktie von Boeing schloss 1.2% höher. 

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre

USA: 3.907%; DE: 2.013%; CH: 0.573%

Marktbewegende Konjunkturdaten standen gestern nicht auf der Agenda. Letzte Woche sind die Renditen im Anschluss an den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed noch einmal deutlich gefallen. Die Rendite des 10-jährigen US-Treasury ist daraufhin erstmals seit letztem Juli wieder unter 4% gefallen und handelt seither auf diesem Niveau seitwärts.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8614
Euro in US-Dollar: 1.0966
Euro in Franken: 0.9445

Die am Vormittag veröffentlichte zweite Schätzung der November-Inflationsdaten aus der Eurozone gab dem Euro keine Impulse. Der Schweizer Franken tendierte insgesamt zum Euro und US-Dollar fester. Mehr Beachtung erhalten dürften dann in der ersten Januarwoche der US-Arbeitsmarktbericht sowie die Dezember-Inflationsdaten für die Eurozone. Der japanische Yen war gestern die schwächste G10-Währung. Die Notenbank Japans hält an ihren Negativzinsen fest. Vor der Sitzung hatte es Spekulationen darüber gegeben, ob die Bank of Japan erstmals seit acht Jahren den Leitzins anpassen würde.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 74.00 pro Fass
Goldpreis: USD 2'040.89 pro Unze

Der Ölpreis knüpfte gestern an die Vortagesgewinne an, teilweise auch geschuldet durch geopolitische Entwicklungen. Im Roten Meer setzten mehrere Reedereien die Durchfahrt in Richtung Suezkanal aus, nachdem sich Angriffe von Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe gehäuft hatten. Die Route über den Suezkanal ins Mittelmeer ist für den Rohöltransport zwar von Bedeutung, die tatsächlichen Auswirkungen auf die Ölströme dürften aber begrenzt sein. Der Goldpreis hält sich weiterhin über der Marke von 2'000 US-Dollar pro Feinunze. Die Zinserwartungen werden die Preisentwicklung auch im neuen Jahr massgeblich prägen. Ins Blickfeld rückt das Protokoll zum jüngsten Fed-Zinsentscheid, das am 3. Januar 2024 veröffentlicht wird. Es dürfte Aufschluss darüber geben, ob die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich Zinssenkungen nicht etwas übertrieben sind.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden keine relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht.

Daniel Wachter

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Matthias Müller

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich