06. Dezember 2023, Tägliche Marktsicht

Roche sorgt für ein knappes Plus im SMI

Der Leitindex SMI knüpft, dank dem Plus des Index-Schwergewichts Roche, an den positiven Wochenstart an.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.11%, SPI: +0.19%, SMIM: +0.54%

Der Schweizer Aktienmarkt knüpfte gestern an den positiven Wochenstart an und schloss höher. Bei Börsenschluss verzeichnete der Leitindex SMI ein Plus von 0.1%. Elf Tagesgewinner standen neun Verlierern gegenüber. Angeführt wurde das Tableau von Geberit (+2.2%), Roche (+1.9%) und ABB (+1.5%). Der Sanitärtechnikkonzern profitierte dabei von positiven Analystenkommentaren. Die Aktien des Pharmariesen Roche wurden von positiven Studiendaten mit dem Präparat Inavolisib gegen eine bestimmte Art von Brustkrebs angetrieben. Schon am Vortag wurden die Genussscheine von einer Übernahme im Bereich Fettleibigkeit und Diabetes beflügelt, weisen aber im bisherigen Jahresverlauf immer noch ein Minus von mehr als 13% auf. Die andere beiden Index-Schwergewichte Novartis (-1.3%) und Nestlé (-0.4%) entwickelten sich gestern hingegen schwächer. Tagesverlierer waren UBS (-1.8%) und Alcon (-1.6%). Am breiten Markt zeigte die Aktie von Julius Bär (+3.4%) erneut eine Bodenbildung. Nach oben ging es für die AMS Osram Aktien (+9.2%), nachdem heute der Bezugsrechtshandel zur geplanten Kapitalerhöhung endet. Der Halbleiterzulieferer Inficon (+3.7%) profitierte zudem von positiven Analystenkommentaren.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.86%, DAX: +0.78%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern von der positiven Seite. Während der länderübergreifende EuroStoxx50 0.9% anzog, legte der zyklischere deutsche DAX um 0.8% zu. Auf Sektorenebene verbuchten die Bereiche Gesundheit, nichtzyklischer Konsum sowie Grundstoffe die grössten Abgaben. Überdurchschnittlich entwickelten sich die Sektoren Immobilien, Technologie und zyklischer Konsum.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.22%, S&P500: -0.06%, Nasdaq: +0.31%

Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich. Während der Leitindex Dow Jones 0.2% nachgab und der breiter aufgestellte S&P500 0.1% verlor, legte der technologielastige Nasdaq um 0.3% zu. Es herrschte bereits eine gewisse Zurückhaltung vor den wichtigen Arbeitsmarktdaten für den November, die am Freitag veröffentlicht werden. Ausserdem sorgte die Senkung des Ausblicks der Kreditnote von Moody’s für China von stabil auf negativ für etwas Gegenwind. Auf Sektorenstufe waren die zyklischen Branchen Technologie, zyklischer Konsum und Kommunikationsdienste gefragt. Unter Abgabedruck standen die Bereiche Energie, Grundstoffe und Industrie.

Unternehmensnachrichten

Nach Börsenschluss veröffentlichte Ascom eine Gewinnwarnung. Das Umsatzwachstum für das laufende Jahr soll neu im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen und nicht wie im August noch kommuniziert bei rund 10%. Grund dafür sind Projektverzögerungen und die langsamer als erwartete Umsetzung des Auftragsbestandes aufgrund des sich abschwächenden wirtschaftlichen Umfelds. Bestätigt wurde hingegen das zweistellige Margenziel auf Stufe EBITDA. Per Mitte März 2024 wird zudem der CFO Dominik Maurer das Unternehmen verlassen.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.193%; DE: 2.243%; CH: 0.641%

Im Oktober hat die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe kurz die 5% erreicht. Seither gingen die Zinsen nur noch zurück und sind nun wieder bei 4.20%. Auch in Europa und der Schweiz sind die Zinsen in den letzten Wochen deutlich zurückgekommen. Hintergrund der jüngsten Korrektur dürften die schwächeren Konjunkturaussichten sowie die sinkende Inflation sein. Im Verlauf der Woche stehen neue Daten zum US-Arbeitsmarkt im Fokus. Von diesen Daten erhoffen sich die Marktakteure neue Hinweise über das weitere Vorgehen der US-Notenbank.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8746
Euro in US-Dollar: 1.0802
Euro in Franken: 0.9447

Der Euro tendierte am gestrigen Handelstag zum US-Dollar schwächer. Das EUR/CHF-Währungspaar handelt derweil im Bereich des Jahrestiefs vom Oktober bei 0.945. Gegenwind für den Euro gab es durch Äusserungen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die weitere Zinsanhebungen angesichts des jüngsten Inflationsrückgangs als eher unwahrscheinlich bezeichnet. Schnabel gilt als Befürworterin einer straffen Geldpolitik. Zugleich bekräftigte sie jedoch auch ihre Haltung, dass es zu früh sei, um den Kampf gegen die Inflation als beendet zu bezeichnen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 72.19 pro Fass
Goldpreis: USD 2'024.57 pro Unze

Am Ölmarkt drehten die Preise nach einem richtungslosen Handel gestern noch ins Minus. Dazu beigetragen hat ein Anstieg der US-Ölexporte. Die Märkte zweifeln zudem weiterhin an, ob die jüngst angekündigten Förderkürzungen der Opec+ vollständig umgesetzt werden.

Wirtschaft und Konjunktur

In China ist die neuste Umfrage der Einkaufsmanager für den Dienstleistungssektor besser als erwartet ausgefallen. Bereits letzte Woche zeigte die monatliche Umfrage des Wirtschaftsmagazins Caixin eine etwas aufgehelltere Stimmung bei den chinesischen Industriebetrieben. Mit Blick auf die zweite Wochenhälfte richtet sich das Interesse auf den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für den November, der am Freitag publiziert wird.

Tobias Kistler

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Daniel Wachter

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich