09. Januar 2024, Tägliche Marktsicht

Aktienmärkte drehen bis Börsenschluss ins Plus

Die Aktienmärkte starten positiv in die neue Handelswoche. Die Inflation in der Schweiz hat zum Jahresende wieder leicht zugelegt.

 Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.40%, SPI: +0.41%, SMIM: +0.42%

Der Schweizer Aktienmarkt startet verhalten in die neue Handelswoche, kann aber im Laufe des Tages zulegen und schliesst schlussendlich in der Gewinnzone. Der Leitindex SMI wie auch der SMIM, welcher klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen enthält, legten jeweils 0.4% zu. Die gestern Morgen publizierten Inflationsdaten in der Schweiz fielen mit 1.7% leicht höher aus als erwartet. Die Anleger richten damit ihren Blick bereits auf die am Donnerstag anstehende Publikation der US-Inflationsdaten, von welchen sie sich Anhaltspunkte zum weiteren geldpolitischen Kurs des Fed erhoffen. Bei den 20 SMI-Werten standen 16 Kursgewinner 4 Verlierern gegenüber. Das Gewinnertableau führte Sonova (+2.6%) an. Der Hörgerätehersteller profitierte von einer Ratinghochstufung. Ebenfalls von einem positiven Brokerkommentar sowie einer Kurszielerhöhung profitierte der PC-Zubehörhersteller Logitech (+1.9%). Dritter auf dem Podest war Alcon mit einem Kursanstieg von 1.6%, gefolgt von Lonza (+1.5%), Swiss Life (+1.2%) sowie ABB, Swiss Re und Richemont (je +0.9%). Die stärksten Abgaben musste Kühne + Nagel (-2.0%) hinnehmen. Davor folgten Swisscom und Sika, die jeweils 0.4% an Wert verloren sowie Zurich Insurance (-0.1%). Von den drei Index-Schwergewichten konnte Novartis (+0.4%) am meisten zulegen, während der Anstieg bei Nestlé (+0.2%) und Roche (+0.1%) etwas verhaltener ausfiel. Am breiten Markt verloren die Aktien von SGS ohne nennenswerte Neuigkeiten um 3.3% an Wert. Allerdings litten auch internationale Konkurrenten des Warenprüfers unter Abgaben. Aufgefallen sind gestern Temenos (+3.8%) sowie Inficon (+5.5%). Beide Aktien profitieren von positiven Brokerkommentaren bzw. Ratinghochstufungen. Barry Callebaut (-1.9%) wurde gestern ex-Dividende von CHF 29 je Aktie gehandelt.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.49%, DAX: +0.74%

Nach einem schwachen Start in den Handelstag konnten sich die europäischen Aktienmärkte erholen und schlossen im Plus. Am Ende gewann der länderübergreifende EuroStoxx50 0.5%, während der spanische IBEX35, der italienische FTSE MIB sowie der französische CAC40 je um 0.4% zulegen konnten. Der britische FTSE100 wurde von den fallenden Ölwerten gebremst und legte nur um 0.1% zu. Der wichtige Produzent Saudi-Arabien senkte die offiziellen Verkaufspreise für alle Regionen, was den Ölpreis belastete. Auch auf Branchenstufe zeigte sich die Schwäche des Energiesektors, welcher als einziger Sektor unter Abgaben litt. Überdurchschnittlich schnitten hingegen die Branchen Technologie, Zyklischer Konsum sowie Industrie ab.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.58%, S&P500: +1.41%, Nasdaq: +2.20%

Nach dem eher verhaltenen Jahresstart wurden die Anleger am Montag wieder mutiger. Der technologielastige Nasdaq avancierte 2.2% und profitierte von den allgemein wieder anziehenden Chip- und IT-Werten. Auch der marktbreite S&P500 (+1.4%) und der Dow Jones (+0.6%) konnten Kursgewinne verzeichnen. Allerdings lastete der Kurssturz der Boeing-Aktien auf den Indizes. Nach dem Abriss eines Kabinenteils während eines Fluges wurde ein vorübergehendes Startverbot für rund 170 Maschinen des Typs Boeing 737-9 Max verhängt. Die Aktie verlor gestern 8.0%. Auch in den USA zeigte sich aus Branchensicht ein ähnliches Bild wie in Europa. Einziger Verlierer war der Energiesektor. Das Gewinnertableau führte der Technologiebereich an, gefolgt vom Zyklischen Konsum, den Kommunikationsdiensten sowie den Immobilien.

Unternehmensberichte

Tecan publizierte gestern nach Börsenschluss die vorläufigen und ungeprüften Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2023. Der Laborausrüster erzielte einen Umsatz von CHF 1.074 Mrd., was im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 einem Rückgang von 6.1% entspricht. Währungsbereinigt, das heisst unter Annahme stabiler Wechselkursverhältnisse, wäre der Umsatz mit einem Minus von 1.3% deutlich geringer ausgefallen. Das organische Wachstum belief sich in Lokalwährungen auf 6.3%. Allerdings wurden die Auswirkungen des geringeren Covid-bezogenen Umsatzes (Nettoeffekt rund CHF 58.5 Mio.) sowie auch die geringere Weitergabe von Materialkosten im Vergleich zum Vorjahr (Nettoeffekt CHF 19.7 Mio.) ausgeklammert. Tecan hatte sich das Ziel gesetzt, ein organisches Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zu erzielen. Das Geschäftssegment Partnering Business konnte ein organisches Umsatzplus von 7.4% erreichen, während der Bereich Life Science um 4.9% zulegte. Tecan wird wie geplant am 12. März die vollständigen Finanzzahlen veröffentlichen. Die präsentierten Umsatzzahlen liegen leicht unter den Markterwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre

USA: 4.017%; DE: 2.133%; CH: 0.744%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen ist am Montag leicht gesunken. Sie hält sich aber über der 4%-Marke. An den Kapitalmärkten richtet sich der Blick diese Woche auf die am Donnerstag anstehenden Zahlen zur US-Inflation.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8483
Euro in US-Dollar: 1.0950
Euro in Franken: 0.9291

Der Schweizer Franken legte zu Wochenbeginn weiter an Wert zu. Sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar zeigt sich der Schweizer Franken gestern stärker. Da jedoch keine wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, fehlten die Impulse für grössere Bewegungen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 70.61 pro Fass
Goldpreis: USD 2'034.56 pro Unze

Der Ölpreis stand zum Wochenstart deutlich unter Druck. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate fiel am Montag um über 4%. Der wichtige Öllieferant Saudi-Arabien hat seine Verkaufspreise gesenkt. Damit verdeutlichen sich die eingetrübten Aussichten für die globale Ölnachfrage.

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: Konsumentenpreise YoY (Dezember)

letzter: 1.4%; erwartet: 1.6%; aktuell: 1.7%

Die Teuerung in der Schweiz hat zum Jahresende wieder zugelegt. Die Konsumentenpreise sind im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.7% gestiegen. Grund für den Anstieg sind unter anderem die Wohnungsmieten. Auch die Preise für Elektrizität und Gas haben sich verteuert. Dahingegen sind Erdölprodukte günstiger geworden. Trotz des Anstiegs befindet sich die Inflation weiterhin im Zielband der SNB von 0% bis 2%.

Deutschland: Industrieaufträge MoM (November)

letzter: -3.8%; erwartet: 1.1%; aktuell: 0.3%

Die Aufträge in der deutschen Industrie haben im November 2023 wieder leicht zugenommen, nachdem sie noch im Oktober deutlich gesunken sind. Der Anstieg fiel allerdings weniger stark aus als erwartet. Zusätzliche Aufträge kamen dabei insbesondere aus dem Inland (+1.4%). Dahingegen ist die Auslandsnachfrage weiter schwach (0.4%) und belastet damit die deutsche Industrie weiterhin.

Anja Felder

Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich