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Torf erleben: Torfkontakte im Schollenriet

Das Naturzentrum Schollenmühle bei Altstätten informiert seit 2010 über die Naturschätze des ehemaligen Torfstichgebiets Bannriet und über die Geschichte des Torfstechens. Neben Information und Naturbeobachtung bieten die Gebäude der ehemaligen Torfstichfabrik eine einzigartige Stimmung.

Das Projekt «Torf erleben: Torfkontakte im Schollenriet» will mit zwei zusätzlichen Elementen einen sinnlichen Zugang ermöglichen zur zeitlichen Dimension der Torfentstehung sowie zur nassen, moorigen Seite des Torfs. Das Thema verdient diese Aufmerksamkeit, denn der Torfboden prägt die Rheintalebene auf vielen Quadratkilometern.

In einem begehbaren Torf-Würfel steigt man hinab in die «modrige» Atmosphäre eines Erdlochs und trifft auf einen Raum zum Thema Torf. Der Boden ist weich mit Torf belegt. Die Besucher sehen ein echtes Torfprofil, das mit dem Erdreich und dem Grundwasserspiegel in Kontakt steht. Mit einer Höhe von 150 cm Höhe zeigt das Profil eindrückliche 1‘500 Jahre Geschichte, was an einer Zeitskala verdeutlicht wird. Ein konserviertes Torfprofil, wissenschaftliche Hintergründe und ein Ausguck aus Feldhasenperspektive runden den Torf-Würfel ab.

Unter freiem Himmel wird ein begehbarer Torf-Graben erstellt, dessen Form einem Torfstich nachempfunden ist. Sein nasser, torfiger Grund kann gefahrlos durchwatet werden. Der Charakter des Torfs als unsicherer, teils schlammiger Untergrund wird so eindrücklich veranschaulicht.

Der Torf-Würfel und der Torf-Graben sind wie das ganze Naturzentrum ganzjährig kostenlos zugänglich. Bereits bisher zählt das Naturzentrum jährlich mehrere Tausend Besucher. In Zukunft können sich die Besucher darauf freuen, das Thema Torf auf eindrückliche Weise erleben zu können.

Mit der Lage auf einer früheren Platzfläche nehmen die neuen Elemente Rücksicht auf das Naturschutzgebiet und sind bewilligungsfähig. Durch ihre Bauweise werden sie über viele Jahre Bestand haben. Der Unterhalt wird in den Betrieb des Naturzentrums Schollenmühle eingebettet.

Meilensteine

11. Juni 2017
01. Juni 2017

Am 1. Juni machten sich 10 Freiwillige ausgerüstet mit Arbeitshandschuhen und gutem Schuhwerk auf ins Schollenriet, um die dort wuchernden Neophyten zu bekämpfen. Mit dabei war sogar der ehemalige SGKB-Mitarbeiter Bernhard Bischof mit dessen Ehefrau. Nach kurzem Fussmarsch war das Naturschutzgebiet erreicht und der Arbeitseinsatz begann. Die hohe Luftfeuchtigkeit trieb allen den Schweiss ins Gesicht – so waren alle froh, als die Mittagspause in Sicht war. Nach der Verpflegung aus dem Rucksack erlebten die freiwillig Helfenden eine spannende Führung durch das Areal Schollenmühle mit dem Biologen Ivo Moser. Die vielen interessanten Informationen rund um das farbenfrohe und artenreiche Naturschutzgebiet liessen die Helfenden motiviert den zweite Teil der Neophyten-Bekämpfung in Angriff nehmen.