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Lattich I – Die Brache Güterbahnhof St.Gallen zum Leben erwecken

Das Güterbahnhofareal ist eines der letzten grösseren Entwicklungsgebiete in der Stadt St.Gallen. Es liegt in unmittelbarer Nähe zu Hauptbahnhof und Stadtzentrum - und es ist heute stark unternutzt.

Meilensteine

25. Mai 2019

Am 25. Mai 2019 wurde im alten Güterbahnhof in St.Gallen der Lattich-Holzbau offiziell eröffnet. Ans Fest kamen nach Schätzung der Organisatoren rund 1500 Personen. Sie konnten unter anderem die Module im neuen Holzbau besichtigen sowie die darin eingemieteten Kreativunternehmerinnen und Kreativunternehmer kennen lernen. Alle 45 Module sind inzwischen vermietet.

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Bildquelle: Maurus Hofer

11. April 2019

Seit 2016 verfolgt der Verein «Lattich» die Vision, auf dem Güterbahnhofareal ein temporäres Quartier zu entwickeln. Ein Ort für Pioniere, Macherinnen, Experimentierfreudige und Neustarterinnen. Neben den vier langjährigen Mitstreiterinnen und Mitstreitern Roman Rutishauser (Container für Unerhörtes), HEKS – Neue Gärten Ostschweiz, St.Galler Spielweg und Hannes Rutishauser (Werkstattcontainer sparkingranch) werden ab April 45 Holzmodule mit Ateliers, Werkstätte und Büros auf dem Brachland einzugsbereit sein.

Das wird gefeiert: Beim Eröffnungsfest am 25. Mai 2019. Alle sind herzlich eingeladen.

05. April 2019

Seit Anfang April passiert was im Lattich – Die Mieterinnen und Mieter beziehen nach und nach ihre Module im Lattich Bau. In einigen Holzmodulen wird bereits fleissig gewerkelt. Lampen anbringen, Möbel zusammenschrauben, den richtigen Platz für die Zimmerpflanze finden. Die kommenden Tage wird sich zum Schaltafel-Gelb sicherlich noch die eine oder andere Farbe dazugesellen. Denn: Die Module dürfen nach Herzenslust bemalt und dekoriert werden.

Informationen zum Projekt

Zudem führen die Planungsarbeiten für ein Verkehrsprojekt dazu, dass die nächsten zirka 15 Jahre auf dem Areal Güterbahnhof nichts auf die Dauer angelegtes passieren wird. Ausserdem hat sich aktuell ein Leerstand in einem grösseren Teil der SBB-Lagerhalle ergeben.

Das ist eine einmalige Chance für Zwischennutzungen, nicht im Sinne von «naiven Improvisationslösungen» sondern im Sinne eines souveränen Umgangs mit der Ressource Aufmerksamkeit in einem kommunikationsorientierten Stadtentwicklungsprozess. Eine Konstellation, im Zusammenspiel mit dem Wettbewerb der Kantonalbank, welche das Potenzial hat für die Stadt und die Region etwas Aussergewöhnliches und über viele Jahre Treibendes und Prägendes hervorzubringen. Das Zeitfenster dafür ist jetzt offen.

Das Experiment beginnen

Deshalb wollen wir jetzt beginnen: Am Bestehenden andocken mit dem Ziel, die Brache mit zusätzlichem Leben zu füllen und rasch sichtbar zu werden. Mit Lattich I wollen wir eine Zwischennutzung auf dem Güterbahnhof St. Gallen initialisieren. Wir wollen ein Experiment beginnen. Ein relativ informelles und niederschwelliges Beleben der Brache während einigen Monaten im Sommer 2016. Die Zwischennutzung soll analog dem Pioniergewächs Lattich organisch wachsen und wuchern. Das Handeln vor Ort mit Engagement und Herzblut, als flexibler Akt, steht im Vordergrund.

Leben kehrt ein

Wo bis vor Wochen Lastwagen und Hubstapler dominierten, soll rasch Aufbruch sichtbar markiert werden (z.B. durch Aufstellen von nicht mehr gebrauchten See-/Lagercontainern) und Öffentlichkeit geschaffen werden: Auf und neben der Rampe der SBB-Lagerhalle entsteht eine ambulante vom Konsortium Lattich und weiteren interessierten Akteuren auf freiwilliger Basis betriebene Gastwirtschaft mit Mittagsgrill, Freitagsbier oder Sonntagskaffeeundkuchen. Die Rampe wird damit zum urbanen Treffpunkt und Brennpunkt des gemeinsamen Experiments Zwischennutzung. In der SBB-Lagerhalle entsteht Entfaltungsraum für unterschiedlichste künstlerische Performances, Ausstellungen, Veranstaltungen. Der Beginn eines experimentellen temporären Quartiers ist somit lanciert.

Die Umsetzung der Vision vorbereiten

Das einkehrende Leben soll der Beginn einer Entwicklung sein mit der Vision, durch eine mehrjährige Zwischennutzung des Güterbahnhofareals neuen Arbeits- und Lebensraum und ein Innovationsumfeld für die Kreativwirtschaft zu schaffen (Projekt Lattich II). Ein Umfeld des Austauschs, das die Nutzung von Synergien ermöglicht und innovative Projekte und befruchtende Ideen begünstigt.

Mit dem Projekt Lattich I soll das Projekt Lattich II zur Umsetzungsreife gebracht werden. Das Innere der SBB-Lagerhalle dient dabei auch als Projektbüro Lattich. Aufbauend auf den erfolgreich funktionierenden Beispielen in Zürich (Basislager) oder Basel (Rakete) wird ein umsetzungsfähiges Projekt entwickelt. Dafür müssen viel professionelles Know-how eingesetzt und viele Gespräche mit Stakeholdern geführt werden. Es braucht Experten von ausserhalb der Region, welche ihr Know-how aus funktionierenden Beispielen in unser Vorhaben einbringen. Und es braucht vor allem professionelles Projektentwicklungs-Know-how im Bereich Immobilienentwicklung und Bauökonomie, Zwischennutzung, Kreativwirtschaft, Ambulante Architektur und Kommunikation sowie Kulturmanagement, welches das Konsortium Lattich vereint.