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Lattich I – Die Brache Güterbahnhof St.Gallen zum Leben erwecken

Das Güterbahnhofareal ist eines der letzten grösseren Entwicklungsgebiete in der Stadt St.Gallen. Es liegt in unmittelbarer Nähe zu Hauptbahnhof und Stadtzentrum - und es ist heute stark unternutzt.

Zudem führen die Planungsarbeiten für ein Verkehrsprojekt dazu, dass die nächsten zirka 15 Jahre auf dem Areal Güterbahnhof nichts auf die Dauer angelegtes passieren wird. Ausserdem hat sich aktuell ein Leerstand in einem grösseren Teil der SBB-Lagerhalle ergeben.

Das ist eine einmalige Chance für Zwischennutzungen, nicht im Sinne von «naiven Improvisationslösungen» sondern im Sinne eines souveränen Umgangs mit der Ressource Aufmerksamkeit in einem kommunikationsorientierten Stadtentwicklungsprozess. Eine Konstellation, im Zusammenspiel mit dem Wettbewerb der Kantonalbank, welche das Potenzial hat für die Stadt und die Region etwas Aussergewöhnliches und über viele Jahre Treibendes und Prägendes hervorzubringen. Das Zeitfenster dafür ist jetzt offen.

Das Experiment beginnen

Deshalb wollen wir jetzt beginnen: Am Bestehenden andocken mit dem Ziel, die Brache mit zusätzlichem Leben zu füllen und rasch sichtbar zu werden. Mit Lattich I wollen wir eine Zwischennutzung auf dem Güterbahnhof St. Gallen initialisieren. Wir wollen ein Experiment beginnen. Ein relativ informelles und niederschwelliges Beleben der Brache während einigen Monaten im Sommer 2016. Die Zwischennutzung soll analog dem Pioniergewächs Lattich organisch wachsen und wuchern. Das Handeln vor Ort mit Engagement und Herzblut, als flexibler Akt, steht im Vordergrund.

Leben kehrt ein

Wo bis vor Wochen Lastwagen und Hubstapler dominierten, soll rasch Aufbruch sichtbar markiert werden (z.B. durch Aufstellen von nicht mehr gebrauchten See-/Lagercontainern) und Öffentlichkeit geschaffen werden: Auf und neben der Rampe der SBB-Lagerhalle entsteht eine ambulante vom Konsortium Lattich und weiteren interessierten Akteuren auf freiwilliger Basis betriebene Gastwirtschaft mit Mittagsgrill, Freitagsbier oder Sonntagskaffeeundkuchen. Die Rampe wird damit zum urbanen Treffpunkt und Brennpunkt des gemeinsamen Experiments Zwischennutzung. In der SBB-Lagerhalle entsteht Entfaltungsraum für unterschiedlichste künstlerische Performances, Ausstellungen, Veranstaltungen. Der Beginn eines experimentellen temporären Quartiers ist somit lanciert.

Die Umsetzung der Vision vorbereiten

Das einkehrende Leben soll der Beginn einer Entwicklung sein mit der Vision, durch eine mehrjährige Zwischennutzung des Güterbahnhofareals neuen Arbeits- und Lebensraum und ein Innovationsumfeld für die Kreativwirtschaft zu schaffen (Projekt Lattich II). Ein Umfeld des Austauschs, das die Nutzung von Synergien ermöglicht und innovative Projekte und befruchtende Ideen begünstigt.

Mit dem Projekt Lattich I soll das Projekt Lattich II zur Umsetzungsreife gebracht werden. Das Innere der SBB-Lagerhalle dient dabei auch als Projektbüro Lattich. Aufbauend auf den erfolgreich funktionierenden Beispielen in Zürich (Basislager) oder Basel (Rakete) wird ein umsetzungsfähiges Projekt entwickelt. Dafür müssen viel professionelles Know-how eingesetzt und viele Gespräche mit Stakeholdern geführt werden. Es braucht Experten von ausserhalb der Region, welche ihr Know-how aus funktionierenden Beispielen in unser Vorhaben einbringen. Und es braucht vor allem professionelles Projektentwicklungs-Know-how im Bereich Immobilienentwicklung und Bauökonomie, Zwischennutzung, Kreativwirtschaft, Ambulante Architektur und Kommunikation sowie Kulturmanagement, welches das Konsortium Lattich vereint.

Meilensteine

06. Juli 2017

Von Spanien zurück in die Schweiz fliegen und im SWISS Magazin auf einen Hinweis zum Projekt Lattich stossen. So macht Fliegen doch gleich noch mehr Spass!

11. Mai 2017

Das Lattich Quartier auf dem Güterbahnhofareal ist erfolgreich in die zweite Saison gestartet. Unzählige Besucherinnen und Besucher waren dabei und haben die Eröffnung gefeiert.

10. Mai 2017

Am Güterbahnhof geht was. Fünf ausgediente Schiffscontainer sind auf dem Areal verteilt und zeigen die Dimensionen des Projekts Lattich auf: Ein ganzes Containerdorf könnte auf der zentral gelegenen Brache entstehen, von einem «temporären Quartier für die Kreativwirtschaft» sprechen die Initianten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist der Lattich noch einmal deutlich gewachsen.

Lesen Sie mehr dazu im Beitrag des St.Galler Tagblatts

Bildquelle: Benjamin Manser