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Hospiz St. Gallen

2017 soll für den Kanton St. Gallen und die umliegende Region ein stationäres Hospiz für unheilbar kranke, sterbende Menschen mit anfangs sieben Plätzen eröffnet werden.

Dem Verein Freunde stationäres Hospiz St. Gallen wird dazu die denkmalgeschützte, aktuell als Pflegeheim genutzte Villa Jacob in der Stadt St. Gallen zur Verfügung gestellt. Der Vorstand arbeitet seit Oktober 2009 ausschliesslich ehrenamtlich an diesem Projekt.

Viele auch jüngere, unheilbar Schwerstkranke auf einer Palliativstation werden mit der Tatsache konfrontiert, dass sie ihre letzten Lebenswochen, aus versicherungstechnischen Gründen nicht im Spital verbringen können.

Denn entgegen einer weitverbreiteten Meinung, können schwerstkranke Menschen nicht ohne weiteres auf einer Palliativstation bleiben bis zum Sterben, auch wenn sie höchst pflegbedürftig sind. Das Kriterium für den Aufenthalt in einem Akutspital liegt nämlich darin, ob ein Arzt 24 Stunden vor Ort anwesend sein muss. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass solche Menschen entweder nach Hause oder in ein Pflegheim verlegt werden, bis das dortige Betreuungsnetz an seine Grenzen stösst. Nicht selten müssen dann die Betroffenen, in ihrem Schicksal schon hart geprüft, über eine Notfallstation wieder hospitalisiert werden.

Ist es notwendig dass Angehörige zuhause bis zur physischen und psychischen Überforderung Sterbebegleitung leisten? Ist es notwendig dass ein schwerstkranker Mensch in seiner letzten Lebensphase mehrmals von Institution zu Institution herumgeschoben wird?

Ja, das ist bis anhin leider eine Tatsache in St. Gallen und der gesamten Ostschweiz. Für schwerkranke oder sterbende Menschen besteht bei uns eine Versorgungslücke. Es braucht ein stationäres Hospiz: ein kleines, familiäres Haus für unheilbar Schwerstkranke mit hohem und anspruchsvollem Betreuungsaufwand für die letzten Lebenswochen oder -monate.

In der stationären Pflegeeinrichtung mit spezialisierter Palliative Care werden zukünftig vor allem jüngere Patientinnen und Patienten in schweren Krankheitsstadien in ihrer letzten Lebensphase ganzheitlich gepflegt und betreut, wenn die Pflege zu Hause ihre Familien oder das soziale Umfeld mit der Komplexität der individuellen Situation überfordert und in der Region keine geeignete Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Ein entsprechendes Angebot besteht zur Zeit in der Region nicht.

Palliative Care umfasst die Behandlung und Begleitung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und chronisch fortschreitenden Krankheiten sowie ihre Betreuung bis zum Tod. Ihr Schwerpunkt liegt im Zeitraum, in dem für die Betroffenen keine Heilung mehr möglich ist und deshalb nicht mehr angestrebt wird.

Das Hospiz holt das Sterben zurück ins Leben. Gesellschaftlich möchte das Hospiz sich einsetzen und einen Beitrag leisten für ein würdevolles Leben bis zuletzt - für alle. Mit seinem Angebot begleitet das stationäre Hospiz Menschen und ihre Nächsten ganzheitlich medizinisch, pflegerisch und seelsorgerisch. Die Betroffenen erhalten eine qualitativ optimale, der Situation angepasste Symptombehandlung mit bestmöglicher Linderung von Angst, Atemnot und Schmerzen, um das letzte Stück ihres Lebens würdig bis zum Ende gehen zu können.

Hospize als Einrichtungen der Sterbebegleitung haben eine lange Tradition. Das erste stationäre Hospiz wurde 1967 in England eröffnet. Die Mitarbeit von Freiwilligen ist einer der tragenden Strukturen im Hospizbetrieb. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst (Freiwilligendienst) der Stadt St. Gallen.

Meilensteine

02. August 2017

Damit das Sterbehospiz St. Gallen im 2019 vom Heiligkreuz in die Villa Jacob umgezogen werden kann, müssen die Bauarbeiten bereits jetzt beginnen. Der Startschuss erfolgt am Mittwoch, 16. August 2017. Dann wird die Villa um ganze 25 Meter verschoben. Vorbeischauen lohnt sich also allemal. Startschuss ist um 09:30 Uhr.

06. Juli 2017

Das Sterbehospiz St. Gallen wird seinen Betrieb Anfang 2018 aufnehmen. Allerdings noch nicht in der Villa Jacob. Diese muss zuerst um 20 Meter verschoben werden. Eine Zwischenlösung ist gefunden.

Lesen Sie mehr dazu im Tagblatt-Artikel

Bildquelle: Ralph Ribi

11. Juni 2017