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Geheime Wünsche

Das Projekt «Geheime Wünsche» wendet sich aktiv der «entschwindenden Generation» zu: Alten und betagten Personen, welche kaum oder wenig Kontakt und Geld haben, wird ein geheimer Wunsch erfüllt.

Ein(e) Freiwillige(r) nimmt Kontakt mit der Person auf, deren Wunsch in Erfüllung gehen soll, erforscht mit ihr vergessen geglaubte Ressourcen, legt Energiequellen frei und plant mit ihr die Umsetzung des Wunsches. Die Erfüllung des Wunsches – in der Regel begleitet – ist ein grosser Tag im Leben des alten Menschen und oftmals mit einem Motivationsschub verbunden. Im Nachklang zur Wunscherfüllung wird das Wunschereignis nochmals besprochen und mittels Geschichten und Fotos erinnert. In biopsychosozialer Sichtweise wird die Gesundheit auf verschiedenen Ebenen gefördert: Zuwachs an Lebensenergie, Reaktivierung des sozialen Netzes, Verbesserung körperlichen Wohlseins. Wichtig ist dabei, dass der/die Freiwillige in die Aufgabe eingeführt wird, einerseits in Grundsätze aktiven Zuhörens sowie Fragetechniken, andererseits über die Lebensumstände des alten Menschen von den Pflegebezugspersonen. Erfahrungen haben gezeigt, dass die ältere Generation sich schwer tut mit Wünschen, insbesondere Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind. Es braucht meistens mehrere Besuche und Gespräche und bei dementen Menschen eine erweiterte Methodenwahl, um die geheimen Wünsche aufzuspüren.

Über den Nutzen des Pilotprojektes sowie deren nachhaltige Wirkung berichtet die Heimleiterin vom Marthaheim, Barbara Bietmann, Folgendes:
«Wir im Marthaheim tun unser Bestes, den Menschen einen würdigen letzten Lebensabschnitt zu ermöglichen. Oft ist es jedoch so, dass wir nebst der täglichen Pflege und Begleitungen zu Arztterminen, Behördengängen etc. wenig freie Ressourcen haben, um unseren Bewohnenden grössere Wünsche zu erfüllen. Gerade hier greift das Projekt geheime Wünsche auf wunderbare Weise. Mit viel Fingerspitzengefühl gelang es Brigitte Brunner und jetzt Serge Burgermeister mit unseren Bewohnenden in Kontakt zu treten und sich die Zeit zu nehmen, mit ihnen über ihr Leben und ihre Anliegen zu reden. Es ist für mich immer wieder unglaublich, welche Wünsche da zum Vorschein kommen. Ein krebskranker Mann wollte nach der Bestrahlungstherapie unbedingt auf einen Berg, als Symbol, dass er das Schwierigste gemeistert hat. Eine sonst sehr verschlossene Frau mit paranoiden Ideen konnte bei einem Fussballmatch voll mitfiebern. Ein anderer Bewohner konnte noch einmal in seine frühe Heimat und für ihn schwierige innere Angelegenheiten bereinigen, so dass er zwei Monate später friedlich einschlafen konnte. Ein anderer, noch jüngerer Bewohner, der früher selber aktiv in einer Band spielte, konnte mit Begleitung an ein Konzert, und gerade heute ist unser grosse Handarbeiterin mit Serge unterwegs in ihren Lieblingswollladen. Das Strahlen auf den Gesichtern der Bewohnenden, wenn sie jeweils wieder zurückkommen ist für mich ein grosses Geschenk.»

Meilensteine

25. November 2017
09. November 2017

Stadtbummel in St. Gallen - mit süsser Verführung

Rita Lanz, Bewohnerin des Altersheim Lindenhof, möchte mit einer süssen Überraschung ihren Pflegerinnen Danke sagen. Schokolade soll es sein. Bei dieser Gelegenheit möchte sie wieder einmal eine feine Ovomaltine trinken. Felix Mao erfüllt ihr den Wunsch sehr gerne. Im Rollstuhl geht es mit dem Bus nach St.Gallen.

Beim Stiftsbezirk angekommen, genossen sie die schöne Herbststimmung. Im Café «Chocolaterie», das einen wunderschönen Ausblick auf den Dom erlaubt, tranken sie Ovomaltine und Tee und beobachteten die kleinen Kinder draussen beim Spielen. Rita Lanz gefiel der kleine «Ausbruch» aus ihrem gewohnten Umfeld sehr. Erst als die Dunkelheit schon hereinbrach, kehrten die beiden mit schönen Eindrücken und einer Tüte voll Schokolade wieder zurück in den Lindenhof.

07. November 2017

Kein Reinfall, der Besuch am Rheinfall

Als Wirtin hat Hedi Kaspar eins einige Jahre in Schaffhausen gelebt – mit bester Sicht auf den schönen Rheinfall. Und ja, den Rheinfall würde sie halt gern nochmals sehen. Der Wunsch war klar und das Auto vom Wunscherfüller, Martin Hangarter, startbereit. Wegen einem Spitalaufenthalt musste die Wunscherfüllung aber noch warten. Das Warten hat sich gelohnt: Heidi Kaspar fühlte sich bald wieder fit. Zusammen mit Felix, einem langjährigen Freund, ging es bei Bilderbuchwetter, über Land, zum Reiseziel. Dort angekommen liess es sich Hedi Kaspar nicht nehmen, den Rheinfall zu erklimmen, wo das wunderschöne Foto entstand.