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Geheime Wünsche

Das Projekt «Geheime Wünsche» wendet sich aktiv der «entschwindenden Generation» zu: Alten und betagten Personen, welche kaum oder wenig Kontakt und Geld haben, wird ein geheimer Wunsch erfüllt.

Meilensteine

13. Februar 2018

Einmal abheben, bitte

Ende Januar war es endlich soweit: Für Alice Lutz und Elisabeth Hollenstein ging ein grosser Wunsch in Erfüllung. Die beiden Ladys konnten mit dem Helikopter über den Alpstein und nah an den Churfirsten vorbeifliegen. Die Wunscherfüllerin Claudia Kühne von Geheime Wünsche, die Pflegefachfrau Cornelia Koller vom Alters- und Pflegeheim Wier sowie der Fahrer Hans Tobler machten die grenzenlose Aussicht über den Wolken erst möglich. Für alle Beteiligten war es ein unvergesslicher Moment und ein wunderschönes Gefühl.

Lesen Sie mehr zur Wunscherfüllung im Beitrag des Toggenburger Tagblatts

21. Dezember 2017

Einmal Zürich hin und zurück

Markus Baumberger war als Handelsreisender in der ganzen Schweiz und in Österreich unterwegs. Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er in Zürich, dem heutigen Wirtschaftszentrum der Schweiz. Sein Wunsch war es, noch einmal nah am Puls des Geschehens zu sein. Deshalb wurde er von Claudia Kühne und Sven Keller, zwei Wunscherfüllern, nach Zürich «entführt». Sie holten ihn beim Pflegeheim ab und fuhren gemütlich mit dem Auto nach Zürich. Dort angekommen bummelten die drei bei Sonnenschein durch das Stadtzentrum. Am Mittag gab es in einem Restaurant in der Nähe der Kirche St. Peter ein feines Mittagessen. Anschliessend flanierten sie auf der weltbekannten Shopping-Meile, der Bahnhofstrasse, und bestaunten die Schaufenster der noblen Boutiquen, Geschäfte und Kaufhäuser. Die Tour wurde mit einem Abstecher in einem grossen Kaufhaus und dem damit verbundenem Gang ins Café im obersten Stock abgeschlossen.

21. Dezember 2017

Die Klarinette ist seine Leidenschaft

Hanspeter Gross hat sein ganzes Leben leidenschaftlich Klarinette gespielt – auch als Mitglied in mehreren Musikgesellschaften. Deswegen wünschte sich der Achtzigjährige noch einmal an einer Probe teilzunehmen. Zufällig veranstaltete die Musikgesellschaft Wattwil Anfang Dezember eine offene Probe. Claudia Kühne, selbst Mitglied der MG Wattwil, und Sven Keller ermöglichten Hanspeter Gross die Teilnahme an diesem musikalischen Event. Während der ganzen Probe war der Hobbymusiker ganz in seinem Element.

Informationen zum Projekt

Ein(e) Freiwillige(r) nimmt Kontakt mit der Person auf, deren Wunsch in Erfüllung gehen soll, erforscht mit ihr vergessen geglaubte Ressourcen, legt Energiequellen frei und plant mit ihr die Umsetzung des Wunsches. Die Erfüllung des Wunsches – in der Regel begleitet – ist ein grosser Tag im Leben des alten Menschen und oftmals mit einem Motivationsschub verbunden. Im Nachklang zur Wunscherfüllung wird das Wunschereignis nochmals besprochen und mittels Geschichten und Fotos erinnert. In biopsychosozialer Sichtweise wird die Gesundheit auf verschiedenen Ebenen gefördert: Zuwachs an Lebensenergie, Reaktivierung des sozialen Netzes, Verbesserung körperlichen Wohlseins. Wichtig ist dabei, dass der/die Freiwillige in die Aufgabe eingeführt wird, einerseits in Grundsätze aktiven Zuhörens sowie Fragetechniken, andererseits über die Lebensumstände des alten Menschen von den Pflegebezugspersonen. Erfahrungen haben gezeigt, dass die ältere Generation sich schwer tut mit Wünschen, insbesondere Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind. Es braucht meistens mehrere Besuche und Gespräche und bei dementen Menschen eine erweiterte Methodenwahl, um die geheimen Wünsche aufzuspüren.

Über den Nutzen des Pilotprojektes sowie deren nachhaltige Wirkung berichtet die Heimleiterin vom Marthaheim, Barbara Bietmann, Folgendes:
«Wir im Marthaheim tun unser Bestes, den Menschen einen würdigen letzten Lebensabschnitt zu ermöglichen. Oft ist es jedoch so, dass wir nebst der täglichen Pflege und Begleitungen zu Arztterminen, Behördengängen etc. wenig freie Ressourcen haben, um unseren Bewohnenden grössere Wünsche zu erfüllen. Gerade hier greift das Projekt geheime Wünsche auf wunderbare Weise. Mit viel Fingerspitzengefühl gelang es Brigitte Brunner und jetzt Serge Burgermeister mit unseren Bewohnenden in Kontakt zu treten und sich die Zeit zu nehmen, mit ihnen über ihr Leben und ihre Anliegen zu reden. Es ist für mich immer wieder unglaublich, welche Wünsche da zum Vorschein kommen. Ein krebskranker Mann wollte nach der Bestrahlungstherapie unbedingt auf einen Berg, als Symbol, dass er das Schwierigste gemeistert hat. Eine sonst sehr verschlossene Frau mit paranoiden Ideen konnte bei einem Fussballmatch voll mitfiebern. Ein anderer Bewohner konnte noch einmal in seine frühe Heimat und für ihn schwierige innere Angelegenheiten bereinigen, so dass er zwei Monate später friedlich einschlafen konnte. Ein anderer, noch jüngerer Bewohner, der früher selber aktiv in einer Band spielte, konnte mit Begleitung an ein Konzert, und gerade heute ist unser grosse Handarbeiterin mit Serge unterwegs in ihren Lieblingswollladen. Das Strahlen auf den Gesichtern der Bewohnenden, wenn sie jeweils wieder zurückkommen ist für mich ein grosses Geschenk.»