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Geheime Wünsche

Das Projekt «Geheime Wünsche» wendet sich aktiv der «entschwindenden Generation» zu: Alten und betagten Personen, welche kaum oder wenig Kontakt und Geld haben, wird ein geheimer Wunsch erfüllt.

Meilensteine

17. September 2018
30. August 2018

Sommerfest «Geheime Wünsche»

Die Projektinitianten hatten allen Grund zu feiern: Dank dem Projekt erfüllten 75 Wunscherfüllerinnen und Wunscherfüller in 21 Heimen 60 Wünsche. Ohne das freiwillige Engagement vieler wäre das nicht möglich. Wir sind begeistert!

21. März 2018

Besuch in der Sekundarschule der Jugendzeit

Maria, 96 J., erinnert sich gerne an die Zeit als Schülerin der kath. Mädchensekundarschule St. Katharina in Wil.  Wie die Schule heute wohl aussehen mag und ob es im Kloster grosse Veränderungen gibt, dies wollte sie nach so vielen Jahren wieder einmal mit eigenen Augen sehen und erleben dürfen.

Jacqueline Frey, die Wunscherfüllerin, nahm sodann Kontakt zum «Kathi» auf und schilderte das Begehren, der Schule einen besonderen Besuch abzustatten zu dürfen. Auf die Antwort musste sie nicht lange warten. Die Schulleitung war sehr angetan von der Idee und zeigte grosse Begeisterung. Man schmiedete erste gemeinsame Pläne und schon bald stand der grosse Tag vor der Tür. Maria und Jacqueline wurden von der Seelsorgerin, vom Kathi, in Empfang genommen. Zusammen ging es direkt in eine Gesangsprobe der 1. Sekundarklasse. Die Gesangsstunden fanden im ehemaligen Schlafsaal von anno dazumal statt. Die Mädchen staunten, als sie das Alter von Maria erfuhren und es schien, als gaben sie sich beim Singen jetzt noch mehr Mühe. Beim Einstimmen des Liedes «döt ene am Bergli» sang Maria kräftig mit. Dabei strahlten ihre Augen und ihr Gesicht zeigte einen Ausdruck tiefer Freude. Der Rundgang wurde in ein Klassenzimmer, mit Blick zum Klostergarten und zu den verschneiten Alpsteinbergen, fortgeführt. Maria konnte vom Ausblick nicht genug bekommen. Ob da wohl alte Erinnerungen wach wurden? Die Zeit verging viel zu schnell und so mussten sich die beiden verabschieden, denn sie wurden bereits im angrenzenden Kloster von Schwester Paula erwartet. Nach der herzlichen Begrüssung erfuhren die beiden, bei Kaffee und Kuchen, so einiges über das Klosterleben. Zum Abschluss des ereignisreichen Nachmittags gönnten sich die beiden etwas Ruhe in der Klosterkirche, bevor Maria und Jacqueline den Nachhauseweg antraten.

Informationen zum Projekt

Ein(e) Freiwillige(r) nimmt Kontakt mit der Person auf, deren Wunsch in Erfüllung gehen soll, erforscht mit ihr vergessen geglaubte Ressourcen, legt Energiequellen frei und plant mit ihr die Umsetzung des Wunsches. Die Erfüllung des Wunsches – in der Regel begleitet – ist ein grosser Tag im Leben des alten Menschen und oftmals mit einem Motivationsschub verbunden. Im Nachklang zur Wunscherfüllung wird das Wunschereignis nochmals besprochen und mittels Geschichten und Fotos erinnert. In biopsychosozialer Sichtweise wird die Gesundheit auf verschiedenen Ebenen gefördert: Zuwachs an Lebensenergie, Reaktivierung des sozialen Netzes, Verbesserung körperlichen Wohlseins. Wichtig ist dabei, dass der/die Freiwillige in die Aufgabe eingeführt wird, einerseits in Grundsätze aktiven Zuhörens sowie Fragetechniken, andererseits über die Lebensumstände des alten Menschen von den Pflegebezugspersonen. Erfahrungen haben gezeigt, dass die ältere Generation sich schwer tut mit Wünschen, insbesondere Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind. Es braucht meistens mehrere Besuche und Gespräche und bei dementen Menschen eine erweiterte Methodenwahl, um die geheimen Wünsche aufzuspüren.

Über den Nutzen des Pilotprojektes sowie deren nachhaltige Wirkung berichtet die Heimleiterin vom Marthaheim, Barbara Bietmann, Folgendes:
«Wir im Marthaheim tun unser Bestes, den Menschen einen würdigen letzten Lebensabschnitt zu ermöglichen. Oft ist es jedoch so, dass wir nebst der täglichen Pflege und Begleitungen zu Arztterminen, Behördengängen etc. wenig freie Ressourcen haben, um unseren Bewohnenden grössere Wünsche zu erfüllen. Gerade hier greift das Projekt geheime Wünsche auf wunderbare Weise. Mit viel Fingerspitzengefühl gelang es Brigitte Brunner und jetzt Serge Burgermeister mit unseren Bewohnenden in Kontakt zu treten und sich die Zeit zu nehmen, mit ihnen über ihr Leben und ihre Anliegen zu reden. Es ist für mich immer wieder unglaublich, welche Wünsche da zum Vorschein kommen. Ein krebskranker Mann wollte nach der Bestrahlungstherapie unbedingt auf einen Berg, als Symbol, dass er das Schwierigste gemeistert hat. Eine sonst sehr verschlossene Frau mit paranoiden Ideen konnte bei einem Fussballmatch voll mitfiebern. Ein anderer Bewohner konnte noch einmal in seine frühe Heimat und für ihn schwierige innere Angelegenheiten bereinigen, so dass er zwei Monate später friedlich einschlafen konnte. Ein anderer, noch jüngerer Bewohner, der früher selber aktiv in einer Band spielte, konnte mit Begleitung an ein Konzert, und gerade heute ist unser grosse Handarbeiterin mit Serge unterwegs in ihren Lieblingswollladen. Das Strahlen auf den Gesichtern der Bewohnenden, wenn sie jeweils wieder zurückkommen ist für mich ein grosses Geschenk.»