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Brücke zur Natur

Der Waldlehrpfad Kaltbrunn-Benken: Eine über vierzigjährige Idee wird neu aufgegriffen, ein Idyll wird schrittweise aufgewertet.

Meilensteine

28. Mai 2019

TVO-Beitrag vom Mai 2019

18. Mai 2019

47 Jahre und 5 Tage...

...nachdem der Waldlehrpfad Kaltbrunn-Benken erstmals eröffnet wurde, erstrahlt die Naturperle am Steinenbach in neuem Glanz. Rund um den 2018 bereits eingeweihten Waldpavillon fanden sich am 18. Mai 2019 an die 300 Gäste ein, die sich über die aufgewertete Naherholungs-Anlage freuten. Peter Brunner, der umtriebige, kreative und humorvolle Initiant des Projektes begrüsste die Anwesenden im Namen des Vereins Waldlehrpfad Kaltbrunn-Benken mit den Worten: «Geschätzte zukünftige Vereinsmitglieder!»

Die Natur spielt die Hauptrolle - der Mensch darf Gast sein

Peter Brunner bedankte sich bei allen, die sich von Anfang an begeistern liessen und bis zum Schluss durchgehalten haben. Neben den Tafeln, die Wissen vermitteln, laden Holzliegen zusätzlich zum Ausruhen ein. Viele exotische und einheimische Pflanzen sind beschriftet, was fachmännische Unterstützung erforderte. Höhepunkt des «neuen» Waldlehrpfads ist aber die Holzbrücke über den Steinenbach, von Kaltbrunner auf Benkner Boden. Heidi Romer, Gemeindepräsidentin von Benken, sowie Markus Schwizer, Gemeindepräsident von Kaltbrunn, zeigten sich erfreut über diesen gelungenen Brückenschlag. Markus Schwizer leitete auf Kaltbrunner Boden ein, dass wir Menschen verlernt hätten, dass die Natur ihr Bild laufend ändere. Veränderungen offen gegenüberzustehen, ist der beste Weg in eine gemeinsame Zukunft. Er sei überzeugt, dass die Bevölkerung dieses Bijou am Steinenbach nutzen werde. Heidi Romer betonte auf der Brücke stehend, dass diese ein Gemeinschaftswerk sei, ein Sinnbild dafür, dass wir vermehrt Brücken bauen sollen, denn aus einem starken Miteinander entstehen Synergien, die gute Erfolge präsentieren. Auch sei die neue Brücke der Beweis für eine gute Nachbarschaft.

Ein Traumprojekt!

Die Grussworte von Christian Schmid, Geschäftsleitungsmitglied der St.Galler Kantonalbank, hätten treffender nicht sein können. Mit dem 150-jährigen Jubiläum wollte sich die Bank nicht selber feiern, sondern Brücken schlagen zur Bevölkerung. Mit einem Augenzwinkern begleitete er die Worte zum positiven Entscheid, den dieses Projekt erhielt, dass es eventuell hilfreich war, dass Linda Fäh (aus Benken) in der Jury sass. Ausschlaggebend für die 36 aus 338 ausgewählten Projekte waren die Kriterien: verbindend, nachhaltig, begeisternd, gemeinsam. Diese vier Punkte wurden mit der «Brücke zur Natur» perfekt erfüllt – ein Traumprojekt! Ein Traum damals, der heute, am 18. Mai 2019, in Erfüllung gehe. Christian Schmid bedankte sich für das Engagement und betonte, dass es heute mehr denn je Leute brauche, die sich durch Rückschläge nicht beirren liessen.

Beate Kaschel, Theologin aus Kaltbrunn, segnete die Brücke über den Steinenbach mit anregenden Gedanken. Es sei nicht schwer Brücken aus bewährten Baustoffen zu bauen – Brücken aus Träumen hingegen schon. Brücken von der Gegenwart in die Zukunft, von Mensch zu Mensch, vom Dunkel ins Licht, vom Jetzt in die Ewigkeit. Mit der Brücke von Kaltbrunn nach Benken oder von Benken nach Kaltbrunn ist ein Traum in Erfüllung gegangen, der dank der Einsegnung mit Weihwasser unter einem guten Stern steht.

Aus dem Chaos entsteht Neues

Die Einweihung der neuen Brücke zur Natur wurde vom Musikverein Eintracht Kaltbrunn unter der Leitung von Stefan Zindel sowie von der Bläserband(i) Benken unter der Leitung von Nicole Tremp festlich umrahmt. Ganz zum Schluss wurde stellvertretend für alle zehn Informationstafeln diejenige vor dem Waldpavillon «Aus dem Chaos entsteht Neues» enthüllt und der «neue» Waldlehrpfad offiziell der Bevölkerung übergeben. Den Schlusspunkt setzte der Mann, der die treibende Kraft, der wirbelnde Steinenbach in Person und am Ende seines Projektes zu Tränen gerührt war, Peter Brunner. Er hängte die Holztafel «Waldlehrpfad» aus dem Jahre 1972, die er beim Abbruch des alten Unterstandes gerettet und fünf Jahre in seiner Garage gehortete hatte, an den neuen Pavillon: Freude herrscht!

21. Januar 2019

Informationen zum Projekt

Es entsteht eine «Naturperle vor unserer Haustüre». Der Bau einer Brücke über den Steinenbach ist zweckerfüllendes Konstrukt und zugleich symbolhaftes Objekt mit regionaler Strahlkraft. Sie ist für die Menschen in der Region die Eintrittspforte zum zeitgemäss dargestellten Naturerlebnis und zur kostbaren Ressource Natur. Die Brücke zur Natur.

Kurzer Rückblick

Unter der initiativen Leitung des damaligen Revierförsters Paul Steiner wurde am 13. Mai 1972 im Gebiet «Bachvögten» Kaltbrunn einer der schweizweit allerersten Waldlehrpfade eröffnet. Viele Kaltbrunnerinnen und Kaltbrunner, Schulklassen und Vereine, trugen durch Frondienst bei den Bau- und Gestaltungsarbeiten zum Entstehen dieser wunderschön gelegenen Anlage bei. Von Beginn an luden Ruhebänke und Feuerstellen zum Verweilen ein. Und bereits am Eröffnungstag konnten 90! verschiedene Baum- und Straucharten bestaunt werden. Jede Sorte wurde beschriftet und mit einer Nummer versehen. Auf dem Weg durch den Waldlehrpfad waren diverse Quizfragen platziert. Paul Steiner liess sich damals wie folgt zitieren: «Der durchschnittliche Waldgänger vermag allenfalls Rot- und Weisstannen voneinander zu unterscheiden. Eichen und Buchen erkennt er vielleicht an der Rinde und der Blattform, doch ratlos steht er vor Espe, Hainbuche und Wolligem Schneeball. Wenn sich Laien früher Kenntnisse über den Wald erwerben wollten, mussten sie alles aus trockener und nicht immer leicht verständlicher Literatur zusammentragen. Unser Waldlehrpfad bietet ihnen nun dasselbe Wissen in einprägsamem Anschauungsunterricht.»

Weil Organisation und Angebot nicht den sich verändernden Gegebenheiten angepasst wurden, verschlechterte sich im Verlauf der letzten ca. 20 Jahre der Zustand des Waldstücks als solches wie auch derjenige der baulichen Einrichtungen sehr stark. Vandalismus und Unordnung waren die logische Folge davon.

Initiative zur Aufwertung / Ziele

Auf Initiative einiger interessierter Exponenten unter der Leitung von Peter Brunner, Kaltbrunn, lancierten die Ortsgemeinden Kaltbrunn und Benken als Grundstückbesitzer, zusammen mit den Politischen Gemeinden Kaltbrunn und Benken ein Projekt zur Aufwertung des Waldlehrpfads. Im August 2014 ist - nach fast dreijähriger Vorarbeit - ein Verein unter dem Präsidium von Peter Brunner, Kaltbrunn gegründet worden.

Die Initianten verfolgen das Ziel, den Bewohnern der Region durch die Aufwertung des Waldlehrpfads Kaltbrunn-Benken eine Naherholungs-Anlage von hoher Qualität bereitzustellen. Zugleich wird im neuen Waldlehrpfad viel Wissen über die Zusammenhänge der Natur vermittelt und die Menschen dadurch auf die kostbaren Naturressourcen sensibilisiert.

Aufwertungsprogramm

Mit Hilfe öffentlicher Mittel wurde 2015 das gesamte Wegnetz saniert und waldbautechnische Massnahmen umgesetzt.

2016 wird mit dem Bau eines neuen, lehrpädagogisch zeitgemässen Wald-Lehrpfades begonnen. Ebenso sollen in diesem Jahr die Arbeiten für den neuen Besucher-Unterstand starten.

Um die beiden Seiten des Steinenbachs miteinander zu verbinden und so einen eigentlichen Rundpfad zu ermöglichen, ist für das Jahr 2017 oder 2018 – als symbolhafter Abschluss des Aufwertungsprogrammes – der Bau einer Brücke über den Steinenbach vorgesehen. Um dieses Projekt zu ermöglichen, versucht der Verein Waldlehrpfad Kaltbrunn-Benken zusätzliche finanzielle Mittel zu generieren.

Dadurch, dass sich die beiden Ortsgemeinden und die beiden Politischen Gemeinden als Trägerschaft formiert haben und somit mit hoher Wahrscheinlichkeit eine teilweise finanzielle Unterstützung mit öffentlichen Mitteln zustande kommt, ist die Realisierbarkeit des Brückenbaus als hoch einzuschätzen.

Der Verein Waldlehrpfad Kaltbrunn-Benken

Seit seiner Gründung 2014 konnte der Verein bereits rund 150 Mitglieder für die Idee der „Naturperle vor der Haustüre“ begeistern. Die Vorstandsmitglieder arbeiten alle ehrenamtlich. Es sind dies: Marianne Leuba-Brunner (Aktuarin), Kaltbrunn; Karin Müller, Kaltbrunn; René Hager, Kaltbrunn, Hansruedi Mullis (Kassier), Benken; Peter Brunner (Präsident), Kaltbrunn.
Die Vereinsmitglieder übernehmen – ebenfalls ehrenamtlich – Aufsichts- und Aufräumarbeiten im Waldlehrpfad.

Der Verein als Ganzes garantiert eine langfristige Organisation und nachhaltige Bewirtschaftung der Anlage.

Weitere Informationen: www.waldlehrpfad-kaltbrunn-benken.ch