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MiniMu: 3 Hütten – 3 Gegenstände – 3 Einblicke am Ort der Grenzüberwachung

Entlang des Alten und Neuen Rheins in Diepoldsau-Schmitter standen seit den 40er und 50er Jahren mehrere kleine Schutzhütten. Jahrzehntelang dienten diese den Zöllnern als Unterschlupf bei der Überwachung der Grenze.

Drei dieser ‚Grenzerhütten‘ sind bis heute erhalten. Sie sollen saniert und zum MiniMuseum, zum lebendigen Ausstellungsort für die Bevölkerung, werden und Einblicke in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Lebens in Diepoldsau-Schmitter, am Rhein und in der Region bieten. Das Motto des wohl kleinsten Museums der Ostschweiz heisst: 3 Hütten – 3 Gegenstände – 3 Einblicke.

Die Hütten selber haben an sich keine Schutzwürdigkeit, sie wurden in und nach den Kriegsjahren gebaut. Sie haben dennoch historischen Wert, sind letzte Zeitzeugen für eine Periode, in der die Grenzkontrollen vor Ort eine ganz andere Bedeutung hatten als heute. Für viele Diepoldsauer/innen und auch Spaziergänger/innen aus der näheren und weiteren Umgebung gehören sie zum Landschaftsbild. Man kann viele Leute beobachten, die hinein­schauen, über die Hütten reden, sich Geschichten über Grenzerfahrungen erzählen.

Die Naturschutzgruppe Alta Rhy und der Verein Kultur uf de Rhyinsel möchten die Schutzhütten übernehmen und am Rhein erhalten.

Die drei noch erhaltenen Schutzhütten stehen an von Einheimischen und Fremden, von Schweizer/innen und Österreicher/innen sehr stark begangenen Spazier- und Fahrrad­wegen und laden zum Hineinschauen geradezu ein. Sie sollen die jetzige Form mit den 3-4 kleinen Fenstern behalten. Früher schauten die Zöllner zum Überwachen der Gegend aus den Hütten hinaus – in Zukunft schauen die Leute hinein, lassen sich anregen und kommen miteinander ins Gespräch.

Es sollen anhand von Gegenständen zwei- bis dreimal pro Jahr aktuelle oder historische Themen präsentiert werden, welche mit der Rheininsel oder der Gegend verbunden sind. Geplant ist eine vielfältige Nutzung der drei Kleinstausstellungsflächen, auf denen verschiedene Vereine und Organi­sationen, Schulen aber auch Private für eine begrenzte Zeit der Öffentlichkeit etwas Interessantes (aber nichts Kommerzielles) präsentieren können. Beispiele: Interessantes vom Zoll, Gegen­stände und Erläuterungen zur Hochwasserproblematik oder zum Rheinholzen, Fotografien der Rheininsel aus verschiedenen Zeiten, Projekte von Schulkindern, spezielle Tier- und Pflanzenvorkommen (z.B. invasive Pflanzen, die bekämpft werden sollen, kommentierte Statistiken zur Jagd oder zur Fischerei im Rhein), Kunstobjekte usw.

Wir sind überzeugt, dass die drei Schutzhütten das Potential für einen ganz speziellen Ausstellungsort haben. Die Kleinheit, die Guckfenster, die auf Vorbeigehende wie Magnete wirken, die frühere Funktion als Überwachungsort fordern zum Hineinschauen auf. Das vielleicht kleinste Museum der Ostschweiz wird Spaziergänger/innen und Fahrrad­fah­rer/innen anregen und Menschen von dies- und jenseits der Grenze miteinander ins Gespräch bringen.